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Aktualisiert: vor 22 Stunden 20 Minuten

Alles nur geklaut? Klage gegen wefox

Fr, 06/15/2018 - 14:34

Lemonade-Mitgründer und Geschäftsführer Daniel Schreiber veröffentlichte auf seinem LinkedIn-Profil eine Klageschrift gegen One Versicherung, FinanceApp, wefox und Julian Teicke, die in New York eingereicht wurde. In dem Schriftstück (liegt procontra vor) wird der Vorwurf erhoben, Teicke und weitere führende wefox-Mitarbeiter hätten die Lemonade-App mit Fake-Accounts ausspioniert.
Bei den Kopiervorwürfen geht es sowohl um Sprachnutzung und Funktionen, als auch um den Quellcode der App. Die Vorwürfe umfassen Urheberrechts- und Vertragsverletzungen sowie Verstöße gegen das Computerbetrugs- und Missbrauchsgesetz.

Teicke vermutet „Störmanöver“

Der beklagte Julian Teicke bestritt gegenüber dem Branchendienst Versicherungsmonitor die Vorwürfe und hält den Zeitpunkt der Klage nicht für zufällig. Schließlich steht wefox vor einer Finanzierungsrunde, in der es um 180 Millionen Euro gehen soll.

Best of Content-Marketing: Allianz und Alsterspree ausgezeichnet

Fr, 06/15/2018 - 12:25

Mit Content-Marketing eine Zielgruppe erreichen, die nur etwa 45.000 Personen umfasst... vor dieser Herausforderung stehen alle Versicherer, die mit Maklern zusammenarbeiten. Wie das sogar im Video-Format funktioniert, zeigt Alsterspree gemeinsam mit der Allianz Deutschland. Die Kampagne "Kai weiß Bescheid" wurde mit dem zweiten Platz beim Best of Content Marketing (BCM) Award, dem größten europäischen Wettbewerb im Bereich Content-Marketing, ausgezeichnet.

Ziel war es, Aufmerksamkeit für Biometriethemen bei Vermittlern zu generieren. Gelungen ist das mit Tipps zur Einwandbehandlung von Kunden. Die Kunstfigur „Besserwisser Kai“ brachte typische Vorurteile und Einwände gegen Berufsunfähigkeitsversicherungen vor. Ein zweiter Protagonist sorgte für Aufklärung.
„Mit der Figur des Nörglers Kai hat sich die Allianz für einen mutigen Ansatz jenseits der ausgetretenen Pfade entschieden. Das war klasse und wir konnten die Vermittler sehr erfolgreich ansprechen, wie die Zahlen zeigen. Wir sind stolz und glücklich über die Auszeichnung“, so Philipp Siebert, Geschäftsführer von Alsterspree.

Schon die ersten beiden Folgen der Videoserie übertrafen mit insgesamt 25.000 Views die KPIs (Leistungskennzahlen) um das Fünffache. „Wir freuen uns, dass die ‚Kai weiß Bescheid‘-Kampagne nicht nur bei der Zielgruppe gezündet, sondern auch die Fachjury des Best of Content Marketing Award überzeugt hat“, erklärt Michael Bastian, Leiter Maklervertrieb Leben/Kranken der Allianz. „Die Bewegtbild-Serie hat gezeigt, dass ein kreativer, frischer Ansatz auch in einem gesättigten, eng umkämpften Markt noch Aufmerksamkeit erreichen kann. Einen wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hat zudem das effektive Ausspielen an die spitze Zielgruppe der Finanz- und Versicherungsmakler.“

Der BCM Award wird vom Verband Content Marketing Forum (CMF) organisiert und ist der größte Wettbewerb für Content Marketing in Europa. In diesem Jahr befand die Jury über 781 Einreichungen. Darunter Jung von Matt mit einer BMW-Kampagne oder Axel Springer Corporate für Lufthansa.
Die Preisverleihung fand am 14. Juni 2018 in Wien im Rahmen des Kongress Best of Content Marketing statt.

Deutscher Ring Krankenversicherung – die starke Marke für starke Makler

Fr, 06/15/2018 - 11:41

Seit dem 01.04.2009 war der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G. Teil des Gleichordnungskonzerns SIGNAL IDUNA. Die SIGNAL IDUNA Gruppe trat mit beiden Risikoträgern und den beiden Marken Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G. und SIGNAL IDUNA am Markt auf. Im August 2017 verschmolzen die beiden rechtlich eigenständigen Krankenversicherer innerhalb der Gruppe zur SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G.

Für die Versicherten hat sich nichts geändert – sie können gewiss sein, dass die dauerhafte Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge gewährleistet ist: Die SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a. G. ist einer der Top 5 PKV-Anbieter in Deutschland.

Die Marke Deutscher Ring Krankenversicherung

Der Name Deutscher Ring stand von jeher für Exzellenz insbesondere im Bereich PKV. Er wird deshalb innerhalb des neuen Unternehmens als Marke „Deutscher Ring Krankenversicherung“ weitergeführt und wird noch stärker als bisher vorrangig auf die Anforderungen des Freien Vertriebes ausgerichtet. Unter der Premium-Marke Deutscher Ring Krankenversicherung sind bereits die Premiumprodukte care+ und Prime (Verlinkung auf Adv. 2) eingeführt worden.

Chancen für Ihr KV-Geschäft

Durch die Verschmelzung ergeben sich neue und attraktive Möglichkeiten für Ihr KV-Geschäft: es ergeben sich höchst attraktive Möglichkeiten durch die Kombination oder Mischung von Tarifen der beiden Marken, wie sie bislang nicht existierten. Zum Beispiel kann zu einem Tarif der Marke Deutscher Ring Krankenversicherung (z. B. Tarif Esprit) ab sofort der Tarif peB hinzuversichert werden. Außerdem kann für Freiberufler kann zu einem Tarif der Marke SIGNAL IDUNA (z. B. Tarif EXLUSIV-PLUS 0) der Tarif pro v anstatt des Tarifs ESP-VS angeboten werden.

Die wichtigsten Informationen rund um die Verschmelzung finden hier.

Standard Life: Bestand beim Abwickler - trotzdem Neugeschäft

Fr, 06/15/2018 - 09:27

procontra: Sie bieten einen neuen Provisionstarif („Tarif V“) mit variabler Abschluss- und Folgevergütung. Was ist daran anders als bisher?

Christian Nuschele: Das ist die konsequente Weiterentwicklung unseres Tarifangebots. Wir haben den Vermittlern schon zuletzt Tarife mit einem stärkeren Fokus auf laufende Vergütung geboten. Bisher hatten diese Tarife eine fest vorgegebene Kostenstruktur, die unabhängig vom Beratungsaufwand anfällt. Von dieser marktüblichen Methode weicht Tarif V ab und die Vergütung kann flexibel angepasst werden. Der neue Tarif V ermöglicht, die Höhe der Vergütung sehr individuell und dem Beratungsaufwand entsprechend zu vereinbaren.

Die Abschlussvergütung kann zwischen null und vier Prozent des gezahlten Einmalbeitrages liegen, die Folgecourtage zwischen null bis 1,0 Prozent des Fondswertes. Beide Größen sind in Schritten von 0,1-Prozentpunkten skalierbar.

procontra: Warum gilt „V“ gilt nur für die Einmalbeitragsprodukte „Weitblick“ und „Parkallee“, nicht aber für Verträge gegen laufenden Beitrag (Fondsrente „Maxxellence“)?

Nuschele: Es ist ein innovativer Tarif, mit dem Standard Life die großen Chancen nutzen möchte, die sich im Einmalbeitragsbereich ergeben. Wir haben in einer mehrmonatigen Pilotphase festgestellt, dass es hier einen Markt für ein solch flexibles Vergütungsmodell vor allem aus Beratersicht gibt. Es ist nicht auszuschließen, künftig auch für laufende Beiträge eine solche Lösung anzubieten.

procontra: Was gilt bei der Vergütung von laufenden Beiträgen im Bestand der deutschen Versicherungssparte?

Nuschele: An der Vergütung von Policen mit laufenden Beiträgen wird sich im Bestand nach Einführung von Tarif V nichts ändern.

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Standard Life bleibt auf deutschem Markt

procontra: Agiert Standard Life weiter in Deutschland, nachdem man ja in Großbritannien ja mit der Fondsgesellschaft Aberdeen zu Standard Life Aberdeen fusionierte und das Versicherungsgeschäft an den externen Abwickler Phoenix Group abgab?

Nuschele: Wir werden in Deutschland auch künftig als Standard Life agieren. Die bekannte Marke Standard Life Versicherung bleibt also unverändert bestehen. Es ist für uns enorm wichtig, ein verlässlicher Partner für Makler und Kunden zu sein. Beide werden unverändert von unserem guten Service, von den gleichen Produkten und Investments profitieren. Sie werden auch weiterhin durch die bekannten Ansprechpartner von Standard Life betreut.

Und für Makler natürlich auch ganz entscheidend: Sie können auch weiterhin Neugeschäft bei Standard Life schreiben. Ich glaube, dass die meisten unserer Kunden und Geschäftspartner gar keine Veränderung bemerken werden.

procontra: Makler in Deutschland wurden von SL schon vorher vergrault, etwa durch Schließung der Garantietarif-Familie „Freelax“ fürs Neugeschäft 2015. Was ist da aus den Beständen geworden?

Nuschele: Von einem Vergraulen würde ich nicht sprechen. Sicherlich waren zu Beginn nicht alle Vermittler von der Entscheidung begeistert. Wir haben aber in zahlreichen Gesprächen die Gründe für diese Entscheidung intensiv erklärt. Der überwiegende Teil unserer Vertriebspartner ist den Weg in die garantielose Produktwelt mitgegangen, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken möchte.

Fondsgebunden ohne Garantie: Die Entscheidung war richtig

Was die Frage nach dem Bestand betrifft, so können Kunden und Makler sicher sein, dass wir die Verträge mit der gewohnten Sorgfalt verwalten. Zudem steht ihnen der gewohnte Service zur Verfügung und die Kapitalanlagen werden auch weiterhin von demselben Team gemanagt, das in der Vergangenheit sehr gute Ergebnisse für unsere Kunden erzielt hat.

procontra: Wie geht es nach Verkauf an Phoenix nun bei Versicherungen weiter? Gibt es eine Neuausrichtung?

Nuschele: Nein, es wird keine strategische Neuausrichtung bei Standard Life in Deutschland geben. In den vergangenen beiden Jahren haben wir deutlich gesehen, dass es richtig war, sich auf fondsgebundene Produkte ohne Garantien in der ersten und dritten Vorsorgeschicht zu fokussieren. Wir haben profitables Neugeschäft geschrieben und 2017 das dritte Jahr in Folge deutliche Gewinnsteigerungen erzielt.

Phoenix hat übrigens bereits bestätigt, die bestehenden Pläne für den deutschen Markt auch weiterhin zu unterstützen, einschließlich Fokus aufs Neugeschäft. Also ist auch hier keine Veränderung zu erwarten. Phoenix ist ein volumenstarker Konsolidierer, der in Kontinentaleuropa große Chancen sieht. Davon wird auch Standard Life profitieren. 

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Massive Weiterbildung für Makler in eigener Sache

procontra: Wie werden Makler dabei unterstützt?

Nuschele: Aus meiner Sicht befindet sich der Maklermarkt in einem tiefgreifenden Wandel. Makler spüren deutlicher denn je, dass sie ihr Geschäft und sich selbst besser auf die sich schnell verändernden Rahmenbedingungen in der Branche vorbereiten müssen. Als Maklerversicherer haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, den unabhängigen Vertrieb bestmöglich auf die anstehenden Veränderungen vorzubereiten. Deshalb bieten wir nun das in Großbritannien bewährte Weiterbildungsprogramm „Future Ready“ auch deutschen Vermittlern an.

procontra: Um welche Themen geht es dabei?

Nuschele: Die Themen der unterschiedlichen Workshops drehen sich um die Positionierung des eigenen Betriebs, Gewinne und Kosten sowie Effizienzsteigerung in den Unternehmensprozessen. Aber auch um Beratungs- und Investmentkompetenz, die Wahrnehmung der eigenen Firma durch den Kunden sowie Kommunikation und Außenwirkung.

Wir haben gerade die erste Runde abgeschlossen, und das Feedback war äußerst positiv. Daher werden wir in den kommenden Wochen weiteren Maklern die Möglichkeit bieten, sich fit für die Zukunft zu machen.

procontra: Gibt es schon absehbare Konsequenzen für den deutschen Markt durch die Brexit-Vorbereitungen?

Nuschele: Wir stecken mitten in den Brexit-Vorbereitungen. Unsere bevorzugte Lösung ist unverändert, die Geschäfte mit unseren europäischen Kunden und Vertriebspartnern künftig über eine in der EU registrierte Tochtergesellschaft fortzusetzen. In unserem Fall wäre das unsere Niederlassung in Dublin. Daran hat sich auch nach der strategischen Partnerschaft mit Phoenix nichts verändert. Aktuell sind wir dabei, bei der Central Bank of Ireland die erforderlichen Genehmigungen einzuholen, um im März 2019 als Tochterunternehmen von Standard Life International auf dem deutschen Markt aktiv sein zu können.

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Check24: „Provisionen haben keinen Einfluss“

Fr, 06/15/2018 - 08:00

procontra: Die Linken behaupten, dass die Verbraucher meist nicht wissen, dass die Vergleichsportale für abgeschlossene Verträge Provisionen erhalten. Ist das zutreffend? Falls Nein, können Sie das belegen?

Christoph Röttele: Die Behauptung, Verbraucher wüssten meist nicht, wie sich Vergleichsportale finanzieren, ist absolut unzutreffend. Nach einer repräsentativen Umfrage der WIK-Consult vom April 2018 kennen 87 Prozent der Nutzer das Geschäftsmodell von Vergleichsportalen und wissen, dass diese Provisionen erhalten und/oder mit Werbung Geld verdienen. Nur drei Prozent der Nutzer glauben, dass Vergleichsportale gemeinnützig arbeiten.    

procontra: Mit Bezug auf die Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen vom Februar 2017 wird in der Anfrage kritisiert, dass die nach den Eingaben erscheinenden Tarif-Ranglisten nicht nachvollziehbar seien. Wie erklären Sie sich diesen Vorwurf und auf Basis welcher Logik kommen Ihre Ranglisten zustande?

Röttele: Das Ranking der Ergebnisse erfolgt streng nach mathematischen Regeln – sortiert wird ausschließlich nach dem Preis. Darüber hinaus haben Kunden die Möglichkeit, die Sortierung individuell anzupassen, zum Beispiel nach Leistungsmerkmalen, Kundenbewertungen und Tarifnoten.

Provisionen haben keinen Einfluss auf das Vergleichsranking. Zu diesem Ergebnis kam auch die Verbraucherzentrale Bundesverband selbst: ‚Es ist nicht feststellbar, dass die Provisionen das Ranking beeinflussen. Dafür habe die Analyse keinerlei Anzeichen ergeben‘, wurde Lars Gatschke, Versicherungsexperte beim VZBV, am 31. Mai 2017 in der Süddeutschen Zeitung zitiert.    

procontra: Es wird kritisiert, dass Vergleichsportale bestimmte Tarife bewerben oder bevorzugt positionieren. Inwiefern ist das noch mit dem Anspruch vereinbar, für jeden Kunden das am besten passende Angebot zu finden?

Röttele: Die Kritik ist falsch. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt streng nach mathematischen Regeln. Der Tarif mit dem günstigsten Preis steht immer an erster Stelle. Soweit sich aus der Ergebnisliste eine Empfehlung für das beste Preis-Leistungsverhältnis oder den besten Leistungsumfang ergibt, weisen wir über dem Vergleichsergebnis eine beratende Empfehlung für den Kunden aus. Damit kommen wir auch hier unserer Maklerpflicht nach. Die Empfehlung kann natürlich nicht von einem Anbieter gekauft werden.  

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Seite 2: Verlangt Check24 zu hohe Provisionen?

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procontra: Stichwort Provisionen: Die Linken fragen nach den Provisionssätzen, die Vergleichsportale für einzelne Sparten nehmen. Diese Sätze hüten die Vergleichsportale für gewöhnlich wie ihren Augapfel. Vor dem Hintergrund, dass sich die Huk-Coburg Gruppe gänzlich von Vergleichsportalen verabschiedet hat, weil ihnen die verlangten Sätze zu hoch sind: Liegen die von Ihnen verlangten Provisionssätze über oder unter dem Marktdurchschnitt?  

Röttele: Die Provisionssätze sind marktüblich. Bei Check24 zahlen die Versicherer auch nur bei erfolgter Vermittlung eine marktübliche Provision. Die Huk und andere Versicherer zahlen hingegen bei Google für die Kundengewinnung über ein Auktionsverfahren ein Vielfaches der Provision von Vergleichsportalen. Die Aussage der Huk, Vergleichsportale wären zu teuer, ist daher falsch. Wahrscheinlich soll mit der Aussage vom Scheitern des Huk-eigenen Portals abgelenkt werden.    

procontra: Da sich manche Versicherer gegen die Teilnahme an Ihrem Vergleichsangebot entschieden haben: Auf welchen Marktanteil der Versicherer können Sie bei Ihren Vergleichen zurückgreifen, gerne aufgeteilt auf die Bereiche SHUK-RS, Leben und Kranken?

Röttele: Die Versicherer, die an unseren Vergleichen teilnehmen, bilden einen Großteil des Marktes ab. Das belegen zahlreiche Testsiege. Über Marktanteile einzelner Versicherer haben wir keine Informationen. Wir können nur schätzen, dass wir mit unseren Versicherungsvergleichen je nach Sparte etwa 85-99 Prozent Marktabdeckung erreichen. Grundsätzlich stehen wir allen Marktteilnehmern offen. Wir kommunizieren in jedem Versicherungsvergleich transparent, welche Versicherungen teilnehmen und welche nicht.    

procontra: Die Linken fragen die Bundesregierung auch nach einem ‚Vergleichsportal-Label‘, das die Qualität der Vergleichsportale für die Verbraucher kennzeichnen soll. Wäre so ein ‚Label‘ Ihrer Meinung nach sinnvoll? Und rechnen Sie darüber hinaus in Zukunft mit neuen Regeln seitens der Bundesregierung für Versicherungs-Vergleichsportale?

Röttele: Generell halten wir Labels und Zertifizierungen für sinnvoll. Allerdings zeigen auch erste Initiativen solcher Zertifizierungen, wie etwa das Zahlungskontengesetz, fundamentale Schwierigkeiten. Wenn zum Beispiel Banken ihre Preisblätter nur in der Filiale aushängen, nicht aber Vergleichsportalen dauerhaft, aktuell und standardisiert zur Verfügung stellen, ist die Aufbereitung solcher Informationen für alle unmöglich. Hier muss die Bundesregierung die infrastrukturellen Voraussetzungen schaffen, etwa über eine digitale Sammelstelle. Erst dann werden Labels sinnvoll. Diese und andere Probleme führen dazu, dass das Zahlungskontengesetz überarbeitet werden muss.  

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Friendsurance kooperiert mit ottonova

Do, 06/14/2018 - 17:02

Gemeinsam die „verkrustete Versicherungsbranche revolutionieren“ – das haben sich sowohl ottonova, als auch friendsurance vorgenommen. Nun arbeiten beide Unternehmen zusammen.
So sollen die friendsurance-Kunden zukünftig vom Angebot des Digitalversicherers profitieren. Friendsurance hebt insbesondere den digitalen Arztbesuch und die digitale Patientenchronik hervor, die es ottonova-Kunden ermöglicht, ihre gesundheitsrelevanten Vorgänge in einer App aufzurufen.

Erhältlich sind die Tarife Business Class und First Class, die jeweils online abgeschlossen werden können.

Jetzt geht’s los – mit dem SIGNAL IDUNA WM-Tippspiel

Do, 06/14/2018 - 15:12

Kennen Sie einen Ort an dem momentan nicht über die schönste Nebensache der Welt – Fußball - geredet und gestritten wird? Ob im Büro, im Café oder Zuhause – die Fragen sind eigentlich immer gleichen: Wer spielt, wer gewinnt und die wohl meistdiskutierte Frage: Wer wird Weltmeister? Falls Sie die Antworten schon längst kennen und das auch endlich mal publik machen wollen, gibt es genau das Richtige für Sie: Das WM-Tippspiel der SIGNAL IDUNA.

Solokünstler oder Teamplayer

Entscheiden Sie, ob Sie Ihr Wissen allein nutzen oder Ihre Expertise in einer Tippgemeinschaft unter Beweis stellen wollen. Mithilfe des Einzelspieler- und Gruppen-Rankings behalten Sie jederzeit den Überblick und können sich zudem eine individuelle Freundes-Rangliste zusammenstellen. So verpassen Sie garantiert keinen Tipp.

Preise schon zur Halbzeit

Beim Tippspiel der SIGNAL IDUNA müssen Sie nicht bis zum Finale warten, um lukrative Preise zu gewinnen. Unter allen Teilnehmern wird bereits nach dem Ende der Gruppenphase ein Flachbildfernseher mit 50 Zoll Bilddiagonale verlost.

Siegprämien für erste Elf

Das Finale ist vorbei, der Weltmeister gekürt und Ihr Name oder der Ihres Teams hat es unter die besten Elf geschafft? Dann haben Sie auch nach dem Abpfiff Grund zu jubeln. Alle Preise – darunter ein Profi-Kickertisch und ein Nintendo Switch plus Fifa 18 – lassen auch nach der WM nochmal Festtagsstimmung aufkommen.

Beitragsrückerstattung – so funktioniert es in der Praxis

Do, 06/14/2018 - 11:17

Im vergangenen Jahr freuten sich viele Menschen über satte Rückzahlungen ihres Versicherers. Weit mehr als 600 Millionen Euro wurden an Privatpatienten zurückgezahlt – mehrere hundert Euro für jeden Einzelnen. Die Regelung der Beitragsrückerstattung obliegt dem einzelnen PKV-Anbieter, dementsprechend existieren unterschiedliche Modelle.

Geldmarktfonds: Keine Chance auf Rendite

Do, 06/14/2018 - 09:02

Es waren rosige Zeiten für Anleger. Auch für risikoscheue, die keinen Aktiencrash erleiden wollten. Täglich stiegen die Notierungen der Fondsanteile um ein paar Pfennig nach oben. Nach unten fielen sie nie. Am Jahresende hatte sich ganz entspannt ein solider Gewinn angesammelt, der über dem eines Sparkontos lag. 1994 war das Jahr, in dem der Gesetzgeber die Gattung der Geldmarktfonds auch für Privatanleger freigab.

Und schon im selben Jahr verwalteten die deutschen Geldmarktfonds nach den Zahlen des Deutschen Fondsverbands BVI umgerechnet rund 25 Milliarden Euro. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase wurden sie noch beliebter. Bis 2007 wuchs das verwaltete Vermögen auf über 100 Milliarden Euro an. Die Kursnotierungen stiegen stetig weiter nach oben.

Geldmarktfonds: Früher bei Privatanlegern gefragt

Dann kam die Finanzkrise, und plötzlich hagelte es Verluste: unerwartete 1, 2, 3 Prozent oder mehr waren keine Seltenheit. Seitdem ist der Zauber verflogen. Das verwaltete Volumen sackte bis Ende 2016 auf nur noch zehn Milliarden Euro zusammen. „Es hat eine Umschichtung auf Investorenseite stattgefunden“, beobachtet Holger Kindsgrab, Co-Head Rates EMEA bei der DWS. „Geldmarktfonds waren früher überwiegend von Privatanlegern gefragt. Jetzt sind es mehrheitlich institutionelle Investoren.“ Und die nähmen sogar Verluste in Kauf, denn „Geldmarktfonds bieten immer noch bessere Konditionen als Bankguthaben“, meint Fondsmanager Kindsgrab. Schließlich liege der Einlagenzinssatz bei der EZB inzwischen bei minus 0,4 Prozent.

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Seite 2: Am Tropf der EZB

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Von dieser Warte aus erscheinen viele Fonds sogar noch relativ rentierlich. Auf der roten Performanceliste des BVI finden sich immerhin noch einige Euro-Geldmarktfonds, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate bis Ende April mit einem Minus um die 0,3 Prozent abschneiden konnten, die meisten sogar schlechter. Der Trend nach unten setzte bereits 2014 ein, als die EZB den Einlagenzins ins Negative drückte. Seitdem schmilzt die Substanz. Kumuliert über die vergangenen fünf Jahre mussten die Anleger sämtlicher 19 Euro-Geldmarktfonds auf der BVI-Liste Verluste zwischen minus 0,04 und minus 1,74 Prozent hinnehmen.

„Für Privatanleger nicht zu empfehlen“, urteilt Ali Masarwah von der Ratingagentur Morningstar, aber: „Institutionen nutzen Geldmarktfonds für ihr Cash-Management, und dann reden wir über Halteperioden von Stunden oder Tagen.“ Unternehmen, die Dividenden ausschütten wollen, nutzten Geldmarktfonds zum Zwischenparken, ebenso für Finanztransaktionen jeglicher Art. Das Geld in den Fonds sei schließlich Sondervermögen und somit gegen einen Kollaps der Bank gesichert. Für institutionelle Anleger sind das offenbar gute Gründe, die für Geldmarkfonds sprechen. Nach den Zahlen des BVI hat sich das verwaltete Vermögen im vergangenen Jahr wieder fast verdoppelt, auf rund 19 Milliarden Euro bis Februar 2018.

Am Tropf der EZB

Privatanlegern, die Rendite erzielen wollen, hilft das kaum weiter. Im gegenwärtigen Zinsumfeld hätten „reine Geldmarktfonds keine Chance, positive Renditen zu erzielen“, konstatiert DWS-Manager Kindsgrab. Das Anlagespektrum, in das die Fonds investieren dürfen, lässt schließlich wenig Auswahl, um dem negativen Zinsumfeld zu entkommen. Es sind vor allem verschiedene Anleihen mit kurzen Laufzeiten und Termingelder bei Banken, die allesamt in den Abwärtsstrudel des EZB-Zinses geraten sind. Die Papiere blieben in der Regel bis zu ihrer Fälligkeit im Portfolio liegen, erläutert Kindsgrab. Einen Handel an der Börse wie bei Aktienfonds gebe es bei Geldmarktfonds nicht.

Auch die DekaBank, die schon seit 1994 den DekaLux-Geldmarkt-Fonds verwaltet, versucht, in ihrem Portfolio „möglichst wenig zu ändern, um unnötige Transaktionskosten zu vermeiden. Taktische Positionen werden meist derivativ eingegangen, je nach Zulässigkeit in den einzelnen Fonds.“ Der Fokus liege auf Unternehmensanleihen, „um so auf Portfolioebene über die Rendite-Nulllinie zu kommen“, teilt das Bankhaus mit. Doch geholfen hat es wohl kaum. Und auch wenn die laufenden Verwaltungskosten der beim BVI gelisteten Geldmarktfonds bei relativ geringen 0,11 bis 0,47 Prozent jährlich liegen, so drücken auch diese Lasten die möglichen Gewinne rasch wieder ins Minus.

Die Stellschrauben der Fondsmanager sind von begrenzter Wirkung. Und wenn im Juli eine neue EU-Verordnung in Kraft tritt, werden die Regeln für Geldmarktfonds noch enger. Denn anders als in Deutschland erreichen sie auf europäischer Ebene mit einem Volumen von über einer Billion Euro eine systemrelevante Größe. Durch höhere Anforderungen an Liquidität, Diversifizierung und Transparenz will die EU-Kommission den Anlegerschutz verbessern und einem Chaos durch mögliche Panikverkäufe vorbeugen. Betroffen davon sind vor allem die in Deutschland kaum bekannten Fonds mit konstantem Nettoinventarwert (CNAV). Deren Anteile werden täglich gleich mit einem Euro, Pfund oder Dollar notiert und gelten bei Marktturbulenzen als besonders riskant.

Deutliche Impulse für eine Kehrtwende in Richtung Gewinne werden aber vielmehr von der EZB erwartet. So sieht die DekaBank bereits eine „mittelfristig erwartete Zinswende der EZB“, die für Geldmarktfonds „zu steigenden Renditechancen“ führen werde. DWS-Zinsexperte Kindsgrab rechnet bereits für das kommende Jahr mit zwei Zinsschritten beim Einlagenzins der EZB, mit einer Erhöhung von minus 0,4 auf 0 Prozent. Für die Anleger eine neue Hoffnung auf Rendite.


Der Artikel erschien zuerst in der procontra-Printausgabe

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Betriebsrente: Was passiert bei Insolvenz?

Do, 06/14/2018 - 08:15

Das BAG muss prüfen, ob ein neuer Eigentümer für die bAV-Ansprüche der Mitarbeiter aus der Zeit vor einer Insolvenz haftet oder nicht. Auch ohne solche Extras ächzen deutsche Unternehmen wegen niedriger Zinsen unter massiven Pensionslasten, die nicht selten zu wirtschaftlicher Notlage führen. So auch in der Automobilbranche, die vor zehn Jahren mehrere Großinsolvenzen erlebte.

Dazu gehörte auch der Bremsbeläge-Hersteller TMD Friction, der zum Glück einen neuen Eigentümer fand und so weiter unter dem Dach der japanischen Nisshinbo-Gruppe existiert. Doch viele der seinerzeit vom Betriebsübergang betroffenen Mitarbeiter besitzen noch Ansprüche aus der früheren Betriebsvereinbarung. Die sichert ihnen eine üppige Betriebsrente zu, die sich nach dem Endgehalt vor Renteneintritt plus jährlichen Steigerungsbeträgen errechnet. Einige Arbeitnehmer streiten seit Jahren vor Arbeitsgerichten, um ihre vor der Insolvenz erdiente Dynamiken zu retten.

Bislang sagten alle Arbeitsgerichte: nein!

Bisher haben die Gerichte solche Ansinnen zurückgewiesen. Wer eine Firma nach der Insolvenz erwirbt, soll schließlich nicht die „Katze im Sack“ kaufen, sondern darf die erleichterten Haftungsregelungen bei Betriebsübergang nach § 613a BGB beanspruchen. Folgerichtig erkannte das BAG in Urteilen von 2005 nur bAV-Ansprüche ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens an. In einer anderen BAG-Entscheidung wurde die Haftung der Insolvenzmasse auf das erste Jahr nach dem Betriebsübergang begrenzt.

Auch in den beiden aktuellen Fällen, die nun beim BAG angekommen sind und die Aktenzeichen 3 AZR 869/16 und 3 AZR 58/17 besitzen, haben die Vorinstanzen Ansprüche aus der Zeit vor der Insolvenz verneint.

Streit schwelt hinter den Kulissen weiter

Die klagenden Arbeitnehmer sind derweil allenfalls bereit, Beträge, die wegen der Insolvenz an den Pensions-Sicherungsverein zu zahlen sind, von ihren Gesamtansprüchen abzuziehen. Der jetzige Eigentümer hält dem entgegen, nur zeitratierlich für die Zeiten seit Insolvenzeröffnung für die bAV haften zu wollen.

Die mündliche Verhandlung vor dem BAG fand am 29. Mai statt, mit der Urteilsverkündung will sich der Dritte Senat bis zum 25. September Zeit nehmen. Im Grunde kann die Entscheidung die Vorinstanzen nur stützen, weil sonst niemand mehr insolvente Firmen mit nennenswerten bAV-Ansprüchen kaufen würde.

DSGVO: Anonym oder Pseudonym... wo ist der Unterschied?

Mi, 06/13/2018 - 17:53

Um der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu entsprechen, reicht es nicht aus, den Maklervertrag zu ändern und neue Einverständniserklärungen für Newsletter einzufordern. Tatsächlich wirkt sich die DSGVO auch auf die konkrete tägliche Arbeit von Versicherungsvermittlern aus. So zum Beispiel bei den oft notwendigen Risikovorabanfragen (RiVo) im Bereich Personenversicherung.

Will der Makler beispielsweise vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsdaten an einen Versicherer weiterleiten, braucht er dazu eine eigenständige Einwilligung des Mandanten. „Die allgemeine Einwilligung im Maklervertrag reicht hier nicht“, so Versicherungsberater Andreas Sutter, der auch als freier Berater für die RWM-Group tätig ist.
Doch auch die Versicherer brauchen oft eigene Einwilligungen; den meisten Versicherern reicht die Einwilligung, die der Makler vorlegt, nicht. Für die Praxis würde das bedeuten: Bei 10 angefragten Versicherern müsste der Mandant 10 verschiedene Vordrucke unterschreiben. Nicht ganz leicht umsetzten. Welche Alternative bleibt also?

RiVo: Max Mustermann reicht doch. Irrtum!

Wird der Name des Versicherungsnehmers durch einen Decknamen ersetzt – zum Beispiel „Max Mustermann“ – meinen viele Vermittler, dass die Daten damit anonym seien. Und für anonyme Daten würde die DSGVO ja nicht mehr gelten. Doch das ist ein Irrtum, warnt Experte Andreas Sutter. Er führt aus, dass im Datenschutzrecht zwischen „Anonymisierung“ und „Pseudonymisierung“ unterschieden wird: Demnach sind anonymisierte Daten solche, aus denen personenbezogene Daten nicht mehr aus dem Datensatz herstellbar sind. Erreichbar ist das z.B. durch Zusammenfassungen statistischer Art in Gruppen oder Clustern mit Löschung der Ursprungsdaten. Auf diese anonymisierten Daten, ist die DSGVO nicht mehr anzuwenden.

Von Pseudonymisierung spricht man hingegen, wenn Decknamen oder eine Nummer statt des Identifikationsmerkmals verwendet werden. Bei einer RiVo allerdings gibt es eine Zuordnungsliste, mit der die pseudonymisierten Daten wieder zurückverwandelt werden können. Schließlich will Makler ja bei einem positiven Votum des Versicherers einen echten Antrag, der zur Pseudonymanfrage gehört, hinterherschieben. Und solche pseudonymisierte Daten sind personenbezogene Daten und unterliegen der DSGVO.

Richtig pseudonymisieren

Um eine richtige Pseudonymisierung durchzuführen, reicht es aber nicht, nur den Namen (oder ein anderes Merkmal) zu ändern, warnt Sutter. So könne anhand von Beruf und Geburtsdatum leicht auf die gemeinte Person geschlossen werden. Sutter rät deshalb, sich statt genauer Berufsangabe auf die Berufsgruppe zu beschränken und das Geburtsdatum im Rahmen des richtigen Eintrittsalters abzuändern. Natürlich müsse auch darauf geachtet werden, dass eine Identifizierung nicht aus den beigefügten Arztberichten oder sonstigen Unterlagen ermöglicht wird. „Schläft man hier, findet eine unerlaubte Datenverarbeitung von Daten nach Art. 9 statt. Und das kann teuer werden“, so Andreas Sutter.

RiVo: Was bleibt also?

Im Fall von Pseudonymisierung muss Makler folgendes beachten:

  • Auch hier braucht es eine Einwilligung.
  • Besondere technische und organisatorische Maßnahmen, die verhindern, dass die Zuordnung von Pseudonym zu richtigem Datensatz in falsche Hände kommt. Ganz besonders sollte diese Zuordnung natürlich vor dem Versicherer geheim gehalten werden. Jedenfalls bis es zum richtigen Antrag kommt.
  • Im Sinne von Transparenz, infolge der Beweislastumkehr und um die Betroffenenrechte wahren zu können, muss die Pseudonymisierung dokumentiert sein. Die Zuordnung nur im Gedächtnis zu haben (was bei ein zwei RiVo im Monat sicher ginge) reicht definitiv nicht.
  • Wegen der Dokumentation und Nachvollziehbarkeit sollte jeder Fall ein eigenes, unverwechselbares Pseudonym haben. Das wird nur mit Nummerierung gehen („Donald10238“ oder „Herr Hunderteinundfünfzig“)

Gleich, ob die RiVo zu einem Vertrag führt, oder nicht: Der Versicherer hat die Pflicht, den Datensatz zu löschen und sollte den Makler darüber informieren. Die Löschpflicht trifft auch den Makler: Nach der RiVo muss er die Pseudonmye löschen und sollte die Löschung der Daten beim Versicherer verlangen. Andere Wege für RiVo nach DSGVO gibt es nicht: Unterschriftenmarathon oder klar dokumentierte und strukturierte, echte Pseudonymisierung.

Bewertungsreserven: BGH lässt Kunden weiter auf höhere Beteiligung hoffen

Mi, 06/13/2018 - 16:39

Heute standen sich vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe der Bund der Versicherten e. V. (BdV) und die zur Ergo Group gehörende Victoria Lebensversicherung gegenüber (Az. IV ZR 201/17). Bei dem Prozess geht es um die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven von Lebensversicherungsverträgen. Der BdV hält die gängige Praxis seit Einführung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) für ungerecht.

Die Verbraucherschützer vertreten in dem Verfahren einen Victoria-Kunden. Kurz vor Inkrafttreten des LVRG hatte ihm der Versicherer bei Vertragsende unter Vorbehalt eine Beteiligung an den Bewertungsreserven in Höhe von 2821,35 Euro in Aussicht gestellt. Tatsächlich bekam er wenig später nur 148,95 Euro.

Knackpunkt LVRG

Bis zur Einführung des LVRG im Jahr 2014 wurden Kunden zur Hälfte an den Bewertungsreserven (Differenz aus dem damaligen Kauf- und aktuellen Marktwert von festverzinslichen Papieren) beteiligt. Seit knapp vier Jahren berufen sich die Lebensversicherer nun auf die Gesetzesreform, wenn sie große Teile der Bewertungsreserven zum Ausgleich der Garantiezinsen von Altverträgen verwenden und die Kunden deshalb weniger daran beteiligt werden.

Der BGH könnte nun mit seiner höchstrichterlichen Entscheidung die gängige Praxis in der Versicherungsbranche verändern.

Seite 1: Wird eine Ergo-Police der Branche zum Verhängnis?
Seite 2: Teilerfolg für den BdV

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Aus Sicht des BdV ist diese aktuell nicht nur ungerecht, sondern sogar verfassungswidrig. Die Verbraucherschützer verweisen auf ein ebenfalls von ihnen erstrittenes Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2005. Dieses hatte damals entschieden, dass die Versicherten an den Gewinnen, die mit ihrem Geld erzielt werden, angemessen zu beteiligen sind. Dabei wurde allerdings auch klargestellt, dass es nicht um eine Rendite-Optimierung des einzelnen Kunden gehe, sondern um einen fairen Interessenausgleich in der Risikogemeinschaft.

Mit seiner Klage hatte der BdV in den Vorinstanzen auf dem Weg zum BGH bislang keinen Erfolg. Der BGH schien heute die Auffassung des Landgerichts Düsseldorf zu teilen, wonach bei der Beteiligung an den Bewertungsreserven die „Grenze der Zumutbarkeit“ noch nicht überschritten sei. Das berichtet die dpa, die den Prozess in Karlsruhe verfolgt. Allerdings hätten die Richter demnach heute auch bemängelt, dass das Landgericht nicht geprüft habe, ob die Kürzungen im konkreten Fall wirklich durch die wirtschaftliche Situation des Versicherers gerechtfertigt waren. Wie es weiter heißt, ergebe sich aus der stark geschrumpften Summe ein gewisser Erklärungsbedarf. Dies kann der BdV als Teilerfolg verbuchen.

Das Urteil des BGH wird am 27. Juni erwartet. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Verfahren an das Landgericht zurückgegeben wird. Im Falle einer nicht zufriedenstellenden Entscheidung kündigte BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein an: „Wir haben als Verbraucherschutzorganisation einen langen Atem und gehen auch noch weiter zum Verfassungsgericht, wenn es nötig wird.“

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LV-Provisionsdeckel wird immer wahrscheinlicher

Mi, 06/13/2018 - 10:54

Anscheinend hat die Bundesregierung mittlerweile die feste Absicht, einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung einzuführen. Von diesem Vorhaben berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Regierungskreise. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

Dem Medienbericht zufolge sollen sich politische Insider zudem am Montagabend wie folgt geäußert haben: „Die Kosten sind seit Einführung des Lebensversicherungsreformgesetzes vor vier Jahren nur leicht gesunken. Das ist ungenügend.“ Details werden im zweiten Halbjahr erwartet.

Alles schon in trockenen Tüchern?

Zwar handelt es sich dabei noch um eine inoffizielle Information, wirklich angezweifelt wird diese aber nicht. Zahlreiche Medien haben die Meldung bereits aufgegriffen, Dementi gibt es keine. Genauso verhielt es sich, als bereits Anfang April Meldungen über die konkrete Ausgestaltung eines Provisionsdeckels die Runde machten. Demnach hatte Dr. Frank Grund, Versicherungs-Chefaufseher der BaFin, vorgeschlagen, die Abschlussprovisionen bei Lebensversicherungen auf 25 Promille zu beschränken. Weitere 15 Promille könnten Vermittler durch die Erfüllung bestimmter Qualitätskriterien erhalten, beispielsweise bei einer niedrigen Storno- oder Beschwerdequote. Wie sinnvoll eine Betrachtung dieser Kriterien wäre, darüber gingen die Meinungen in der Branche bereits weit auseinander.

Noch in diesem Jahr soll das LVRG überprüft und wahrscheinlich auch angepasst werden. Dass im Zuge dessen auch ein (weiterer) Provisionsdeckel für die Vermittlung von Lebensversicherungen eingeführt werden könnte, wurde schon im Frühjahr 2017 bekannt. Durch die Einführung des Provisionsdeckels werden bei Vermittlern Provisionseinbußen von rund 50 Prozent befürchtet. Die ohnehin schon stark rückläufigen Vermittlerzahlen könnten sich dadurch noch einmal beschleunigen. Es ist die Rede davon, dass bis zu 30 Prozent der Versicherungsmakler dadurch in den nächsten drei Jahren ihr Geschäft aufgeben müssten. Andere Stimmen sehen in einem Provisionsdeckel auch die Chance, dass sich die Nachfrage nach Lebensversicherungen wieder steigert.

PKV: Verträge sind einzuhalten

Mi, 06/13/2018 - 09:33

Die Mitgliedschaft in einer Privatversicherung geschieht auf freiwilliger Basis nach dem Individualitätsprinzip: Das bedeutet, dass jeder nach seiner persönlichen Risikosituation bezahlt. Die Beitragshöhe bemisst sich dabei nach Leistungsumfang, Alter und Gesundheitszustand. Der Zutritt in die PKV ist für Selbständige, Freiberufler und Beamte unabhängig vom Einkommen – anderen Arbeitnehmern, die ein Jahresbruttoeinkommen von weniger als 59.400 Euro haben, bleibt der Zutritt in die private Krankenkasse verwehrt.

Vorteile einer PKV

Abgesehen davon, dass die vertraglich zugesicherten Leistungen vom Versicherungsgeber einzuhalten sind, ist ein weiterer Vorteil der PKV, dass die Kosten für alle zugelassenen Medikamente übernommen werden. Außerdem kommt man als Krankenhauspatient oft in das Privileg einer chefärztlichen Behandlung. Privatversicherte genießen außerdem eine freie Arzt- und Krankenhauswahl. Behandelnde Ärzte haben Therapiefreiheit: Sie können also Verfahren und Medikamente verwenden, die gegebenenfalls nicht von einer GKV anerkannt würden.

Abgemacht ist abgemacht

Das absolute Alleinstellungsmerkmal einer PKV ist der lebenslange Versicherungsschutz in Höhe des vertraglich geregelten Leistungsumfangs. Diese garantierte Verlässlichkeit ist für viele Personen das wichtigste Auswahlkriterium bei der Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Leistungskürzungen, wie bei einer GKV, sind nämlich ausgeschlossen: Weder Gesetzgeber noch Versicherungsunternehmen ist es gestattet, den einmal geschlossenen Vertrag nachträglich zu ändern. Insofern können sich Privatversicherte auf die langfristige Stabilität des von ihnen gewählten Versicherungsniveaus verlassen.

DMA und BVSV: Vom Makler zum Sachverständigen

Di, 06/12/2018 - 16:06

Die Deutsche Makler Akademie (DMA) und der Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen (BVSV) haben eine Kooperation im Bildungsbereich geschlossen. Ziel ist es, das Spartenwissen von Vermittlern zu vertiefen und als weiteren Schritt für eine Nachfolge von qualifizierten Sachverständigen für die Branche zu sorgen.

Konkret geht es um die Weiterbildung zum Spartensachverständigen. Dieser vorgelagert befindet sich ab sofort die fachliche Ausbildung zum DMA-Experten in den unterschiedlichen Versicherungssparten. Dazu zählen etwa die Ausbildung zum Experten für betriebliche Altersvorsorge, für private Vorsorge und Sachversicherung oder für Krankenversicherung.

Verkürzte Lehrgangszeit

Mit dem Experten-Titel in der Tasche können sich die Vermittler dann zum Spartensachverständigen weiterbilden. Das gilt auch für bereits abgeschlossene Experten-Lehrgänge. Diese Bildungsmaßnahmen erfolgen dann über die Akademie des BVSV e.V. und der BVSV e.V. Sachverständigen GmbH. Der vorhandene DMA-Expertenstatus wirkt sich dabei verkürzend auf die Dauer des Sachverständigenlehrgangs aus. Einzelheiten zur Sachverständigen-Weiterbildung können beim BVSV erfragt werden. 

Die BVSV-Mitglieder sind als unabhängige Sachverständige in der Lage Versicherungsleistungen, Versicherungsschäden, sowie Versicherungsgebühren unabhängig zu begutachten. Ihre Dienste werden von Unternehmen, aber auch von öffentlichen Institutionen in Anspruch genommen.

Maklers WM-Lieblinge: Deutschland? Eher nicht!

Di, 06/12/2018 - 15:28

Kurz vor dem offiziellen Start der Fußball-WM in Russland gibt es natürlich nur noch ein Thema in Deutschland. Ob im Büro, Café oder Zuhause – fast alle Gespräche drehen sich nur um die schönste Nebensache der Welt. Aus diesem Grund wollte procontra wissen, wer die WM-Lieblinge der Makler sind.

Deutschland ist nicht der Favorit

Gefragt wurde unter anderem nach dem künftigen Weltmeister, dem Abschneiden der deutschen Elf und dem WM-Torschützenkönig. Die erste Überraschung gab es bereits bei der Kür des Favoriten. Dabei belegte nicht Deutschland, sondern Frankreich den ersten Platz. Das vom ehemaligen Profi Didier Deschamps trainierte Team konnte 28 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, die Löw-Elf kam auf „nur“ 26 Prozent. Spanien, auf dem dritten Platz folgend, trauen immerhin noch zwölf Prozent der Befragten den WM-Triumph zu.
Selbst eine deutsche Finalbeteiligung hält die Mehrheit für unrealistisch. Lediglich 14 Prozent glauben, dass Deutschland den Sprung unter die beiden besten Teams schafft. Für das Halbfinale sollte es aber reichen - das meint zumindest jeder dritte Umfrageteilnehmer (34 Prozent).
Auch bei der Frage, welches Land den WM-Torschützenkönig stellt, wird den deutschen Offensivkräften kein gutes Zeugnis ausgestellt. Nur 12 Prozent glauben, dass der treffsicherste Spieler aus den Reihen des amtierenden Weltmeisters stammt. Ganz anders bei Frankreich. Griezmann und Co. sehen auch hier 28 Prozent ganz vorn.

Belgien top, Argentinien flop

Sowohl bei den positiven als auch bei den negativen Überraschungsmannschaften sind sich die Makler weitestgehend einig. Knapp die Hälfte aller Befragten trauen Belgien (26,5 Prozent) und Island (22,4 Prozent) einen unerwarteten Sprung nach vorn zu. Eher pessimistisch sehen die Umfrageteilnehmer das Abschneiden von Argentinien (22,4 Prozent) und Russland (16,3 Prozent).

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Run-off: Endstation oder Chance für Kunden und Makler?

Di, 06/12/2018 - 13:32

Der Run-off von Vertragsbeständen ist ein hitzig diskutiertes Thema in der Versicherungsbranche. Speziell im Bereich Lebensversicherung und ganz besonders, wenn es um den Verkauf der abzuwickelnden Bestände geht.

So sorgen beispielsweise die Verkaufspläne der Generali Leben für Unmut in der Belegschaft – der Generali-Betriebsrat spricht gar von „nicht kalkulierbaren Schäden für die Marke und ihre Vertriebe“. Parallel dazu wird regelmäßig über kleinere Bestandsverkäufe berichtet und die auf Abwicklungen spezialisierten Unternehmen versuchen die Zweifel der Öffentlichkeit darüber zu entkräften.

Run-off: Chance für Makler?

Die Hauptleidtragenden unter einem Run-off seien die Vermittler, sagte im vergangenen Jahr Dr. Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherungsgruppe im procontra-Interview. Ist das wirklich zutreffend oder können für Makler und Vertreter auch Vorteile aus dem Thema Run-off erwachsen?

Diese und andere Fragen möchte am Donnerstag, 14. Juni um 10 Uhr Frank Genheimer in seinem Webinar „Endstation Run-Off, Kunden bitte alle aussteigen!?“ auf der Online-Messe profino diskutieren und klären. Genheimer ist Gründer und Geschäftsführer der New Insurance Business GmbH. Das Unternehmen berät Versicherer bei ihren aktuellen Herausforderungen und Veränderungen entlang der Wertschöpfungskette. Genheimer persönlich ist Experte für Lebensversicherungen und kann auf Stationen in der Produktentwicklung, dem Produktmanagement und dem Aktuariat zurückblicken. Hier direkt zum kostenlosen Webinar anmelden.

BU: Gibt es Alternativen bei der Arbeitskraftabsicherung?

Di, 06/12/2018 - 12:22

Die neue procontra ist da und mit ihr auch ein neues Format: „Im Gespräch“ widmet sich Schwerpunktthemen aus der Branche und beleuchtet sie in einer Breite und Tiefe, die im Rahmen eines üblichen Magazinbeitrags nicht möglich wären.

Welche Zukunft hat Arbeitskraftabsicherung?

Premierenthema von „Im Gespräch“ ist Arbeitskraftabsicherung. Warum stagniert der Markt? Welche neuen Produktansätze gibt es und wo liegen deren Vor- und Nachteile? Und welche Rolle spielt die persönliche Versicherungsvermittlung? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, lud procontra Brancheninsider in die Redaktion ein. Im Gespräch waren:

  • Iris Bauer, Leiterin Produktentwicklung und -management bei LV 1871,
  • Carsten Tombers, Referatsleiter bei der Allianz Lebensversicherung,
  • Klaus-Peter Klapper, Leiter Produkt- und Vertriebsmarketing bei der Stuttgarter sowie
  • Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter des Ratinghauses Franke und Bornberg

Abonnieren Sie procontra und bleiben Sie im Gespräch.

Makler haben weitgehende Pflichten bei Schadenbearbeitung

Di, 06/12/2018 - 09:11

„Es gibt eine Pflicht des Versicherungsmaklers zur Schadenbearbeitung.“ Dieses für einige möglicherweise etwas überraschende Fazit zog Kathrin Pagel, Fachanwältin für Versicherungsrecht in der Hamburger Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte, gleich zu Beginn ihres Fachvortrages zu aktuellen Makler-Urteilen, den sie vor einigen Wochen auf dem auf dem Jahreskongress der Vema Versicherungs-Makler-Genossenschaft hielt.

Überraschend deshalb, weil der Bundesgerichtshof (BGH) vor nicht all zu langer Zeit im Zusammenhang mit der Abwicklung von Schadensersatzansprüchen Dritter über eine Haftpflichtversicherung scheinbar das Gegenteil entschieden hatte: Maklern ist die Regulierung von Schäden in der Regel nicht als Nebenleistung zum Berufsbild erlaubt (Az.: I ZR 107/14). Seither wird diskutiert, wie die Schadenhilfe von Maklern rechtssicher organisiert werden kann. Der Bundesverband Deutscher Versicherungs-Makler (BDVM) hält das Urteil bis heute für „europarechtlich nicht schlüssig“.

Makler muss wichtige Fristenhinweise zur Police geben

Pagel berichtete den hellhörig gewordenen Vema-Partnern nun von einem jüngeren BGH-Urteil vom 30. November 2017. Darin ergänzt der BGH den zuvor entschiedenen Fall, denn dieser Fall ist anders gelagert. Im Verhältnis zu seinem Kunden schuldet der Makler originär eine Schadenbearbeitung. Zudem müsse der Makler im Versicherungsfall von Invalidität in der Unfallversicherung unabhängig von der Verpflichtung des Versicherers auch selbst einen Fristenhinweis geben, damit Ansprüche rechtzeitig begründet werden und Fristen nicht ungewollt verstreichen. Eigene Sachkenntnis des Kunden sei dabei sogar unerheblich und entbinde den Makler nicht von seiner Pflicht, auf wichtige Fristen hinzuweisen, die die Versicherungsansprüche kosten könnten. Zu guter Letzt stellte der BGH klar, dass auch Handelsverstreter des Maklers neben dem Makler selbst haften (Az.: I ZR 143/16).

Im Gespräch mit procontra legte Pagel jetzt nach: „Ich halte das neue BGH-Urteil für besonders wichtig, da es zum einen die Schadenbearbeitung im Verhältnis zu seinem Kunden originär dem Pflichtenkreis des Versicherungsmaklers zuschreibt.“ Auch der weitere Punkt, dass die besondere Sach- und Fachkenntnis des Kunden (hier: Versicherungskauffrau) den Makler nicht entlastet, er also sich nicht zumindest auf ein Mitverschulden des Kunden berufen kann, wenn die Frist bei der Invaliditätsmeldung in der privaten Unfallversicherung versäumt wird, sei bedeutsam für die Schadenbearbeitung.

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Keine spontane Anzeigepflicht mehr

Zu dem Punkt „spontane Anzeigepflicht“ führte Pagel aus: „Mit Inkrafttreten des VVG 2008 gibt es eine solche Pflicht grundsätzlich nicht mehr." Gemeint ist: Der Kunde muss im Versicherungsantrag nur noch die Fragen beantworten, die der Versicherer ihm in Textform stellt. Zuvor konnten Versicherer Policen nachträglich anfechten, wenn Kunden von sich aus nicht alle risikorelevanten Angaben gemacht hatten.

Dennoch gab es in jüngster Zeit mehrere Fälle, wo Versicherer eine Pflicht zur spontanen Anzeigenpflicht sehen wollten und Verträge deswegen anfochten. So auch in einer Berufsunfähigkeits-Versicherung ohne Gesundheitsfragen, wo der potenzielle Kunde im Antrag nur diesen Satz unterschreiben musste: „Ich erkläre, dass bei mir bis zum heutigen Tage weder ein Tumorleiden (Krebs), eine HIV-Infektion (positiver AIDS-Test), noch eine psychische Erkrankung oder ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) diagnostiziert oder behandelt wurden. Ich bin nicht pflegebedürftig. Ich bin fähig, in vollem Umfange meiner Berufstätigkeit nachzugehen.“ Der Kunde hatte zu diesem Zeitpunkt schon Multiple Sklerose, arbeitete aber noch voll.

Das Landgericht Heidelberg gab dem Delta-Lloyd-Nachfolger Athene Lebensversicherung zunächst recht – wegen arglistigen Verschweigens der Krankheit, wozu der Kunde nach Treu und Glauben verpflichtet gewesen wäre. Inzwischen kassierte das Oberlandesgericht Karlsruhe die Heidelberger Entscheidung mit Urteil vom 20. April 2018 und stellte klar, dass es keinerlei spontane Anzeigenpflicht gibt (siehe Urteilsgründe 40 ff). Allerdings geht der Kunde trotzdem leer aus, weil er sich bereits bei Antragstellung bewusst war, nicht mehr uneingeschränkt arbeiten zu können (Az.: 12 U 156/16).

So ungewöhnlich kann gar kein Fall sein

In einem anderen Fall zur spontanen Anzeigenpflicht bestätigte das Oberlandesgericht Celle, dass eine solche Pflicht nur in absoluten Ausnahmefällen greift, die laut Pagel in der Praxis wohl so gut wie keine Rolle spielen. Hier ging es um eine Pflegetagegeldversicherung für ein Kind mit einer „globalen Entwicklungsverzögerung“, das zuletzt aber „tolle Fortschritte“ machte. Eine konkrete Erkrankung lag bei Antragstellung nicht vor.

Kurze Zeit später ergab eine Untersuchung einen Gendefekt, was den Versicherer zur Anfechtung des Vertrages veranlasste. Zu Unrecht, befand das OLG Celle am 9. November 2015 (Az.: 8 U 101/15). Die spontane Anzeigepflicht könnte laut OLG nur als absolute Ausnahme greifen – wenn die Umstände „so ungewöhnlich sind, dass eine auf sie abzielende Frage des Versicherers nicht erwartet werden kann“. Das wäre beispielsweise bei einer neuartigen Krankheit der Fall, so Pagel. Der Versicherer musste das Pflegetagegeld zahlen.

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Nachfolge: So buhlen Käufer um Bestände

Mo, 06/11/2018 - 19:15

Satte 30 Millionen Euro – solche Summen sorgen in der Versicherungsbranche für Aufsehen, wenn sie beispielsweise in Start-Ups investiert werden. In vorliegenden Fall sollen die 30 Millionen Euro in Bestände deutscher Maklerunternehmen fließen. Diesen Plan hat jedenfalls Harald Kalthoff, Geschäftsführer von lesitas. Über einen Investor hat Kalthoff diese finanzielle Ausstattung erhalten, mit der Bestände aufgekauft werden sollen. Und der Plan scheint aufzugehen: Seit Jahresbeginn hat das spezialisierte Unternehmen nach eigenen Angaben fünf Asset-Deals mit einem Gesamtvolumen von 8,5 Millionen Euro akquiriert.
Eine Größenordnung, die zeigt, welche Bedeutung der Nachfolge-Markt hat. Und Kalthoff ist längst nicht der einzige Player am Markt, der sich um die Bestände von Versicherungsvermittlern bemüht.

Maklerrente: Einnahmen x 7

Auch der Lübecker Maklerpool Blau direkt bietet Maklern Nachfolgelösungen an. Dafür wurde eigens die Firma Simplr Versicherungsservice GmbH ins Leben gerufen. Noch ist die Firma in Gründung – aber die Versprechen an Makler klingen gut: Mit einer „Bestands-Sicherheitsgarantie“ werde sichergestellt, dass auch die Hinterbliebenen den Bestand später verkaufen können.
Makler könnten mit der Rentenvariante „leicht das fünf- bis siebenfache ihrer bisherigen Einnahmen erzielen“, heißt es auf dem blau direkt-Blog. Dort wurden auch mögliche Steuervorteile hervorgehoben: So falle die Gewerbesteuer weg und die Einkommenssteuer entspräche der niedrigeren Ertragswertsteuer für Leibrenten. „Wir übernehmen die Verantwortung, die Haftung und die Betreuung für Bestände, zahlen aber weiterhin 100% der Bestandscourtage an den ausscheidenden Makler“, fasst blau direkt die Maklerrente zusammen.

Partnerwahl im Ruhestand: Gut abwägen!

Aber welches Modell passt besser zur eigenen Lebensplanung? Ist vielleicht nur ein Teilbverkauf interessant? Und ist der Bestand überhaupt gepflegt genug, um verkauft zu werden? Gerade beim letzten Punkt scheinen insbesondere kleinere Maklerunternehmen Nachholbedarf zu haben. Zwar ist das Problem der „ungepflegten Bestände“, die sich nur schwer veräußern lassen, kein Unbekanntes. Doch geändert hat sich daran in den letzten Jahren kaum etwas. So jedenfalls die Beobachtungen von Harald Kalthoff.
Wer sich also ernsthaft mit der Nachfolge für „sein Lebenswerk“ beschäftigt, sollte zu allererst mit Bestandspflege beginnen – gleich, welches Nachfolge-Modell geeignet erscheint.

Fünf häufige Fehler bei der Nachfolgeplanung

 

 

 

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