Übersicht der Entwicklung der Höchstbeiträge in der GKV 1970 – 2017

 

Mit dem Kabinettsbeschluss des Gesetzentwurfs zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FQWG) wird zum 01.01.2015 der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent abgesenkt, der bei Beschäftigten zur Hälfte durch den Arbeitgeber übernommen wird.

Umwandlung in prozentualen Zusatzbeitrag

Mit dem Gesetz erhalten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beitragsautonomie zurück und können ab dem 01.01.2015 – bei Beziehern gesetzlicher Renten und/oder Versorgungsbezügen ab dem 01.03.2015 – einen kassenindividuellen, prozentualen Zusatzbeitrag erheben, den das versicherte Krankenkassenmitglied allein zu zahlen hat. Das wesentliche Ziel des Gesetzes ist die Erhebung eines prozentualen, vom Einkommen abhängigen Zusatzbeitrages anstelle des bisherigen pauschalen Beitrags. Den Zusatzbeitrag werden alle Krankenkassen erheben, die mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen.

Trotz der Beitragssenkung zum 01.01.2015 wird sich die Beitragslast der gesetzlich Krankenversicherten insgesamt nicht wesentlich verringern. Dies ergibt sich aus dem jetzt veröffentlichten "durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz in Höhe von 0,9 Prozent" der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2015. Damit entspricht der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2015 genau der Höhe des bisherigen – zum 31.12.2014 wegfallenden – Sonderbeitrags (Zuschlag für Zahnersatz und Krankengeld/Lohnfortzahlung) für GKV-Mitglieder.

Für das Jahr 2017 hat das Bundesgesundheitsministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Höhe von 1,1 Prozent festgelegt. Damit steigt der durchschnittliche allgemeine Beitragssatz auf 15,7 Prozent.

 

Die Entwicklung der Höchstbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung 1970 – 2017

 

 

Legende
(1) Zu zahlender Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (KV)
(2) Zu zahlender Zusatzbeitrag (ZB)
(3) Zu zahlender Höchstbeitrag in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung (PV) für Familien mit Kindern
(4) Zu zahlender Höchstbeitrag in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung (PV) für Versicherte ohne Kinder
-> Kinderlose GKV-Versicherte, die über 23 Jahre alt sind, zahlen seit dem 01.01.2005 einen 0,25 % höheren Beitragssatz in der PV

(5) Summe: Zu zahlender Höchstbeitrag KV + PV für Familien mit Kindern
(6) Summe: Zu zahlender Höchstbeitrag KV + PV für Versicherte ohne Kinder
(7) Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung (KV)
(8) ZB = Zu zahlender Zusatzbeitrag (wird ab 2015 kassenindividuell festgelegt - der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz 2016 und 2017 beträgt 1,1 %)
(9) Beitragssatz der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung (PV) für Familien mit Kindern
(10) Beitragssatz der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung (PV) für Versicherte ohne Kinder
(11) Beitragsbemessungsgrenze (BBMG) der gesetzlichen Krankenversicherung (KV)
(12) Für die Jahre 2002 – 2008 gelten kassenindividuelle Beitragssätze, sodass der zu zahlende Höchstsatz 2002 – 2008 aus den durchschnittlichen Beitragssätzen der Krankenkassen gemäß den Angaben des GKV-Spitzenverbandes errechnet wurde. 

 

Wichtige Hinweise
(a) 2005: Einführung eines Zusatzbeitrags in Höhe von 0,9 Prozent zum 01.07.2005 (Zuschlag für Zahnersatz und Krankengeld/Lohnfortzahlung)
-> Der Zusatzbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent ist in Ziffer (7) für die Zeit ab dem 01.07.2005 bis 31.12.2008 in den Beitragssätzen nicht enthalten

(b) Der einheitliche Beitragssatz der Jahre 2009 – 2014 beinhaltet unter Ziffer (7) den Zusatzbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent
(c) Ab dem 01.01.2015 beinhaltet der einheitliche Beitragssatz keinen Zusatzbeitrag, da dieser kassenindividuell festgelegt wird.
Stattdessen wird mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz 2015 in Höhe von 0,9 Prozent kalkuliert.

 

Eine Übersicht der Entwicklung des Arbeitgeberzuschusses zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung finden Sie unter dem nachfolgenden Link.
 

Sonderkündigungsrecht

Mit der Einführung der Beitragsreform in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zum 01.01.2015 erhalten alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen ein Sonderkündigungsrecht, sofern die jeweilige Krankenkasse einen Zusatzbeitrag einführt oder erhöht. Im Rahmen des Sonderkündigungsrechtes muss die Kündigung bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erstmals erhebt oder ihn erhöht. Die Kündigung wird zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam. Bis dahin muss das Mitglied den einkommensabhängigen Zusatzbeitrag bezahlen und kann dann in eine andere Krankenkasse wechseln. Die Krankenkassen werden zudem verpflichtet, jedes Mitglied auf den durchschnittlichen Zusatzbeitrag (der womöglich niedriger als der kassenindividuelle ist) und den möglichen Wechsel in eine günstigere Krankenkasse hinzuweisen.

 

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