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Aktualisiert: vor 18 Stunden 52 Minuten

Anbieter verzichten zunehmend auf Gesundheitsfragen

Mi, 06/06/2018 - 14:05

Wer seine Liebsten oder aber einen Hausbau absichern möchte, ist mit einer Risikolebensversicherung gut beraten. Eine Meinung, die wohl auch die meisten Verbraucherschützer so unterschreiben würden. Das Problem ist dabei allerdings: Nicht jeder, der eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, kann dies auch tun.

Denn die Versicherer haben vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung eine Schranke gezogen, bestehend aus mehreren zu beantwortenden Gesundheitsfragen. Ein umfangreicher Fragenkatalog, vergleichbar mit dem bei BU-Versicherungen, soll dafür sorgen, dass allzu risikobelastete Kunden das Versicherungskollektiv nicht über Gebühr belasten. Sie bleiben im schlimmsten Fall ohne Versicherungsschutz, wenn es besser läuft können sie eine Risikolebensversicherung abschließen, müssen dabei aber Zuschläge und/oder Ausschlüsse in Kauf nehmen.

Die Gesundheitsfragen sind dabei nicht einheitlich festgelegt. Vielmehr entscheidet jeder Versicherer für sich, was und wie er seine potenziellen Kunden fragt. Hier ist in letzter Zeit eine für viele Kunden erfreuliche Entwicklung festzustellen – denn immer mehr Anbieter bieten eine Risikolebensversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen an.

Diese sind allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft und meist für junge Leute interessant, die eine Baufinanzierung bzw. ein Hypothekendarlehen absichern möchten. So beträgt das Eintrittsalter für diese Angebote meist 45 Jahre, auch die Todesfallsumme ist begrenzt – allerdings gibt es hier große Unterschiede zwischen den Anbietern, in der Spitze wird eine Summe von bis zu 400.000 Euro angeboten. Wichtig ist in der Regel auch, dass der Abschluss des Darlehensvertrages nicht allzu weit in der Vergangenheit liegt.

Kommen die allgemeinen Bedingungen in Frage, gilt es einen Blick auf die vereinfachten Gesundheitsfragen zu schauen, um auch hier böse Überraschungen zu vermeiden. So ist es beispielsweise wichtig, dass die Fragen geschlossen formuliert sind. Beispiel: „Sind in den letzten zwei Jahren folgende Erkrankungen (...) aufgetreten“. Dies ist eine Formulierung, die den Zeitraum klar abgrenzt, der für die Versicherung interessant ist und dem Kunden wesentlich mehr Sicherheit gibt als beispielsweise unbestimmte Formulierungen wie „in der Vergangenheit“. Wer sich bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen Unsicherheit verspürt, sollte sich beim Arzt seine Krankenakte besorgen. Auch kann eine Risikovoranfrage bei verschiedenen Anbietern ein geeignetes Mittel sein.

Weitere Lebensversicherer verkünden Überschussbeteiligung

Fr, 12/08/2017 - 13:43

Mit der LV 1871 und der Württembergischen haben an diesem Freitag zwei weitere Versicherer ihre Überschussbeteiligungen für das kommende Jahr bekannt gegeben.  

Die LV 1871 (Bestand: 657.512 Verträge) gab bekannt, die Gesamtverzinsung auch im kommenden Jahr bei 3,35 Prozent konstant zu halten. Zwar werde die laufende Verzinsung von derzeit 2,55 auf 2,4 Prozent angepasst, im Gegenzug würde allerdings der Schlussüberschuss um 15 Basispunkte auf 0,95 Prozent (2017: 0,8 Prozent) erhöht (bei Verträgen gegen Einmalbeitrag auf 0,65 Prozent).  

Die Münchener demonstrieren auf diese Weise Stärke und eifern unter anderem Branchenprimus Allianz nach, der ebenfalls die Überschussbeteiligung konstant halten konnte. In den vergangenen Jahren war es bei der LV 1871 indes stets zu Kürzungen gekommen (siehe Grafik).  

Auch die Württembergische Lebensversicherung (Bestand: 2.126.104 Verträge) vermeldete am Freitag ihre Überschussbeteiligung für 2018. Das Ergebnis: Konstanz. Auch im kommenden Jahr wird die laufende Verzinsung unverändert bei 2,4 Prozent liegen. Inklusive Überschussbeteiligung kommen Kunden der klassischen Rentenversicherungen (die noch in der betrieblichen Altersversorgung angeboten werden) somit auf eine Gesamtverzinsung von knapp 2,9 Prozent. Bei den KlassikClever-Tarifen wird die Gesamtverzinsung insgesamt bei 3,2 Prozent liegen.

SPD macht Bürgerversicherung zur GroKo-Bedingung

Fr, 12/08/2017 - 11:40

Nach der Bundestagswahl noch kategorisch ausgeschlossen, hält sich die SPD nun wieder die Beteiligung an einer Großen Koalition mit der CDU/CSU offen. Hierfür stimmten die sozialdemokratischen Delegierten auf dem in dieser Woche stattfindenden Parteitag – doch in Stein gegossen ist die Fortsetzung der „GroKo“ damit noch lange nicht.  

Erst einmal haben sich die Sozialdemokraten für einige weitere Schranken ausgesprochen. Sollten die nun stattfindenden Sondierungsgespräche zu einem Erfolg führen, müsste, bevor Koalitionsverhandlungen stattfinden können, ein Sonderparteitag der SPD dies bestätigen. Die Koalitionsvereinbarung müsste zudem noch von allen SPD-Mitgliedern abgesegnet werden.     

Ob die Sondierungsgespräche allerdings überhaupt erfolgreich verlaufen, sei dahingestellt. Denn die SPD scheint unter anderem auf ihrem Konzept einer Bürgerversicherung zu verharren. „Es muss klar sein, dass es eine Bürgerversicherung und ein Gesundheitssystem für alle gibt“, erklärte Johannes Kahrs, seinerseits Chef des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.  

Parteimitglieder erwarten Bürgerversicherung

So sollen auch Beamte in diese einzahlen, wie Kahrs betonte. Von diesen sind heute rund 85 Prozent privat versichert – denn im Gegensatz zur PKV müssen sie, falls sie sich für die gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, die Beiträge komplett selber zahlen. Erst in diesem Jahr hatte der Hamburger Senat entschieden, dass seine Beamten ab August kommenden Jahres wählen dürfen.  

Kahrs machte gegenüber der dpa deutlich, dass die Sondierungsergebnisse einem Sonderparteitag standhalten müssten. Und das scheint offenbar nur möglich, wenn die SPD ein größeres Projekt umsetzen kann. „Die erwarten Inhalte und die Bürgerversicherung gehört dazu“, so Kahrs.  

Derzeit tobt in den Medien eine Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern einer Bürgerversicherung. Der PKV-Verband warf zuletzt erneut ein dunkles Bild an die Wand: Durch die Bürgerversicherung würde tausende Ärzte, Zahnärzte und Hebammen ihre Praxen schließen müssen. Medizinische Innovationen würden zudem erschwert werden, zudem würden die Wartezeiten für alle verlängert werden.  

Ins gleiche Horn stieß zuletzt auch Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery. Dieser warnte im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel vor Qualitätsverlusten für Patienten. Zudem würde die Bürgerversicherung die von der SPD dargestellte „Zwei-Klassen-Medizin“ nicht abschaffen, sondern vielmehr auslösen.

25 Lebensversicherer erhalten Bestnote

Fr, 12/08/2017 - 10:21

Der Ausblick für die deutschen Lebensversicherer gestaltet sich weiter düster – schätzt zumindest die Ratingagentur Fitch in einem aktuellen Marktkommentar ein. Auch 2018 werden die deutschen Unternehmen mit den niedrigen Zinsen und den damit verbundenen geringeren Renditen auf Kapitalanlagen zu kämpfen haben. Gleichzeitig drücken die hohen Garantiezusagen der Vergangenheit auf das Ergebnis. Seit 2008 schmelzen aus diesem Grunde die Kapitalpuffer der Lebensversicherer dahin: Ein Trend, an dem sich auch im kommenden Jahr nach Einschätzung der Fitch-Experten wenig ändern wird.  

Das Ratinghaus Morgen & Morgen glaubt aber, dass ein Großteil der deutschen Versicherer dieser Belastung standhalten kann. Hierfür haben die M&M-Analysten die „Solvency and Financial Condition Reports“ (SCFR) ausgewertet, die in diesem Jahr erstmals von den Unternehmen veröffentlicht wurden. M&M berechnete dabei eine gemeinsame Bewertungsskala für alle Unternehmen, unabhängig ob diese Übergangsmaßnahmen oder Volatilitätsanpassungen vorgenommen hatten.  

Das Ergebnis fällt für die Lebensversicherer äußerst positiv aus. So sicherten sich gleich 25 Unternehmen die Höchstwertung „Ausgezeichnet“. Hierunter befinden sich unter anderem die Aachen Münchener, die Allianz, die Alte Leipziger, die Bayerische, die Continentale, die Nürnberger und die R+V-Versicherung.  

Nur 8 Unternehmen mit "Bestanden"

Zehn weitere Unternehmen bekamen die Benotung „sehr gut“ verliehen. Hierunter fanden sich die Helvetia, die Ideal, die Stuttgarter und der Volkswohl Bund. Mit „Bestanden“ mussten sich acht weitere Lebensversicherer begnügen, hierunter die Basler, die Barmenia, die Gothaer und die Debeka (das vollständige Ergebnis finden Sie hier).  

Zahlreiche Unternehmen stellten hingegen nicht die erforderlichen Daten zur Verfügung, hierunter die HDI, Iduna Leben, Generali, die LVM oder die WGV.  

Das erfreuliche Ergebnis steht dabei in einem deutlichen Widerspruch zu einer Untersuchung, die der Bund der Versicherten (BdV) zusammen mit dem Analysten Carsten Zielke (Zielke Research Institut) erstellt hatte. Von den 84 untersuchten Lebensversicherern konnten nur 16 im Hinblick auf Solvenz überzeugen.

Zudem wurde den meisten Unternehmen vorgeworfen, in ihrer Solvenzberichten intransparent zu agieren. „Bei fast allen Unternehmen sehen wir dringenden Handlungsbedarf“, fasste BdV-Chef Axel Kleinlein die Studienergebnisse damals zusammen.

So krank sind die Deutschen

Fr, 12/08/2017 - 08:00

Wer an einem Montagmorgen in ein stets voll besetztes Wartezimmer beim Hausarzt um die Ecke blickt, wird dieser Nachricht wohl keinen Glauben schenken – doch die Forscher vom Robert-Koch-Institut, die etliche Gesundheitsdaten über die Deutschen zusammengetragen haben, sind sich ihrer Sache sicher: Die Deutschen werden gesünder.

Laut neuestem „Gesundheit in Deutschland“-Bericht (2015) steigt die Lebenserwartung der Deutschen an (mittlere Lebenserwartung bei Frauen: 83 Jahre, bei Männern: 78 Jahre), zudem nimmt die Zahl der Deutschen ab, die an Schlaganfällen, Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen versterben. Rund drei Viertel der Deutschen bewerteten ihren eigenen Gesundheitszustand mit „gut“ bzw. gar „sehr gut“ – mit „schlecht“ bzw. „sehr schlecht“ bewerteten nur drei Prozent ihre Gesundheit.

Allerdings, das zeigt die Studie auch, ist die Frage der Gesundheit auch immer eine der sozialen Verhältnisse. Denn Männer und Frauen mit nur geringem Einkommen, niedriger Bildung oder Berufen mit schlechten Arbeitsbedingungen verfügen über eine geringere Lebenserwartung als ihre sozial bessergestellten Landsleute. So berechneten die Robert-Koch-Forscher zwischen der niedrigsten und höchsten Einkommensgruppe Unterschiede bei der Lebenserwartung (ab Geburt) Unterschiede von 8,4 Jahren bei Frauen und 10,8 Jahren bei Männern. Grund hierfür seien unter anderem Unterschiede beim spezifischen Krankheits-Wissen bzw. auch bei den Fähigkeiten, diese zu bewältigen. So nehmen Diabetiker mit niedriger Bildung etwa seltener an Diabetikerschulungen teil.

Allgemein stellte das Robert-Koch-Institut zwar einen Rückgang bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen fest, dennoch bleiben Krankheiten der Herzkranzgefäße Todesursache Nummer eins – bei Männern, als auch bei Frauen. Ansonsten lassen sich bei den Todesursachen zwischen den beiden Geschlechtern einige interessante Unterschiede feststellen. So sind Unfälle bei Männern insgesamt für 2,6 Prozent der Todesfälle verantwortlich – bei Frauen tauchen sie unter den zehn häufigsten Todesursachen nicht auf.

Gemeinsam haben beide Geschlechter auf jeden Fall den Anstieg an Diabetes-Fällen, genauer Diabetes mellitus. Ursache hierfür ist unter anderem die Tatsache, dass viele Menschen in Deutschland übergewichtig sind: 53 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer. Als adipös gelten gar 24 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer. Insbesondere die Häufigkeit von Adipositas habe sich in den vergangenen zehn Jahren bei jungen Männern erhöht, warnen die Forscher und stellen klar: Bereits Übergewicht könne mit einer Gesundheitsgefährdung verbunden sein.

PKV: 8 Anbieter mit Höchstwertung

Do, 12/07/2017 - 11:20

Produktuntersuchungen und Tarifanalysen mit Musterkunden sind gefragt; sie versprechen Orientierung. Neben Ratings im LV-Bereich gibt es derzeit auch aktuelle Untersuchungen von Privaten Krankenversicherungen. So analysierte der Bund der Versicherten (BdV) und das Analysehaus Zielke die Solvenzberichte von 40 privaten Krankenversicherern. Auch das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) widmete sich kürzlich der „wirtschaftlichen Gesundheit“ von privaten Krankenversicherern und deren Kapitalanlage- und Beitragspolitik.

Ein Problem bei solchen kennzahlgestützten Auswertungen ist, die verfügbaren Kennzahlen in ein sinnvolles Gesamtbild zu überführen, Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zu berücksichtigen und die Werte „richtig“ zu interpretieren. Bei softfair ist man sich dessen bewusst und hat die eigene Vorgehensweise ausführlich beschrieben. Welche Kennzahlen wichtig sind, hat auch PKV-Experte Hagen Engelhard im profino-Webinar dargestellt. Er nannte neben dem versicherungstechnischen Ergebnis und der Nettoverzinsung auch die RfB- und die Eigenkapital-Quote.

softfair-Rating-Ergebnisse

In der Ergebnisdarstellung ist softfair um Übersichtlichkeit bemüht und vergibt Eulenaugen. Die Höchstwertung mit fünf Eulenaugen erreichten bei diesem Rating (Stand 10/2017) in alphabethischer Reihenfolge:

  • Allianz Private Krankenversicherungs-AG
  • Alte Oldenburger Krankenversicherung AG
  • Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G.
  • HanseMerkur Krankenversicherung AG
  • INTER Krankenversicherung AG
  • LVM Krankenversicherungs-AG
  • Provinzial Krankenversicherung Hannover AG
  • SIGNAL Krankenversicherung a. G.

Verglichen mit dem Vorjahr verbessern sich Allianz, LVM und HanseMerkur, während DEVK ein Bewertungsauge verlor.

Nürnberger senkt Zinsen erneut

Do, 12/07/2017 - 11:05

Die Zahl der Lebensversicherer, die bereits ihre Überschussbeteiligung für das kommende Jahr bekannt gegeben haben, erhöht sich. An diesem Donnerstag folgte mit der Nürnberger ein weiterer Versicherer.  

Die Franken (LV-Bestand: 2.684.041 Verträge) gaben bekannt, bei ihren klassischen Tarifen die laufende Verzinsung auf 2,5 Prozent zu senken. Damit senkt das Unternehmen hier die Verzinsung bereits im vierten Jahr in Folge. Zum Vergleich: 2013 hatte die Verzinsung noch bei vier Prozent gelegen.  

Auch der Schlussüberschuss erfuhr eine Kürzung, diese fällt allerdings marginal aus. So liegt der Schlussüberschuss im kommenden Jahr bei circa 0,28 Prozent, in diesem Jahr hatte er noch 0,31 Prozent betragen. Damit sinkt die Gesamtverzinsung insgesamt auf 2,78 Prozent.  

Anders sieht es indes bei den Konzept-Tarifen aus. Bei den entsprechenden Rentenversicherungen soll es 2018 eine Gesamtverzinsung von 6,6 Prozent geben – in diesem Jahr waren es noch 4,8 Prozent gewesen.   Neben der Nürnberger haben auch bereits die Alte Leipziger, die Axa, die Allianz und die Ideal ihre Überschussbeteiligungen für das kommende Jahr bekannt gegeben.

RLV-Gesundheitsfragen: Wann ist Krankheit eine Bagatelle?

Do, 12/07/2017 - 09:49

Oftmals kommt es bei der Beantwortung von Gesundheitsfragen zu Fehlern. Im schlimmsten Fall wirft der Versicherer dem Kunden dann Arglist vor und kommt somit um den Leistungsfall herum. Doch wann kann wirklich von Arglist gesprochen werden? In einem aktuellen Urteil kam das OLG Düsseldorf (I-4 U 145/16) dabei zu einer Versicherungsnehmer-freundlichen Auslegung.    

Was war passiert?  

Eine Frau war 2014 an Krebs verstorben. Jahre zuvor, im Dezember 2005,  hatte sie eine Risikolebensversicherung abgeschlossen, als Bezugsberechtigten hatte sie ihren Ehemann angegeben. Zum Todeszeitpunkt betrug die Versicherungssumme 249.964 Euro.  

Bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen war sie von ihrem Versicherungsmakler unterstützt worden. Unter den Gesundheitsfragen fand sich auch folgende:  

„Sind Sie in den letzten 5 Jahren ambulant untersucht, beraten oder behandelt worden (z.B. bezüglich Herz oder Kreislauf, Bluthochdruck, Atmungs-, Verdauungs-, Stoffwechsel-, Harn- oder Geschlechtsorgane, Leber, Rückenmark, Drüsen, Milz, Blut, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Geschwülste, Augen, Ohren, Haut, Knochen, Muskeln, Gelenke, Wirbelsäule, rheumatischen, Rückenschmerzen, Nerven, Gehirn, Geist, Gemüt, Depressionen, Infektionskrankheiten, Tuberkulose, Allergien)? Wann, weshalb, von wem? Eine Behandlung wegen einer Erkältungskrankheit ist nicht anzugeben."  

Die Frau war allerdings unmittelbar vor dem Abschluss der Risikolebensversicherung in ärztlicher Behandlung wegen eines Asthma bronchiale, das sie homöopathisch behandeln ließ. Darüber hinaus litt die Frau gelegentlich an Sodbrennen, hatte sich deswegen im Jahr 2001 einer Magenspiegelung unterzogen. Im Juli 2005 hatte die Frau aufgrund eines Erschöpfungsgefühls ihre Laborwerte überprüfen lassen.  

Nach dem Tod der Frau holte die Versicherung sich Auskünfte bei der Krankenversicherung der Frau sowie einigen Ärzten. Hierbei stieß sie auf oben genannten Behandlungen. Daraufhin warf die Versicherung der Frau Arglist vor und erklärte den Versicherungsvertrag für nichtig. Hätte man stattdessen von den Behandlungen der Frau gewusst, wären die Versicherungsprämien doppelt so hoch gewesen, argumentierte die Versicherung.  

Der Ehemann der Frau erklärte indes, dass der Versicherungsmakler seine Frau darauf hingewiesen habe, dass Bagatellerkrankungen nicht erwähnt werden müssen. Und als solche habe seine Frau die Erkrankungen eingestuft. So sei der Grund für das Sodbrennen beispielsweise ein kleiner Schleimhauteffekt gewesen, der mit Säurehemmern schnell gelindert werden konnte. Die Erschöpfung sei durch Stress im Studium bzw. bei der Promotion sowie der Geburt des Kindes zustande gekommen, weswegen die Frau vorsichtshalber ihre Laborwerte hatte untersuchen lassen. Sie sei deswegen nicht medikamentös behandelt worden, auch die Asthma bronchiale nicht, die homöopathischen Mittel mal ausgenommen.  

Die Frau habe also nicht angenommen, durch das Verschweigen dieser Erkrankungen Einfluss auf die Entscheidung der Versicherung zu nehmen. Dies wäre aber die Voraussetzung für den Vorwurf der Arglist.   Der Fall landete vor Gericht.

Seite 1: Ärger mit den Gesundheitsfragen
Seite 2: So entschieden die Düsseldorfer Richter

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Das Urteil  

Nachdem die Vorinstanz noch zu Gunsten der Versicherung entschieden hatte, hob das OLG Düsseldorf das Urteil wieder auf. Zwar habe die Frau die Gesundheitsfragen falsch beantwortet und könne sich hierbei auch nicht auf den Makler berufen – schließlich stehe der selbst in ihrem Lager. Allerdings könne die Versicherung den Vorwurf der Arglist nicht beweisen.  

Arglistig täusche allerdings nur, wem bei der Beantwortung der Fragen nach dem Gesundheitszustand auch bewusst ist, „dass die Nichterwähnung der nachgefragten Umstände geeignet ist, die Entschließung des Versicherers über die Annahme des Vertragsangebots zu beeinflussen“, so die Düsseldorfer Richter.  

Oftmals beantworten Versicherungsnehmer die Gesundheitsfragen jedoch nicht aus Arglist falsch, sondern aus falsch verstandener Scham, Gleichgültigkeit oder Trägheit. Es müsse somit vom Versicherer bewiesen werden, dass die Versicherungsnehmerin aus Arglist gehandelt habe. Nach Befragung von Zeugen (der Ehemann, die behandelnden Ärzte) kam das Gericht allerdings zu dem Schluss, dass die Frau die erwähnten Behandlungen schlicht als Bagatellen abgetan hatte und deswegen nicht erwähnt hatte. Für den Vorwurf der Arglist seitens des Versicherers, den dieser nicht beweisen konnte, fand das Gericht keine Anzeichen.

Bagatelle oder nicht?

„Es ist für den durchschnittlichen Versicherungsnehmer ohne weiteres einleuchtend, dass bloße alltägliche Bagatellbeschwerden, die weit verbreitet sind, bereits in die Tarife einbezogen sind und als solche keinen Einfluss auf die Willensbildung des Versicherers haben“, so das Gericht.  

So sei Sodbrennen beispielsweise eine in der Bevölkerung weit verbreitete Erkrankung. Auch dass die Frau eine Magenspiegelung verschwieg, wertete das Gericht nicht als Arglist, da die Untersuchung keinen schwerwiegenden Befund lieferte.  Auch Atembeschwerden während der Heuschnupfenzeit seien nichts Besonderes.  

Zudem seien die Auswirkungen der unzutreffenden Angaben der Ehefrau im Hinblick auf die Vertragsgestaltung eher gering, befanden die Richter. Einer Zeugenaussage zufolge hätte der Risikoaufschlag monatlich 40,25 Euro betragen. Da die Beiträge der Frau mit monatlich 58,52 Euro eher gering waren, wäre „das Resultat einer zutreffenden Gesundheitsauskunft wenig spürbar gewesen“, so das Gericht.  

Die Versicherung müsse deswegen 246.964 Euro an den Ehemann der verstorbenen Frau zahlen, urteilte das OLG. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

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Zurich und Münchener Verein besetzen Posten neu

Do, 12/07/2017 - 08:42

Von Mexiko nach Deutschland: Yves Betz, derzeit Head Commercial Insurance in Mexico, wird ab Februar 2018 neuer Vorstand Commercial Insurance Deutschland. Betz studierte in St. Gallen und Chicago. Seit 1997 ist er für Zurich tätig und verfügt über „umfassende internationale Expertise im Versicherungsumfeld, insbesondere im Industriekundengeschäft“, wie der Konzern mitteilte.

Nötig wurde die Neubesetzung, weil Christoph Willi von Zurich zur Basler wechselte. Dass Zurich den Nachfolger aus den eigenen Reihen gewinnen konnte, sieht Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender von Zurich in Deutschland, als Ausdruck der breiten Talentbasis bei Zurich.

Münchener Verein: Aufgabenzuwachs für Breitmoser

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe hat die Position des Chief Customer Officer neu geschaffen. Dessen Aufgabe wird es u.a. sein, einheitliche Prozesse, Standards und Vorgehensweisen in allen Versicherungssparten zu etablieren, teilte der Versicherer mit.
Zum 01.01.2018 wird Rainer Breitmoser (49) die neu geschaffene Position übernehmen. Der Volljurist ist schon seit über 20 Jahren bei dem Münchener Vorsorge- und Pflegespezialisten in verschiedenen Führungspositionen tätig, zuletzt als Leiter des Fachbereiches Service. In seiner neuen Funktion verantwortet er nun zusätzlich zu seinem bisherigen Aufgabengebiet auch den Service der Versicherungssparten Kranken, Leben und HUK/Sachversicherung und berichtet an Vorstandsmitglied und Chief Operating Officer Dr. Martin Zsohar.

Hinweis:
Der ursprüngliche Artikel wurde nachträglich ergänzt.

Werte vererben, keine Schulden

Do, 12/07/2017 - 07:00

Die Zinsen sind auf einem historischen Tief, die Konjunktur in Deutschland brummt und mit ihr die Einkommenserwartungen der Bürger. Deshalb wagen aktuell so viel Deutsche den Schritt und erfüllen sich den Traum von den eigenen vier Wänden.

Die wenigsten verfügen allerdings über genug Eigenkapital in der benötigten Höhe, weshalb Bauherren rund 80 Prozent der Baukosten mit Hilfe ihrer Bank finanzieren müssen. Wenn dann aber der Hauptverdiener der Familie plötzlich stirbt, kommt zum Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen schnell auch die Frage nach der finanziellen Zukunft auf. Das gilt insbesondere, wenn noch hohe Zahlungsverpflichtungen aus einem Baudarlehen bestehen.

Die Hannoversche macht diese wichtige Absicherung für Häuslebauer einfach: Sie bietet jetzt eine Risiko-LV mit vereinfachter Gesundheitsprüfung für alle Immobilien- und Praxisfinanzierungen an. Dabei ist es egal, ob der Kunde sich für Tarife mit linear oder fallenden Versicherungssummen entscheidet.

Das Highlight: Bis zu einer Absicherungssumme von 400.000 Euro kann bereits die Beantwortung von nur zwei Gesundheitsfragen ausreichen. In der Premiumvariante, der Risikoversicherung Exklusiv, erhalten Kunden einen zusätzlichen Schutz für den Fall schwerer Erkrankungen (Dread Disease). Bei Krebs, Schlaganfall oder Herzinfarkt erhalten sie eine zusätzliche Leistung von zehn Prozent der Versicherungssumme. Hinzu kommen umfangreiche Nachversicherungskonzepte und Erhöhungsgarantien.

Infos unter www.hannoversche-partner.de

Rente: Deutsche vertrauen weiter auf den Staat

Mi, 12/06/2017 - 16:32

Man ist so jung wie man sich fühlt, heißt es so schön. Das mag stimmen. Der ordinäre Renteneintritt ereilt uns dann aber doch alle ungefähr im selben Alter. Bis dahin sollte man sich überlegt haben, woher die Einkünfte im Ruhestand kommen und ob sie bis zum Lebensabend reichen.

Weltweit gehen die Menschen davon aus, dass staatliche Renten und Pensionen alleine als Einnahmequellen im Alter nicht ausreichen werden. Das geht aus einer Umfrage unter 22.000 Anlegern aus 30 Ländern hervor, die von der Schroder Investment Management GmbH aus Frankfurt durchgeführt wurde.

Zwar sehen 19 Prozent der Menschen staatliche Bezüge als wichtigste Einnahmequelle und damit auf Platz Zwei hinter Ersparnissen und Geldanlagen (20 Prozent). Andere, ebenfalls nichtstaatliche Einnahmequellen wie bAV (18 Prozent), private Altersvorsorge (12 Prozent) oder Einkünfte aus Immobilien (7 Prozent) werden von ihnen aber ebenfalls schwer gewichtet. Dies unterstreicht die hohe Eigenverantwortung, die mittlerweile weltweit in Sachen Altersvorsorge von den Menschen zu tragen ist.

Die Deutschen ticken anders

In Deutschland sieht man das anders. Die Aufschlüsselung der Umfrageergebnisse zeigt, dass man sich hierzulande deutlich mehr auf staatliche Renten und Pensionen (34 Prozent) verlässt als im internationalen Durchschnitt. Erst weit dahinter folgen Ersparnisse und Geldanlagen (17 Prozent) sowie bAV (13 Prozent).

Das große deutsche Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung spiegelt sich auch an anderen Stellen im internationalen Vergleich wider. So sparen die Anleger weltweit durchschnittlich 11,4 Prozent ihres Einkommens fürs Alter. Gleichzeitig glauben sie aber, dass sie lieber 13,7 Prozent sparen sollten, um im Ruhestand angenehm leben zu können. Deutsche bringen hingegen nur 10,5 Prozent ihres Einkommens auf die Seite und glauben, dass 12 Prozent besser wären.

Diese Werte verwundern ein wenig. Denn trotz ihres unterdurchschnittlichen Sparverhaltens gehen 71 Prozent der Deutschen davon aus, ihre Ruhestandsbezüge für ein angenehmes Leben im Alter ausreichen werden. Ihre Bestätigung holen sie sich möglicherweise von den Generationen, die sich bereits im Ruhestand befinden: Vier von fünf deutschen Rentnern gaben an, dass ihre Bezüge für einen angemessenen Lebensstandard ausreichen. Zudem wünschen sich nur 43 Prozent von ihnen, dass sie mehr fürs Alter gespart hätten – der zweitniedrigste Wert der gesamten Umfrage. 

Die vollständigen Umfrageergebnisse gibt es hier

Versicherung im Web: Wie sieht der Nutzer, was ihn interessiert?

Mi, 12/06/2017 - 13:28

Zum 21. Mal hat der AMC die Internetauftritte deutscher Versicherungen untersucht. Zwischen August und Oktober 2017 wurden 126 Websites analysiert – fünf mehr als im Vorjahr. Auch bei den geprüften Bereichen gab es leichten Zuwachs. Die sechs im letzten Jahr geprüften Hauptbereiche (Unternehmenspräsentation, Leistungsspektrum, Beratungsleistung, Vertrieb, Service und Präsentation) wurden um den Prüfbereich „Dialog & Kontakt“ erweitert. Wie auch bei den anderen Bereichen wurden dann rund 90 Unterkriterien pro Website untersucht. Studienleiterin Désirée Schubert dazu gegenüber procontra: „Bei der Veränderung der Kriterien haben wir in diesem Jahr vor allem darauf geschaut, wie umfassend und präsent die Kontakt-Optionen auf den Websites der Versicherer waren. So bieten etwa 30 Prozent der Versicherer aktuell einen Live-Chat; Support und Hilfe-Foren sind zu finden ebenso wie Mitmach-Plattformen, aber auch erste Video-Live-Beratungen.“ Beispielhaft nennt Schubert den Arag-Denkraum und Melanie, die virtuelle Versicherungsexpertin der Hannoverschen.

Relevanz ist wichtiger geworden

In dieser Auflage der Studie sei zudem zu beobachten gewesen, dass das Thema „Relevanz“ für Versicherer wichtiger geworden ist, berichtet Schubert gegenüber procontra. Was also tun Versicherer, damit Nutzer auch wirklich das zu sehen bekommen, was sie wollen und brauchen? „Themen- und oder Bedarfsfilter helfen dabei“, so Schubert. „Aber auch Microsites zum Beispiel für junge Leute inklusive Produktwelt und hilfreichen Informationen.“ Wie bedarfsgerechter Aufbau von Produktinformationen aussehen kann, zeigt ein Beispiel der R+V Versicherung. „Hier können Nutzer im Bereich der Risiko-Unfallversicherung entscheiden, welche Informationsdichte gerade am besten passt“, hebt Schubert hervor.

23 Sieger

Insgesamt erreichten 23 Websites (18 Prozent der untersuchten Seiten) in diesem Jahr über 90 Prozent der angesetzten Kriterien.

  • Allianz
  • ARAG
  • AXA
  • Barmenia
  • CosmosDirekt
  • DEVK
  • Die Bayerische
  • DKV
  • ERGO
  • ERGO Direkt
  • Hannoversche
  • HDI
  • HUK-Coburg
  • Nürnberger
  • Öffentliche Versicherung Bremen
  • Öffentliche Braunschweig
  • Öffentliche Oldenburg
  • R+V
  • SV Sachsen
  • Sparkassenversicherung
  • Versicherungskammer Bayern
  • VGH Versicherungen
  • Zurich

Die vollständige Studie kann über den AMC bestellt werden.

Weiterbildungspflicht: Innendienst auf IDD-Kurs

Mi, 12/06/2017 - 11:51

Die IDD regelt unter anderem auch die Weiterbildungspflicht für Vermittler. Hier ist vieles noch unklar, beispielsweise ein Nachweis der Teilnahme oder eine Lernerfolgskontrolle. Zudem betrifft die Weiterbildungspflicht alle Mitarbeiter, die im Versicherungsvertrieb tätig sind. Dieser Umstand wird sowohl für die Mitarbeiter von Maklerbetrieben als auch für viele Angestellte von Versicherungsunternehmen noch einigen Aufwand bedeuten.

Allerdings ist die berufsbegleitende Weiterbildung für die Innendienstangestellten kein Fremdwort. Im Jahr 2016 hat sich jeder Innendienstmitarbeiter im Durchschnitt 26,4 Stunden weitergebildet. Das ist nicht nur deutlich mehr als von der IDD gefordert (15 Stunden), sondern liegt auch über dem Schnitt aller anderen Branchen (17,3 Stunden).

Lernen während der Arbeitszeit

Zu diesen Ergebnissen sind der Versicherungs-Arbeitgeberverband (AGV), das Berufsbildungswerk (BWV) und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Sonderumfrage zum Stand der Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft gekommen. Sie haben dazu Rückmeldung von 51 Versicherern erhalten, die 71,4 Prozent aller Arbeitnehmer im Innendienst repräsentieren.

Ob sich die Gesamtheit der geleisteten Weiterbildungsstunden gleichmäßig auf alle Mitarbeiter verteilt, geht aus der Erhebung nicht hervor. Beispielsweise kommt ein Angestellter, der am zweijährigen Lehrgang zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen teilnimmt, alleine schon auf etwa 200 Unterrichtsstunden pro Jahr und würde damit die Quote für sieben seiner Kollegen gleich miterfüllen. Allerdings heißt es in der Umfrage, dass 93 Prozent aller Lehrgänge während der Arbeitszeit stattfinden – was bei sehr zeitaufwendigen Kursen wie Fachwirt und Studium nicht der Fall ist.

Über 2.000 Euro pro Mitarbeiter

Besonders hoch im Kurs stehen Lehrveranstaltungen, die die Versicherer selbst durchführen. Auf sie entfallen rund 40 Prozent der aufgewendeten Weiterbildungszeit. Externe Lehrveranstaltungen machen knapp 25 Prozent der Stunden aus. Der Rest verteilt sich auf Lernen im Prozess der Arbeit, selbstgesteuertes Lernen mit Medien und Besuche von Informationsveranstaltungen.

Das von den Versicherern am häufigsten genannte Motiv für die Weiterbildung ist die Qualifikation der Mitarbeiter für den Umgang mit neuen Technologien. Es folgen der Effekt der Fachkräftesicherung, die Förderung der überfachlichen Kompetenz und die Erhöhung der Produktivität. Das lassen sich die Unternehmen auch verhältnismäßig viel kosten. Die Summe der direkten (konkrete Kursgebühren oder Reisekosten) und indirekten (Ausfall der Arbeitszeit) Weiterbildungskosten lag im Jahr 2016 bei 2.123 Euro pro Innendienstmitarbeiter – und betrug damit das Doppelte wie im Schnitt aller anderen Branchen. 

Die vollständige Weiterbildungsumfrage gibt es hier als PDF.

Lebensversicherung: Direktvertrieb erlebt „dramatischen Einbruch“

Mi, 12/06/2017 - 10:42

Fernabsatz und Direktvertrieb – mit diesen Worten kann man in den Chefetagen von Versicherungen Augen zum Glänzen bringen. So zeigt der jüngste Vertriebswege-Survey von Willis Towers Watson die Hoffnungen, die damit verbunden werden. 100 bzw. 89 Prozent der Befragten erwarten für Online-Vergleichsportale und Direktvertrieb eine gleichbleibende oder steigende Bedeutung für den Gesamtmarkt. Sie messen diesen Vertriebswegen das größte Wachstumspotenzial zu. Dass diesem Vertriebskanal von Versicherern viel Bedeutung zugemessen wird, zeigt sich auch an der Auseinandersetzung mit dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) um die Regelungen zum Fernabsatz bei der IDD.

Direktvertrieb: „dramatischer Einbruch“

Doch wird der Direktvertrieb überschätzt? Denn die Studie zeigt auch, dass der Direktvertrieb im Bereich der Lebensversicherungen nicht die Bedeutung erreicht, die ihm zugesprochen wurde. Von „dramatischem Einbruch“ spricht Studienleiter Ulrich Wiesenewsky und nennt Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Direktversicherer am Neugeschäft um circa 25 Prozent zurückgegangen. Noch deutlicher wird es im Drei-Jahres-Vergleich: 40 Prozent weniger.

„Es zeigt sich einmal mehr, dass sich der Absatz über elektronische Kanäle eher für standardisierte und Pull-Produkte, also aktiv nachgefragte Produkte, eignet“, sagt Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson in Deutschland. „In der Lebensversicherung dagegen müssen Produkte meist ein Leben lang halten und die Angebote sind komplex und erklärungsbedürftig – daraus ergibt sich ein hoher Beratungsbedarf, so dass Kunden schon immer und auch künftig an eine Bedarfssituation durch einen Berater herangeführt werden müssen.“

SDK und myLife steigen bei Maklerpool BCA ein

Di, 12/05/2017 - 15:03

Der Maklerpool BCA AG gewinnt zwei strategische Partner, aber gleichzeitig auch Miteigentümer hinzu. Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) und die auf Netto-Tarife spezialisierte myLife Lebensversicherung AG haben jeweils einen Anteil in Höhe von 10 Prozent minus einer Aktie übernommen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht und die Durchführung der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamtes.

Die verkauften Anteile an BCA, der zu den größten deutschen Maklerpools zählt, kommen von der bbg Betriebsberatungs GmbH aus Bayreuth. Der DKM-Veranstalter hielt bislang 46,54 Prozent der BCA-Aktien. Nach dem Verkauf an SDK und myLife bleibt die bbg mit noch 26,56 Prozent der Anteile weiterhin größter Aktionär. Ebenfalls 9,99 Prozent halten:

  • Barmenia Krankenversicherung     
  • Ideal Lebensversicherung     
  • Signal Iduna Holding     
  • Stuttgarter Holding     
  • Volkswohl Bund

Zudem befinden sich 3,33 Prozent im Eigentum der BCA AG und 0,18 Prozent in Streubesitz.

Der Maklerpool will im kommenden Jahr seinen Vertrieb konsequent ausbauen. Die Auswahl von SDK und myLife als neue Anteilseigner scheint auch unter diesem Gesichtspunkt getroffen worden zu sein. „Die Vorstellungen, Visionen, Qualitätsansprüche und Ziele beider Unternehmen passen vortrefflich zu unserer eingeschlagenen Wachstumsstrategie und werden die BCA AG weiter stärken“, erklärte der BCA-Vorstandsvorsitzende Rolf Schünemann. Schünemann hatte im August Oliver Lang überraschend als BCA-Chef abgelöst

Hannoversche: mehrfach ausgezeichnet

Di, 12/05/2017 - 14:25

Sehr gute Substanzkraft, sehr gute Produktqualität und exzellenter Service – so lautet das Urteil des Qualitätsratings des Deutschen Instituts für Servicequalität (DFSI) über den Direktversicherer Hannoversche, die damit zu den besten Direktversicherern 2017 zählt. Die Redaktion des renommierten Branchendienstes „Map-Report“, vergibt die Top-Bewertung „mmm - Ausgezeichnet für hervorragende Leistungen“ in seinem aktuellen Biometrie-Rating (Nr. 897, 11/2107). 

Dass die Risikolebensversicherung auch bei Vermittlern hoch im Kurs steht, zeigt sich an den Ergebnissen einer Umfrage unter Vermittlern von procontra. Sie wählten die Hannoversche unangefochten auf Platz 1 bei „Maklers Lieblingen 2017“ im Segment der Risikolebensversicherungen.  Und das bereits zum zweiten Mal in Folge. 

Aber auch mit der Unternehmenssolidität können die Niedersachsen punkten: Standard & Poor’s hat das Rating für die Hannoversche erstmals auf A+ angehoben. Besonders erfreulich: Das Rating hat sich damit trotz des anhaltend schwierigen Zinsumfelds sogar noch verbessert. Das vorteilhafte Risiko-/Rendite-Profil der Hannoverschen zahlt sich damit aus. Die Kapitalausstattung im risikoorientierten Aufsichtssystem Solvency II ist sehr komfortabel und im Marktvergleich weniger zinsabhängig. Ebenfalls positiv wirkte sich die Struktur als Versicherungsverein aus: Bei der Hannoverschen bleiben die Gewinne zu 100 Prozent im Konzern – und dienen zur langfristigen Erfüllung der Kundenansprüche.

Auch die kundenorientierte Ratingagentur Assekurata bestätigt zum sechsten Mal in Folge die Bestnote A++ („exzellent“). In allen vier gerateten Teilbereichen. Mit anderen Worten: Die Hannoversche ist beim Thema Sicherheit, Erfolg, Kundenorientierung und Wachstum/Attraktivität am Markt jeweils „exzellent“.

Vertrieb: Makler verkaufen mehr Lebensversicherungen

Di, 12/05/2017 - 14:12

Wie hat sich der Absatz von Lebensversicherungen nach dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) und angesichts der anhaltenden Niedrigszinsphase entwickelt? Der Vertriebswege-Survey für die Lebensversicherung von Willis Towers Watson gibt darüber Auskunft.

Demnach sank das Neugeschäftsvolumen nach APE (Summe aus laufenden Prämien plus 10 Prozent der Einmalprämien) in der Lebensversicherung 2016 um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei lag das Einmalbeitragsgeschäft nur noch leicht im Minus (-4,1 Prozent) und lieferte mit 24,8 Mrd. EUR das vierthöchste Neugeschäftsergebnis bei Einmalbeiträgen überhaupt. Das Neugeschäft gegen laufende Beiträge konnte sogar leicht zulegen auf 3,6 Mrd. EUR (+ 0,7 Prozent).

Maklervertrieb am erfolgreichsten

Mit 29 Prozent Anteil waren Makler der erfolgreichste Vertriebsweg und verdrängten den Bankvertrieb, der deutliche Verluste hinnehmen musste. Dennoch liegt der Bankvertrieb mit 28,6 Prozent recht nah an den führenden Maklern. Der Anteil der AO im Gesamtmarkt liegt mit 27,2 Prozent nur unwesentlich niedriger als im Vorjahr. In den meisten Produktkategorien ergaben sich für die AO nur geringfügige Verschiebungen. Lediglich in den beiden vergleichsweise kleinen Produktgruppen der geförderten Riester- und Basisrenten verlor die AO bis zu 4 Prozentpunkte.
„Der Kostendruck ist weiterhin hoch, das spürt auch der Vertrieb: Seit 2011 reduziert sich die Anzahl der Versicherungsvermittler stetig, vor allem bei den gebundenen Vermittlern der AO“, kommentierte Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson in Deutschland.

Darum sind Makler erfolgreich

Die Gründe für den Erfolg der Makler benennt die Studie ebenfalls. So sei der Absatz von fondsgebundenen Produkten gewachsen. Und in diesem Bereich seien Makler besonders stark. Auch in den Segmenten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und betriebliche Altersversorgung (bAV) konnten Makler ihren Marktanteil in Höhe von mehr als 50 Prozent weiter ausbauen. Erstmalig kam das Einmalbeitragsgeschäft als treibender Faktor hinzu. „In einem schrumpfenden Markt haben die unabhängigen Vermittler ihr Verkaufsvolumen fast gehalten und damit auch dort ihren Marktanteil erhöht“, so Ulrich Wiesenewsky, Leiter Distribution Services bei Willis Towers Watson und verantwortlich für die Vertriebswegestudien.

Erfolg wird nicht von Dauer sein

Doch von einem dauerhaften Erfolg der Makler geht Klüttgens nicht aus. Letztlich sei damit zu rechnen, dass sich die Vergütungsstrukturen zu Ungunsten der Makler entwickeln, sagte er. „Das LVRG ]war der erste Schritt, die IDD 2 wird 2018 kommen und weiteren Anpassungsbedarf für die Vertriebslandschaft mit sich bringen.“

Axa hält Beteiligung konstant

Di, 12/05/2017 - 13:38

Nachdem die Allianz am Montag als erster der großen Lebensversicherer die Überschussbeteiligung fürs kommende Jahr bekannt gegeben hat, zieht mit der Axa (Bestand: 2.838.199 Verträge) ein weiterer namhafter Lebensversicherer nach. Wie auch die Allianz wird die Axa sowie die zum Unternehmen gehörende Tochter DBV Deutsche Beamtenversicherung die laufende Verzinsung im kommenden Jahr konstant halten. Mit einer laufenden Verzinsung von 2,9 Prozent kommen Axa und DBV zuzüglich des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung auf eine Gesamtverzinsung von 3,4 Prozent.

In den vergangenen Jahren hatte die Axa die Überschussbeteiligung immer weiter gesenkt. Betrug sie 2015 noch 3,4 Prozent, sank sie 2016 auf 3,1 Prozent, ein Jahr später dann auf 2,9 Prozent. Und dieser Wert soll nun konstant bleiben - zumindest für das kommende Jahr.

„Trotz schwieriger Kapitalmarktbedingungen konnten wir unsere Finanzstärke und Ertragskraft stärken", so Dr. Patrick Dahmen, verantwortlich für das Lebensversicherungsgeschäft im Vorstand der AXA Konzern AG. „Von dieser Stabilität profitieren unsere Kunden durch eine laufende Verzinsung über dem Marktdurchschnitt. Gleichzeitig schaffen wir so die Voraussetzungen für weiterhin starke und stabile Renditechancen bei unseren Altersvorsorgeprodukten, insbesondere in der Relax Rente.“  

Diese sei mittlerweile das am häufigsten nachgefragte Vorsorgeprodukt des Versicherers, teilte Axa mit. Seit 2014 hat der Versicherer mehr als 150.000 entsprechende Verträge verkauft. Insgesamt hatte die Axa beim Bestand allerdings zuletzt einige Einbußen hatte hinnehmen müssen: Der Gesamtbestand sank von 2,922 Millionen auf 2,838 Millionen Verträge – ein Minus von 2,87 Prozent.  

Neben der Axa und der Allianz haben auch bereits die Alte Leipziger sowie die Ideal Versicherung ihre Überschussbeteiligungen für das kommende Jahr bekannt gegeben.

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