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Aktualisiert: vor 19 Stunden 12 Minuten

Anbieter verzichten zunehmend auf Gesundheitsfragen

Mi, 06/06/2018 - 14:05

Wer seine Liebsten oder aber einen Hausbau absichern möchte, ist mit einer Risikolebensversicherung gut beraten. Eine Meinung, die wohl auch die meisten Verbraucherschützer so unterschreiben würden. Das Problem ist dabei allerdings: Nicht jeder, der eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, kann dies auch tun.

Denn die Versicherer haben vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung eine Schranke gezogen, bestehend aus mehreren zu beantwortenden Gesundheitsfragen. Ein umfangreicher Fragenkatalog, vergleichbar mit dem bei BU-Versicherungen, soll dafür sorgen, dass allzu risikobelastete Kunden das Versicherungskollektiv nicht über Gebühr belasten. Sie bleiben im schlimmsten Fall ohne Versicherungsschutz, wenn es besser läuft können sie eine Risikolebensversicherung abschließen, müssen dabei aber Zuschläge und/oder Ausschlüsse in Kauf nehmen.

Die Gesundheitsfragen sind dabei nicht einheitlich festgelegt. Vielmehr entscheidet jeder Versicherer für sich, was und wie er seine potenziellen Kunden fragt. Hier ist in letzter Zeit eine für viele Kunden erfreuliche Entwicklung festzustellen – denn immer mehr Anbieter bieten eine Risikolebensversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen an.

Diese sind allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft und meist für junge Leute interessant, die eine Baufinanzierung bzw. ein Hypothekendarlehen absichern möchten. So beträgt das Eintrittsalter für diese Angebote meist 45 Jahre, auch die Todesfallsumme ist begrenzt – allerdings gibt es hier große Unterschiede zwischen den Anbietern, in der Spitze wird eine Summe von bis zu 400.000 Euro angeboten. Wichtig ist in der Regel auch, dass der Abschluss des Darlehensvertrages nicht allzu weit in der Vergangenheit liegt.

Kommen die allgemeinen Bedingungen in Frage, gilt es einen Blick auf die vereinfachten Gesundheitsfragen zu schauen, um auch hier böse Überraschungen zu vermeiden. So ist es beispielsweise wichtig, dass die Fragen geschlossen formuliert sind. Beispiel: „Sind in den letzten zwei Jahren folgende Erkrankungen (...) aufgetreten“. Dies ist eine Formulierung, die den Zeitraum klar abgrenzt, der für die Versicherung interessant ist und dem Kunden wesentlich mehr Sicherheit gibt als beispielsweise unbestimmte Formulierungen wie „in der Vergangenheit“. Wer sich bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen Unsicherheit verspürt, sollte sich beim Arzt seine Krankenakte besorgen. Auch kann eine Risikovoranfrage bei verschiedenen Anbietern ein geeignetes Mittel sein.

Bäte: "Amazon ist wichtiger als die traditionellen Wettbewerber"

Fr, 02/16/2018 - 15:05

Allianz-Chef Oliver Bäte hat am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz des Versicherers seinen Respekt vor dem Tech-Giganten Amazon wiederholt. „Für uns ist Amazon wichtiger als die traditionellen Wettbewerber“, antwortete Bäte auf die Frage, ob er Respekt vor einem Markteintritt des Handelsriesen in den Versicherungsmarkt habe.  

Amazon hatte erst neulich die Gründung einer eigenen Krankenversicherung für seine Mitarbeiter in den USA bekannt gegeben. Auch in Europa hatte das Unternehmen zuletzt per Stellenanzeigen nach Versicherungsexperten gesucht.  

Bäte betonte aber, dass Amazon und andere Tech-Unternehmen keine Versicherungslizenz benötigen, um an die Gewinntöpfe der Versicherer zu gelangen. Schließlich zahle man für Klicks zum Teil mehr als für klassische Vermittler.  

Denkbar sei darum für die Allianz auch eine Zusammenarbeit mit Amazon. Hier sehen sich die Münchener auch im Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Denn schließlich suchten Unternehmen wie Amazon nach Partnern, die ganze Regionen und nicht nur einzelne Staaten abdeckten. Aus diesem Grunde werde man bei der Allianz auch weiter in die Technik investieren, um einen einheitlichen Zugang zu den Systemen zu ermöglichen, so Bäte. Trotzdem soll aufgrund der intensivierten Digitalisierungsbemühungen die persönliche Beratung nicht leiden – diesen Punkt hatte Bätte Mitte Januar auf einer Veranstaltung der „Rheinischen Post“ betont, auf der er auch andere Ziele des Versicherers ansprach.  

Erfreuliche Zahlen

Der Allianz-Chef hatte am Freitag darüber hinaus erfreuliche Zahlen zu vermelden. So sei der Gesamtumsatz der Allianz SE im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 126,1 Milliarden Euro gestiegen, das operative Ergebnis hatte sich um 0,4 Prozent auf 11,1 Milliarden erhöht – die Münchener hatte für 2017 ein Gewinnziel zwischen 10,8 und 11,3 Milliarden Euro ausgegeben.  

Einen Rückgang beim operativen Ergebnis von minus 7,5 Prozent verzeichnete der Konzern jedoch im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherungen. Grund hierfür seien zahlreiche kostenintensive Naturkatastrophen, wie Waldbrände in Kalifornien und Stürme in Europa gewesen, die für Schadenansprüche in Höhe von 1,1 Milliarden Euro sorgten.  

Positiv verlief hingegen das Geschäft mit Lebensversicherungen – angesichts der weiter niedrig liegenden Zinsen ist das keine Selbstverständlichkeit. Hier stiegen die Beitragseinnahmen um 4,1 Prozent auf 67,3 Milliarden Euro.   Für 2018 soll der operative Gewinn zwischen 10,6 und 11,6 Milliarden liegen – betont vorsichtig, wie Bäte betonte, schließlich müsse man mit „Korrekturen am Markt“ rechnen.

Aktuelle BU-Urteile - das sollten Sie für 2018 wissen.

Fr, 02/16/2018 - 14:24

Wie wohl keine andere Versicherungssparte ist die BU-Versicherung - auch unter dem neuen VVG - durch jahrzehntelange obergerichtliche Rechtsprechung geprägt.

Gewissenhafte Makler haben ihre Kunden bei Vertragsabschlüssen anhand aktueller Gegebenheiten zu beraten und bis zu einem gewissen Grad (Rechtsdienstleistungsgesetz RDG!) auch bei BU-Leistungsfällen zu begleiten. Das können sie nur, wenn sie über die entsprechenden Informationen verfügen. Sicher heißt das in der BU auch unter Einbeziehung der wichtigsten obergerichtlichen Rechtsprechung.

Von den BU-Versicherern werden sie die Informationen, die ihnen hier helfen, in aller Regel so nicht bekommen. Derartige fachliche Weiterbildung findet fast ausschließlich in Tagesseminaren statt, die meist Vortagesanreise mit Übernachtung erfordern und von BGH-/OLG-Richtern wie auch von sehr spezialisierten Fachanwälten geleitet werden. Das ist aufwendig und teuer, und die Teilnahme muss eher jedes Jahr erfolgen, um den Anschluss nicht zu verlieren, soweit er überhaupt vorhanden war. Das scheidet für fast alle Vermittler als Weiterbildungsweg aus.

  • Ein wichtiges Urteil des LG Heidelberg vom 08.11.2016 (2 O 90/16) hat in Maklerkreisen richtigerweise große Beachtung gefunden und für heftigste Reaktionen und Diskussionen gesorgt, die nach wie vor andauern. Ein (BU-)Antragsteller hat ungefragt relevante Krankheiten und Behandlungen anzugeben, nach denen ihn der Versicherer nicht gefragt hat. Tut er das nicht, droht eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung. Eine besondere Bedeutung erhält diese Entscheidung im Zusammenhang mit ständigen BU-Aktionen der Versicherer mit nur wenigen bis fast gar keinen Risikofragen. Diese Entscheidung kann man aber nur richtig verstehen, wenn man sie in einer Reihe von OLG-Entscheidungen bis hin zum BGH betrachtet. Ich werde im Webinar verdeutlichen, was Arglist ist, und was nicht (vier OLG-Entscheidungen aus 2017). Anschließend werde ich LG Heidelberg einreihen in Urteile von Februar 2015 bis zur Bewertung durch den BGH im Juli 2017, als der BGH indirekt LG Heidelberg präzisierte und korrigierte. Dann werde ich zusammenfassen und Konsequenzen andeuten. Das ist ein für Makler wie Kunden sehr wichtiger Sachverhalt, der aktuell in seiner Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Wir werden gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die möglich ist. Dieser Zeitanteil muss anschließend dem eigentlichen BU-Teil wehtun.

  • In der Folge werden wir - anhand zweier OLG-Entscheidungen aus 2012 wie 2016 - den versicherten Beruf besprechen, und zwar im Zusammenhang mit „6 Monate“ und einer „verspäteten Meldung“ der eingetretenen BU.

  • Dann werden wir uns mit „Tätigkeitsklauseln“ befassen [am Beispiel, wenn der Versicherer nur eine sitzende Tätigkeit mit mindestens 90% versichert (OLG Februar 2017)].

  • Im Dezember 2016 hat der BGH konsequent entschieden, dass der ursprüngliche Beruf versichert bleibt, auch nach einer leistungseinstellenden Verweisungstätigkeit.

  • folgen - sofern zeitlich noch möglich - Entscheidungen aus 2016 und 2017 zur Umorganisation und zur Maßgeblichkeit von „Kernaufgaben“ bei der Bemessung des BU-Grades von mindestens 50%.

  • Last but not least geht es anhand neuester Urteile (inkl. BGH) bei der Verweisung um den Begriff der Lebensstellung und des Einkommens(verlustes).

  • Den krönenden Abschluss bilden „Individualvereinbarungen“, die in Wirklichkeit gar keine sind. (BGH 2017)

Ich nehme an diesen BU-Seminaren seit wohl über 25 Jahren teil, und auch jedes einzelne Jahr. In meinen BU-Weiterbildungsseminaren, -vorträgen und -webinaren gebe ich mein so erworbenes Wissen und meine langjährigen Erfahrungen schon seit etwa 1990 gezielt an Versicherungsmakler und -vermittler weiter. Jetzt auch über profino. Das Übersetzen der richterlichen Sprache in verständliches und auch motivierendes Maklerdeutsch fällt mir dabei meist nicht schwer, da ich 31 Jahre lang als GGF der auf BU spezialisierten Versicherungsmaklerfirma Pscherer GmbH tätig war.

Freuen Sie sich auf dieses BU-Update, mit dem ich Ihnen auf der Basis der wichtigsten Rechtsprechung nicht nur ganz aktuelles Wissen auf hohem Niveau nahebringe, sondern auch Zusammenhänge und Auswirkungen aufzeige, die Sie so noch nicht kannten. Dieses neue Wissen kann Ihre Tätigkeit deutlich besser und erfolgreicher machen. In einem Markt, in dem die BU-Versicherung mit die wichtigste Versicherung für Berufstätige bleiben wird - mit einem riesigen Geschäftspotenzial.

Darüber hinaus unterscheiden Sie sich positiv von Ihren nicht-upgedateten Kollegen, verbessern Ihre Wettbewerbsposition und können Ihren Kunden auch nach BU-Eintritt besser helfen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Hier geht es direkt zur Anmeldung für das profino-Webinar.

Deutsche Sparer: Die Fonds-Freude steigt

Fr, 02/16/2018 - 12:13

Niedrigzins-Geldanlagen wie Sparbuch und Bausparer (Neuabschlüsse) verlieren stark an Bedeutung, Fonds hingegen sind im Aufwind und die Risikobereitschaft der Anleger steigt. Das sind die zentralen Erkenntnisse der Gothaer Anlegerstudie 2018 im Auftrag der Gothaer Asset Management AG (GoAM).

Konkret geht aus der Befragung von 1.020 Bundesbürgern hervor, dass nur noch 39 Prozent das Sparbuch als Geldanlage nutzen. Damit liegt diese Form der Geldanlage zwar immer noch auf Platz Eins, musste gegenüber den Jahren 2017 (45 Prozent) und 2015 (51 Prozent) aber ordentlich Federn lassen. Ähnlich verhält es sich mit Bausparverträgen: 2015 investierten hier noch 35 Prozent der Deutschen, 2018 sind es nur noch 28 Prozent.

Dieser Trend ist nicht neu. Jedoch zeigt die Gothaer-Studie eine zunehmende Dynamik, mit der sich Sparer aktuell von Niedrigzins-Geldanlagen verabschieden. "Den Deutschen wird immer stärker bewusst, dass sie als Sparer mit am stärksten von der Niedrigzinspolitik betroffen sind und ihre Altersvorsorge gefährdet ist“, erklärt Christof Kessler, Vorstandssprecher der GoAM. So halten mittlerweile 57 Prozent der Befragten die Niedrigzinspolitik der EZB für falsch. Vor zwei Jahren waren es noch 11 Prozentpunkte weniger gewesen.

Mehr Mut zum Risiko

Was sich hingegen steigender Beliebtheit erfreut, sind Investitionen in Fonds. Noch nie verfügten die deutschen Vermögensverwalter über mehr Geld als jetzt. Laut der Gothaer-Anlegerstudie hat bereits jeder fünfte Deutsche Fonds als Geldanlage (Vorjahr: 17 Prozent). Dementsprechend nimmt auch die Risikobereitschaft der Bundesbürger zu: 26 Prozent der Befragten wären bereit, bei der Geldanlage zu Gunsten einer höheren Rendite auch ein höheres Risiko einzugehen (Vorjahr: 20 Prozent).

Dass nicht noch mehr Deutsche in Fonds und Aktien investieren, ist weiterhin dem hohen Sicherheitsbedürfnis geschuldet. Für unverändert 52 Prozent der Bundesbürger ist die Sicherheit das entscheidende Kriterium bei der Geldanlage. Wie eine andere Studie zeigt, beschert dieser Sicherheitswahn den deutschen Sparern durch Niedrigzins und Inflation aber jährlich Milliardenverluste.

Bürgerversicherung - was nützt sie mir?

Fr, 02/16/2018 - 11:29

Kommt es in der Öffentlichkeit zu Diskussionen über Niedrigzins in der Lebensversicherung, fallende Kurse oder Leistungsverweigerungen von Versicherungen, scheinen sich viele Versicherungsvermittler "wegzuducken" und Kundengespräche darüber eher zu vermeiden. Ganz ähnlich bei der aktuellen Debatte um Bürgerversicherung und "Zwei-Klassen-Medizin". Auch mein Versicherungsmakler (Liebe Grüße) schickte bislang keine Einladung zum Kundenabend, eine Infomail oder einen simplen Link. Warum eigentlich nicht? Meint er vielleicht, eine Betreffzeile wie "Was nützt Ihnen die Bürgerversicherung?" würde mich nicht interessieren?

Das tut es sehr wohl und damit stehe ich nicht alleine. Doch ein Großteil der Deutschen wird mit den in die Medien getragenen Begriffen wie "Bürgerversicherung" und "Zwei-Klassen-Medizin" alleine gelassen. Dabei sind diese Begriffe streng wertend und geben die Richtung vor. "Zwei-Klassen-Medizin" - da schwingt die verbale Mistforke schon mit. "Bürgerversicherung" - das klingt nach einem Lagerfeuer, um das man sich scharen sollte.

Schwachstellen klar benennen

Die wirklichen Probleme im Gesundheitssystem werden durch diese Begriffe allerdings kaum gelöst, geschweige denn angesprochen. Was ist zum Beispiel mit dem Thema Budgetierung von Kassenleistungen. Kassenärzte haben zur Abrechnung von Leistungen nämlich nur ein bestimmtes Kontingent zur Hand. Ist dieses für das jeweilige Quartal aufgebraucht, erhält der Mediziner weniger Geld für die gleiche Leistung - kein Wunder, dass die Leistung dann aufs kommende Quartal verschoben wird.
Auch die ungleiche Verteilung von Ärzten gehört angesprochen. Der Überschuss von Fachärzten in Regionen mit vergleichsweise vermögender Kundschaft, der Mangel an Ärzten in Regionen, wo der Euro verhältnismäßig häufig doppelt umgedreht werden muss.
Doch davon liest man höchstens zwischen den Zeilen. Dabei wünschen sich die Deutschen in dieser Hinsicht Aufklärung. Hier sollte der Makler in die Bresche springen und Informationen liefern können - umfassendes Material findet er an vielen Stellen. Vielleicht bleibt die unmittelbare Belohnung in Form eines Folgegeschäfts im Kranken-Vollversicherungsbereich aus. Doch dem Makler winkt etwas weitaus Wertvolleres - er kann sich gegenüber seinem Kunden als profilierter Experte in Szene setzen, als Anlaufstelle für Informationen. Das wird sich für den Makler auf Dauer dann auch auszahlen - mit oder ohne Bürgerversicherung.

Jagdfeld vs. Signal Iduna: Der Ton verschärft sich

Fr, 02/16/2018 - 11:26

Im Prozess zwischen Immobilieninvestor Anno August Jagdfeld und der Signal-Iduna-Versicherung vor dem Dortmunder Landgericht verschärft sich der Ton zwischen den beiden Konfliktparteien. So wirft Jagdfeld dem Versicherer Prozessbetrug vor – mehrere Mitarbeiter der Versicherung hätten im Prozess bislang falsch vorgetragen, auch schriftlich.  

Konkret geht es um Unterlagen zum Beitritt der Versicherung in eine Schutzgemeinschaft der Adlon-Anleger. Diese hatte sich damals gebildet, als der von Jagdfeld aufgelegte Fonds zum Wiederaufbau des Berliner Nobelhotels am Pariser Platz renditetechnisch hinter den Erwartungen zurückblieb und Entscheidungen Jagdfelds, auf Pachtzahlungen zu verzichten, für Unmut unter den Anlegern sorgten. Bei der von der Signal Iduna nun im Prozess  vorgelegten Beitrittserklärung zur Schutzgemeinschaft seien deutliche Unterschiede zu den bisherigen vorgelegten Versionen erkennbar, lautet ein Vorwurf von Jagdfeld-Sprecher Dr. Christian Plöger.  

So sei aus der nun vorgelegten Version der Beitragserklärung erkennbar, dass die Versicherer als größter Anleger (insgesamt hatte die Signal Iduna fünf Millionen Euro investiert) auch den größten Einfluss in der Schutzgemeinschaft besaßen. Die Stimmkraft habe sich folglich an der Anlagesumme bemessen.  Die Kleinanleger hätten demzufolge „praktisch nichts zu sagen“ gehabt, so Plöger.

Signal Iduna wehrt sich

Für die Rufmord-Vorwürfe wäre dieser Punkt von entscheidender Bedeutung. Der Immobilieninvestor sieht die Signal Iduna als Initiator einer Rufmord-Kampagne. Der Beauftragte der Schutzgemeinschaft, der mittlerweile verstorbene Anwalt Thomas Fritsch, hatte Jagdfeld mehrfach scharf attackiert, unter anderem warder Adlon-Investor öffentlich der Untreue beschuldigt worden. Hierhinter, so die Auffassung von Jagdfeld, steckte letztlich die Signal Iduna als maßgeblicher Investor.  

Die Versicherung bestreitet dies und verwahrte sich auch gegen Vorwürfe, dass Mitarbeiter – wie von den Jagdfeld-Anwälten nun vorgeworfen – falsch ausgesagt hätten. „Aus unserer Sicht ist der Vorwurf des Prozessbetrugs ein durchsichtiges Manöver der Anwälte von Anno August Jagdfeld“, erklärte Signal-Iduna-Sprecher Edzard Bennmann. Den Anwälten von Jagdfeld sei es in den vergangenen Tagen nicht gelungen, die Rufmord-Vorwürfe gegen die Signal-Iduna vor Gericht zu erhärten. „Daher wird nun eine Strafanzeige wegen Prozessbetrug angekündigt, um trotzdem den Druck auf die Signal Iduna aufrecht zu erhalten“, so Bennmann.  

Sollte die Strafanzeige gegen Prozessbetrug tatsächlich gestellt werden, könnte dies ein Urteil im Rufmord-Prozess erheblich verzögern. Laut einem Bericht des Handelsblatts ermahnte Richter Willi Pawel die Jagdfeld-Anwälte, sich diesen Antrag genau zu überlegen.

Kryptowährungen: "Totalverlust möglich"

Fr, 02/16/2018 - 08:44

procontra: Der Bitcoin ist seit 2009 am Markt. Seitdem ist der Hype um Kryptowährungen beinahe ungebrochen. Woher kommt diese konstante Begeisterung für eine digitale Währung ohne Gegenwert?

Marc Pasdag: Anfangs war das Interesse für Kryptowährungen sicher auf eine kleine Gruppe Technik-affiner und experimentierfreudiger Nutzer begrenzt. Getrieben durch staatliche Regulierungs- und Kontrollwut wurde die Zahl der Interessierten stetig größer und dank der enormen medialen Begleitung der geradezu märchenhaft anmutenden Gewinne des Jahres 2017 unterhalten sich inzwischen selbst Rentner im Wartezimmer ihres Arztes darüber, was es mit diesen Bitcoins auf sich habe.
Substantiell ist die Begeisterung für mich allein damit zu begründen, dass der Wert einer Kryptowährung allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird und frei ist von zentral gesteuerten Einflussnahmen auf beispielsweise die Geldmenge.

Kryptowährung: Bald anerkannte Assetklasse?

procontra: Der Managing Director Dave Chapman von Octagon Strategy geht davon aus, dass der Preis für einen Bitcoin im Jahr 2018 auf bis zu 100.000 US-Dollar steigen kann. Der bisherige Trend geht also ungebremst weiter?

Pasdag: Grundsätzlich spricht das zunehmende Interesse von Medien, Investoren und Regulierungsbehörden weltweit für weitere steigende Bewertungen von Kryprowährungen. Ob die Entwicklung allerdings ungebremst weitergeht, darf bezweifelt werden. Diese noch junge Form von Wertaufbewahrungsmitteln wird sich vermutlich zu einer anerkannten Assetklasse entwickeln. Der Weg dorthin wird aber von erheblichen Schwankungen, Rückschlägen und neuen Meilensteinen gepflastert sein. Dass die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptowährungsmarktes von derzeit 500 -700 Mrd. USD in zehn Jahren ein Vielfaches betragen wird, ist meiner Meinung nach sehr viel wahrscheinlicher als das man diesen Geist wieder in die Flasche zurückdrängen kann.

Totalverlust möglich

procontra: Dennoch mehren sich Stimmen, die vor der Unkalkulierbarkeit von Kryptowährungen warnen. So hat zum Beispiel die BaFin vor dem Totalverlust bei Kryptowährungen gewarnt. Wo liegen die Stolpersteine und welche Risiken birgt das digitale Geld?

Pasdag: Der Markt der Kryptowährungen hat gerade erst die Geburtsstation verlassen und wird das Erwachsenenalter nicht linear ansteuern, sondern exponentiell. Im Zeitraffer werden dabei Heranwachsen und Pubertät durchlebt werden, inklusive all der Probleme und Schwierigkeiten, die es auch im richtigen Leben gibt. Welche Kryptowährungen am Ende die größten Marktanteile auf sich vereinen werden und welche bedeutungslos oder ganz verschwinden werden, ist reine Spekulation. Sicherlich haben die heute bereits etablierten Kryptos wie Bitcoin, Litecoin oder Ethereum bessere Voraussetzungen, sich zu etablieren, als neu entstehende Einheiten. Aber sicher sollte sich da niemand sein, auch Bücher.de war mal ein Platzhirsch in Deutschland, bevor Amazon es pulverisierte, Alta Vista war als Suchmaschine state-of-the-art bevor es google gab und StudiVZ war das angesagteste online-Netzwerk hierzulande bevor Facebook auf den Plan trat.
Ein Totalverlustrisiko ist also mit Sicherheit gegeben. Daher erscheint es für Investoren, die auf die Entwicklung von Kryptowährungen spekulieren wollen als ratsam, auf einen Korb der größten Währungen zu setzen und nicht Einzelne herauszupicken.

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Seite 2: Kryptowährungen bleiben volatil
Seite 3: Alternativen zu Bitcoins

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procontra: Bitcoin-Futures werden mittlerweile an US-amerikanischen Börsen gehandelt. Auch die deutsche Terminbörse Eurex will nachziehen. Inwieweit eigenen sich Kryptowährungen als Anlageinstrument?

Pasdag: Wenn man die Ergebnisse des vergangenen Jahres betrachtet, hätte sicher jeder gern Bitcoin & Co. als Anlageinstrument genutzt. Da die Eröffnung unterschiedlichster Wallets und sicherer Aufbewahrungsmöglichkeiten mitunter kompliziert und langwierig ist, werden Investments in Kryptowährungen niemals ein Thema für die breite Masse werden. Erst wenn die Finanzindustrie Möglichkeiten entwickelt, entsprechende Investments so einfach zu tätigen wie den Kauf von US Dollar oder Yen, wird es ein Massenphänomen werden können. Der erste Schritt ist mit den Bitcoin-Futures aber auch mit Tracker-Zertifikaten auf Bitcoin und Ethereum gemacht. Derzeit scheint sich die Finanzindustrie in der Breite aber noch entscheiden zu müssen, ob sie Kryptowährungen und insbesondere die zugrunde liegende Blockchain-Technologie eher als Gefahr für ihre Geschäftsmodelle ansieht oder deren Chancen nutzen möchte. Ich bin mir sicher, dass es schon bis Ende 2019 eine Vielfalt an Investitionsmöglichkeiten für Privatinvestoren geben wird, die reguliert, bequem und sicher sein werden.

Kryptowährungen bleiben volatil

procontra: Können private Anleger von den mitunter enormen Gewinnen von Bitcoin und Co. trotzdem profitieren oder sollte die Volatilität vor einem Investment abschrecken?

Pasdag: Grundsätzliche Anlageregeln sollten auch bei Investments in Kryptowährungen ihre Gültigkeit behalten. Je nach Risikotragfähigkeit und -neigung sollte immer nur ein überschaubarer Betrag in hochvolatile Anlagen investiert werden. Da Kryptowährungen in den nächsten Jahren sicher sehr volatil bleiben werden, auch Totalverluste und Betrugsszenarien nicht auszuschließen sind, gilt wie immer: Streuen ist Trumpf! Also am besten einen Korb aus mehreren Währungen zusammenstellen. Zudem sollten Positionen reballanced werden, das heißt in die angedachte Positionsgröße zurückgeführt werden. Hat sich die Krypto-Position beispielsweise verdoppelt, sollten Gewinne realisiert und die Position gekürzt werden, sodass die Gesamt-Vermögensallokation des Investors erhalten bleibt.

procontra:"Kryptowährungen werden über kurz oder lang Gegenstand von Gesetzgebung werden, ob zum Beispiel zum Verbraucherschutz oder zu Steuerfragen", meint Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling. Ist eine staatliche Regulierung auch in Europa wirklich sinnvoll?

Pasdag: Bis zu einem gewissen Grad ist Regulierung immer sinnvoll. Leider wird dabei gelegentlich über's Ziel hinausgeschossen und der gute Grundgedanke aus den Augen verloren. Eine Regulierung gibt breiten Invetorengruppen das Gefühl der Sicherheit und Seriosität und hilft letztlich auch, schwarze Schafe aufzuspüren und Missbrauchsmöglichkeiten einzuschränken. Da der Markt der Kryptowährungen nach meinem Dafürhalten ein enormes Wachstum erleben wird, ist es unumgänglich, dass Staaten sich mit dem Thema befassen und versuchen, ordnend einzugreifen und ihre Bürger aber auch die eigenen staatlichen Interessen zu schützen. Gerade diese Regulierung kann somit letztlich eine Triebfeder des Krypto-Wachstums sein.

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procontra: Der erste Gedanke bei Kryptowährungen fällt nicht unbedingt auf das Thema Umwelt. Dabei wird der Stromverbrauch für die weltweite Produktion von Kryptowährungen 2018 mit dem jährlichen Stromverbrauch von Argentinien gleichgesetzt. Inwieweit wird das die Entwicklung von Kryptowährungen beeinflussen?

Pasdag: Ich sehe da keine negativen Effekte. Der Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Produktion von Bargeld wird nicht geringer sein, als bei der Entstehung von Kryptowährungen. Ganze Wälder müssen abgeholzt werden, um das erforderliche Papier der Geldscheine herzustellen. Für die Münzherstellung müssen in Minen die Rohstoffe geschürft werden. Von der Weiterberarbeitung in Metall- und chemischer Industrie über die Herstellung der Farben für die Banknoten, dem Druck der Scheine und der Prägung der Münzen sowie der Auslieferung an Banken, Geldautomaten usw. bis hin zur fortlaufenden Bewirtschaftung des Bargeldkreislaufs werden unvorstellbare Mengen an Energie verbraucht. Es wäre spannend, einmal in seriösen Studien einen Vergleich der beiden Währungskonzepte unter ökologischen Gesichtspunkten anzustellen.

Alternativen zu Bitcoins

procontra: Alles spricht derzeit stets von Bitcoins, dabei ist sie nur eine Kryptowährung unter vielen. Welche anderen Währungen halten Sie für interessant und warum?

Pasdag: Grundsätzlich kann man schon einmal unterscheiden, ob Kryptowährungen vordergründig als Zahlungs- oder Wertaufbewahrungsmittel konzipiert wurden wie z.B. Bitcoin oder darüber hinaus einen industriellen Nutzen beinhalten.
So ist Ripple beispielsweise ebenfalls eine Kryprowährung, erlaubt darüber hinaus aber eine Integration seiner zugrunde liegenden Systematik in die Systeme von Banken und Unternehmen. Immer mehr Banken, darunter viele Global Player befassen sich damit, dieses System zu integrieren und Geldtransfers über Kontinente hinweg in Sekunden statt in Tagen abwickeln zu können.
Ein anderes Beispiel ist IOTA, welches im Zeitalter autonomer Maschinen und des Internet-der-Dinge geeignet ist, sich als Zahlungsmittel der Maschinen durchzusetzen. Auch bekannte Traditionsunternehmen der deutschen Industrie befassen sich mit dem Einsatz von IOTA in der Entwicklung intelligenter und autonomer maschinengesteuerter Prozesse. Wir werden es vermutlich schon bald erleben, dass ein autonom fahrendes Auto den Parkroboter dafür bezahlt, ihm den effizientesten Weg zur geeigneten Parklücke zu weisen und nach Beendigung des Parkvorgangs im Vorbeifahren die Gebühren beim Parkautomaten begleicht. Auch werden Science Fiction-Klassiker wie der Kühlschrank, der frische Milch bestellt und sogleich bezahlt, sicher bald Realität werden. So hat Ripple gute Chancen, ein Zahlungsmittel für völlig neu entstehende Geschäftsmodelle zu werden.

Verbot schwer durchsetzbar

procontra: Immer mehr Länder denken öffentlich über ein Verbot der Bitcoins nach. Wie ist diese Entwicklung zu bewerten?

Pasdag: Wir werden insbesondere in dem ein oder anderen totalitären Regime Verbote von Kryptowährungen sehen. Dies wird nicht flächendeckend und auch nicht nachhaltig der Fall sein. Der Grund ist sicherlich die Angst der Regime for einem Kontrollverlust. Immerhin kann die zugrunde liegende Blockchain-Technologie unsere seit Jahrtausenden zentral geordneten und gelenkten Staats- Gemein-, Geld- und Wirtschaftssysteme neu strukturieren, dezentraler und autonomer organisieren und hat sicherlich disruptive Fähigkeiten. Daher werden Staaten gut daran tun, sich mit diesem "Game-Changer" zu befassen und ihn sich zu Nutzen zu machen. Manche werden sich aber einfach bedroht fühlen und die darauf basierenden Auswüchse wie Kryptowährungen verbieten. Die konsequente Umsetzung kann aber eigentlich nur durch eine Abschaltung des Internets in dem jeweiligen Land durchgeführt werden. Viel wahrscheinlicher ist es daher, dass wir staatliche Regulierungsbemühungen sehen werden, die auch durchaus begrüßenswert sind.

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Axa Deutschland mit neuem Vertriebsvorstand

Do, 02/15/2018 - 16:00

Die Axa Deutschland hat nun auch offiziell einen neuen Vertriebsvorstand. Dr. Thilo Schumacher (42) übernimmt mit sofortiger Wirkung die Leitung des Ressorts, dem er seit dem Wechsel von Jens Hasselbächer zur R+V im vergangenen Herbst kommissarisch vorgestanden hatte.

Schumacher begann seine Laufbahn bei der deutschen Axa 2006 im Vertriebsressort. Von 2010 bis 2012 leitete der promovierte Betriebswirt den Ausschließlichkeitsvertrieb. Seit 2012 zählt er zum Vorstand der Axa Konzern AG und war dort zunächst für das Ressort Strategie und Organisation zuständig.

Anfang 2015 übernahm der dann den Vorstand der Axa Krankenversicherung. Die dort zahlreich eingehenden Klagen rund um das Dauerthema des PKV-Treuhänderstreits scheinen ihm aber noch Kapazitäten frei zu lassen. Denn die Aufgabe des Vertriebs-Chefs wird Schumacher weiterhin zusätzlich zu seinen Aufgaben als Vorstand der Krankenversicherung wahrnehmen.

blau direkt: Sanktionen für illegale Krypto-Makler

Do, 02/15/2018 - 13:02

„Wer jetzt nicht kauft ist selber schuld“ oder „Gerne berate ich Sie zum Handel mit Bitcoin und Co“ – diese und ähnliche Sätze sind derzeit immer wieder auf Facebook-Profilen zu lesen. Kundschaft für den Handel mit dem virtuellen Geld gibt es aufgrund der Kursexplosionen der letzten Wochen und Monate offenbar genug. Der digitale Goldrausch könnte daher auch den einen oder anderen Vermittler erfasst haben.

blau direkt heißt solche Geschäfte allerdings gar nicht gut. Der Maklerpool hat nun all seinen Partnern von der gewerblich motivierten Vermittlung von Kryptowährungen an Verbraucher abgeraten. Grund: Dies sei schlicht und ergreifend illegal. Wie das Lübecker Unternehmen erklärt, würden die Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherungen von Maklern für die Vermittlung von Kryptowährungen nicht greifen. Die Vermittler müssten daher unbegrenzt mit ihrem Privatvermögen haften und das nicht nur in Ausnahmefällen.

Courtagezahlungen nur noch ratierlich

„Weil das Geschäft illegal betrieben wird, steht dem Kunden ein jederzeitiger Rückabwicklungsanspruch zu. Das heißt, immer wenn der Kunde Kursverluste erleidet, kann er gegenüber dem Vermittler auf Rückabwicklung pochen“, erklärt blau direkt-Geschäftsführer Oliver Pradetto.

Seine Haltung verdeutlicht der Maklerpool mit einer klaren Konsequenz: Vermittler, die Kryptowährungen vermitteln, erhalten ab sofort sämtliche Courtagezahlungen nur noch ratierlich über den Haftungszeitraum ausgezahlt. Hintergrund: Sollten Vermittler durch Krypto-Geschäfte insolvent werden, könnten sie ihre Stornoprovisionen nicht mehr zurückzahlen. Auf diese Weise will sich der Pool dagegen absichern.

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Seite 2: BaFin fokussiert virtuelle Währungen

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Gerechtfertigt sieht blau direkt seine deutliche Positionierung durch die Einschätzung der Finanzdienstleitungsaufsicht BaFin zum Thema Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICO). Die Aufsicht hatte in der November-Ausgabe ihres BaFin-Journals erklärt, dass es sich beim kommerziellen Handel mit Kryptowährungen um ein erlaubnispflichtiges Geschäft nach §54 KWG handelt. Ein Handeln ohne Erlaubnis ist somit strafbar.

Zudem weist die BaFin in ihrer aktuellen Ausgabe auf eine gemeinsame Erklärung der europäischen Aufsichtsbehörden hin. Demnach sollen die nationalen Behörden virtuelle Währungen stärker ins Visier nehmen, um Verbraucher und Anleger zu schützen.

Weniger abgeneigt von Kryptowährungen zeigt man sich bei der JDC Group zu der auch der Maklerpool Jung, DMS & Cie gehört. Das Unternehmen hatte jüngst erklärt, im zweiten Quartal 2018 per ICO ihre eigene Kryptowährung „Blocx“ herauszubringen. Diese sollen zunächst allerdings nicht als Geldanlage vermittelt werden. Geplant sei hingegen, diese an Kunden und Vertriebspartner für Vertragsabschlüsse zu vergeben. Ein Ziel sei unter anderem, dass Makler mit den „Blocx“ in Zukunft ihre Pool-Gebühren bei JDC bezahlen können.

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Unklare Rechtslage über Einführung der IDD

Do, 02/15/2018 - 12:37

Die EU-Kommission hat die Verschiebung der Richtlinie auf den 01.10.2018 beantragt. Das müssen noch das europäische Parlament und der Rat absegnen, wobei die Zustimmung als sicher gilt. Allerdings weist die EU-Kommission ausdrücklich darauf hin, dass die Frist zur Übertragung der IDD in die nationale Gesetzgebung bestehen bleibt.

Grundsätzlich steht EU-Recht über nationalem Recht. Doch kann daraus abgeleitet werden, dass die nationale Gesetzgebung zu IDD nicht gilt?  

Um sicher zu sein, empfehlen Juristen bereits ab dem 23. Februar 2018 IDD-konform zu beraten und zu dokumentieren. 

Was Sie beachten müssen: Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung

Nach § 7b und 7c VVG sind Versicherungsmakler ab dem 23. Februar 2018 dazu verpflichtet, vor Abschluss und während der Laufzeit einer Anlage, wie zum Beispiel bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung, eine Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung durchzuführen. 

Im Rahmen der Angemessenheitsprüfung ist zu beurteilen, ob der Kunde nach seinem Kenntnisstand und seinen Erfahrungen die Anlage sachgemäß beurteilen kann. Bei der Geeignetheitsprüfung geht es darum, ob die Anlage für den Versicherungsnehmer persönlich zu empfehlen ist. Die Prüfungen müssen nach dem Gesetz mindestens jährlich durchgeführt werden. 

Nutzen Sie digitale Tools zur rechtssicheren Dokumentation  

Um den regulatorischen Anforderungen zu entsprechen, empfiehlt es sich, die Dokumentation technologiegestützt durchzuführen. Mittlerweile werden auf dem Markt bereits erste Softwareprodukte zur IDD-gerechten Beratungsdokumentation angeboten.

Mit Professional works 3.0 stellt der Deutsche Maklerverbund ein kostenfreies Maklerverwaltungsprogramm, das IDD-konforme Beratungsdokumentation bietet. Im System werden digitale Vorlagen zur Verfügung gestellt, die alle rechtlichen Vorschriften zur IDD-konformen Beratungsdokumentation erfüllen. Damit können Sie auch komplexe Beratungsprozesse rechtssicher und zeiteffizient bearbeiten. Zudem kann mit dem jährlichen Check-up automatisch die Vermögenssituation des Kunden erfragt werden, um auch den fortlaufenden Anforderungen an die Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung gerecht zu werden.

Einen kostenlosen Testlogin erhalten Sie hier.

bAV: So erreichen Sie Azubis

Do, 02/15/2018 - 12:15

Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen unterhalb von 2.200 Euro liegt, gelten als Geringverdiener. Zu dieser Gruppe zählen auch Auszubildende. Dem Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) folgend, sollen Geringverdiener bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) gestärkt werden. Laut neuem § 100 Einkommensteuergesetz (EStG) hat der Arbeitgeber Vorteile bei arbeitgeberseitiger Einzahlung von mindestens 240 Euro (höchstens 480 Euro) für zusätzliche Altersversorgung im Rahmen eines Pensionsfonds, einer Pensionskasse oder einer Direktversicherung. Der Arbeitgeber kann 30 Prozent von der Lohnsteuer des Arbeitnehmers behalten, die ihm im Wege der Verrechnung mit der vom Arbeitgeber abzuführenden Lohnsteuer ausgezahlt wird.

"Die Förderung für Geringverdiener nach dem Betriebsrentenstärkungsgesetz wird sich hier sicher weiter positiv auswirken. Abzuwarten bleibt auch, welchen Einfluss künftige Opting-Out-Modelle haben werden," so Angelika Brandl, Aktuarin bei Aon Hewitt. Sie leitete eine Untersuchung, bei der das Beratungsunternehmen die Situation von Auszubildenden bei deutschen Unternehmen in Sachen betrieblicher Altersversorgung (bAV) beleuchten wollte (liegt procontra vor). Der Untersuchung liegt eine Befragung von mehr als 60 Unternehmen aus verschiedenen Branchen (Chemie, Energie, Automobil, Finanzen, Handel, Kommunikation, Lebensmittel, Maschinenbau, Pharma, Technologie, etc.) mit insgesamt 900.000 Beschäftigten in Deutschland zugrunde. Dabei handelte es sich laut Aon zumeist um börsennotierte Unternehmen und größere Familienunternehmen.

Hemmnis: administrativer Aufwand

Der Befragung zufolge bieten fast alle Unternehmen (rund 85 Prozent) auch Auszubildenden die Entgeltumwandlung als Weg der Altersvorsorge an. Allerdings liegt die Quote mit unter 60 Prozent bei arbeitgeberfinanzierten Versorgungsangeboten erheblich niedriger. Hier sehen die Studienautoren Nachholbedarf.
Den Ergebnissen zufolge ist aber nicht der finanzielle Aufwand das größte Hindernis für die Einbeziehung der Auszubildenden. Gescheut wird vielmehr in erster Linie der administrative Aufwand. Drei Viertel der Unternehmen, deren betriebliche Altersversorgung über die externen Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds abgewickelt wird, beziehen Auszubildende ein. Werden hingegen die internen Durchführungswege Direktzusage oder Unterstützungskasse genutzt, sind es nur rund 30 Prozent.

"Es zeigt sich deutlich, dass die externe Betreuung der betrieblichen Altersversorgung sowohl den Mitarbeitern als auch den Unternehmen deutliche Vorteile bietet. Die zunehmende Digitalisierung der Prozesse wird künftig einige der Hürden aus dem Weg räumen, die bisher dem Nachwuchs im Wege stehen", kommentiert Aon Hewitt Geschäftsführer Fred Marchlewski das Ergebnis der Studie.

bAV erfolgreich bei Azubis platzieren

Vermittler, die bei der Ansprache zu betrieblichen Altersversorgung (bAV) erfolgreich sein wollen, sollten die pro- und contra-Argumente kennen, die von den Unternehmen zu den jeweiligen Modellen genannt werden. Auch darüber gibt die Studie Auskunft.

Arbeitgeberfinanzierte Modelle

 

Mitarbeiterfinanzierte Modelle

 

Vergleichs-Technologie: Mehr als einen Schritt voraus

Do, 02/15/2018 - 12:00

Wer seine Kunden mithilfe einer Online-Vergleichsplattform berät, möchte selbstverständlich mit der aktuellsten Technik arbeiten. Aber längst nicht alle Angebote auf dem Markt erfüllen die professionellen Anforderungen des Maklers. Ein gutes Tool muss beispielsweise eine absolut zuverlässige Verschlüsselung der Informationen bieten sowie absolute Rechtssicherheit bei der Erhebung und dem Umgang mit den Kundendaten.

Die Vergleichsplattform von finanzcheckPRO ist entsprechenden anderen Tools in vielen Punkten weit voraus. Makler, die damit arbeiten, können sicher sein, dass sie die derzeit beste Technologie auf dem Markt nutzen. Sie erhalten stets Zugriff auf eine innovative und aktuelle Software.

Mehr Auswahl, mehr Sicherheit, mehr Service

Auch hinsichtlich der Auswahl an Angeboten gehört finanzcheckPRO zu den Marktführern. Dank der Bündelung von mehr als 20 Bankprodukten können über 80 Prozent aller Kreditwünsche erfüllt werden.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: finanzcheckPRO ist der einzige Anbieter am Markt, der dem Makler ein rechtlich einwandfreies Tippgeber-Modell zur Verfügung stellt. Es werden lediglich der Kontakt und der Kundenwunsch abgefragt, den Rest erledigt das Serviceteam von finanzcheckPRO.

Darüber hinaus bietet die Vergleichsplattform weitere spannende Features wie den „Ablöserechner“ und den „Frischgeldpuffer“, der dem Makler anzeigt, bis zu welcher Höhe der Kunde maximal einen Kredit bekommen könnte. Das Produkt ist zudem White-Label-fähig und kann kinderleicht in andere IT-Systeme integriert werden, zum Beispiel über iFrame. Umfangreiche Service-Dienstleistungen runden das Angebot ab: Vorlagen für Kundenanschreiben, verkaufsunterstützende Unterlagen für die eigenen Kunden, personalisierte Maklervideos, Webinare und interessante Newsletter unterstützen zum Thema Ratenkredite.

Nicht zuletzt ist die Nutzung der Vergleichsplattform von finanzcheckPRO für die teilnehmenden Makler kostenlos. Es war noch nie so leicht, attraktive Provisionen zu generieren!

Bürgerversicherung: Diese Chancen bieten sich Vermittlern

Mi, 02/14/2018 - 15:16

Ist die Bürgerversicherung wirklich vom Tisch? CDU/CSU meinen, die Bürgerversicherung im Koalitionsvertrag verhindert zu haben. Die SPD hingegen spricht von "erfolgreichen Schritten zur Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin".

Worauf sollten sich Vermittler in diesem Marktumfeld vorbereiten? Bietet die sogenannte Bürgerversicherung auch Chancen?
Diesen Fragen widmete sich Gerd Güssler, Geschäftsführer von KVpro, in seinem Vortrag auf der Onlinemesse profino. Darin plädierte der PKV-Experte dafür, die in der Öffentlichkeit verwendeten Begriffe wie "Bürgerversicherung" und "Zwei-Klassen-Medizin" kritisch zu hinterfragen und einzuordnen. So werde mit dem Begriff der "Zwei-Klassen-Medizin" der Eindruck erweckt, Privatpatienten würden eine andere medizinische Behandlung bekommen. Richtig sei aber, dass die medizinische Behandlung gleich ist. "Wir haben ein Gesundheitssystem mit unterschiedlichen Zugangswegen und Bezahlmöglichkeiten", sagte Güssler im profino-Vortrag. Das Problem liege nicht im PKV/GKV-System, sondern grundsätzlichen Zusammenspiel von Leistungserbringern. Güssler plädierte dafür, dass auch gesetzlich Versicherte eine Kostenaufstellung bekommen. So würde ein Bewusstsein für die Kosten im System geschaffen. Zudem bräuchte es eine andere Verteilung der Gelder für Behandlungen. Um zu verdeutlichen, wo er Ansatzpunkte zur Verbesserung im Gesundheitssystem sieht, überspitzte Güssler: "Jemand, der die Gesundheit von Patienten erhält, sollte mehr Geld bekommen als jemand, der besonders viel operiert."

Vermittler sollten die Debatte um die Bürgerversicherung nutzen, um eigene Kunden über Aufbau und Funktion der Privaten Krankenversicherung aufzuklären, riet Güssler. Um die Zukunft der Krankenversicherung ist dem KV-Experten nicht bange. Auch bei Einführung eines "Einheitstarifs", der bei mehreren Anbietern, die im Wettbewerb zu einander stehen, erhältlich ist, würden sich Vermittlern Chancen bieten. Güssler erwartet in einem solchen Fall einen Anstieg der Nachfrage im Krankenzusatzbereich.
Der vollständige Vortrag ist in der profino-Mediathek zu sehen.

LV: Indexpolicen schlugen 2017 die Neue Klassik

Mi, 02/14/2018 - 15:01

Die Inhaber von Indexpolicen hatten im vergangenen Jahr größtenteils mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie die meisten anderen Lebensversicherungs-Kunden. Dennoch erging es ihnen aus Rendite-Sicht besser, als denen, die weiterhin auf Klassik und Neue Klassik setzen. Zu diesem Schluss kommt die Rating-Agentur Assekurata auf Basis ihrer aktuellen Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien deutscher Lebensversicherer. Dazu befragt wurden 15 Anbieter von Indexpolicen, was einem Marktanteil von 44 Prozent entspricht.

Die Index-Tarife, durch die die Kunden an der Wertentwicklung von Aktien-Indizes wie EuroStoxx 50 oder dem DAX beteiligt sind, erwirtschafteten laut Assekurata im vergangenen Jahr mehrheitlich Renditen zwischen 5 und 10 Prozent. Entscheidend für das endgültige Plus der Anlage sind je nach Auswahl des Kunden entweder Cap (Aufschwungphasen des Index sind auf einen bestimmten Prozentsatz gedeckelt) oder Quote (nicht gedeckelte Beteiligung an Gewinnen, allerdings nur zu einer bestimmten Quote). Das eingebaute Garantieelement macht sich derart bemerkbar, dass die Kunden keinen Kapitalverlust erleiden, sollte am Jahresende unter dem Strich ein Kursminus stehen.

In 2017 hatten die Cap-Anleger richtig gesetzt, was eine Modellrechnung von Assekurata belegt. Der Modellvertrag der Analysten verfügte dabei über ein Cap von 3 Prozent, was in etwa durchschnittlichen Marktniveau entspricht. Auf Grundlage der DAX-Entwicklung stand dabei nach dem kompletten Kalenderjahr 2017 eine Renditegutschrift von 7,2 Prozent zu Buche. Das lag vor allem an den kaum vorhandenen Minus-Monaten des Index. Zum Vergleich: Der Modellvertrag mit einer Quote von 70 Prozent kam auf eine Jahresrendite von 6,13 Prozent.

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Bei der Abwägung zwischen Cap und Quote rät Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata, von einer universellen Aussage ab. „Generell erweist sich ein Cap immer dann als erfolgversprechend, wenn die Performanceschwankungen eines Index gering sind, so dass die über den Cap abgeschnittene Rendite nur in geringem Umfang limitiert ist. Andererseits fahren Kunden mit einer Quote besser, wenn der Index stärker schwankt, da sie dann über die relative Beteiligung auch von höheren positiven Ausschlägen profitieren können.“

Doch auch Indexpolicen sind wie ihre klassischen Artgenossen von den marktweit sinkenden Überschussbeteiligungen der Anbieter betroffen. In der aktuellen Studie kommen die Analysten auf eine durchschnittliche laufende Verzinsung für die Indexbeteiligung von 2,79 Prozent (Vorjahr: 2,92 Prozent). Je höher jedoch die Überschussdeklarationen, desto mehr Kapital kann in die Indexpartizipation der Policen fließen.

Auch sichere Verzinsung stark

Insgesamt wiesen die Indexpolicen damit aber im vergangenen Jahr eine höhere laufende Verzinsung aus als klassische (2,47 Prozent) und neue klassische Rentenversicherungen (2,39 Prozent). Natürlich ist dieser Wert bei den Indexpolicen über die gesamte Vertragslaufzeit gesehen größeren Schwankungen unterworfen als bei den klassischen Produkten. Jedoch konnten die Index-Tarife in 2017 die Verzinsung der „Klassiker“ auch mit ihrer gesicherten Verzinsung schlagen, die für die bereits gesicherten Gewinne aus dem Index-Vertrag gilt und keinen Kursschwankungen mehr unterworfen ist. Diese lag bei den befragten Anbietern im Durchschnitt bei 2,55 Prozent.

Die komplette Assekurata-Marktstudie mit vielen Zusatzinformationen und Anbieter-Ranglisten kann über diesen Link bestellt werden. Umfangreiche Zahlen und Analysen zum Ist-Zustand und zur Entwicklung der deutschen Lebensversicherer finden sich auch im procontra-LV-Check 2017

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Pflicht zur privaten Altersvorsorge: Ein Viertel sagt ja!

Mi, 02/14/2018 - 14:16

Wenn es um das Leben im Alter geht, sind die Sorgenfalten beim Großteil der Deutschen gut sichtbar. Gerade bei Jüngeren ist ein optimistischer Blick in die Zukunft Mangelware, wie ein Blick in den am Mittwoch erstmals vorgestellten Risiko-Report der Ergo Versicherung zeigt. 29 Prozent der bis 30-Jährigen äußerten demnach, Angst vorm Alter zu haben. Zum Vergleich: Vorfreude ist gerade einmal bei 5 Prozent in dieser Altersgruppe feststellbar.  

Nimmt man alle Altersgruppen in Betracht, fällt das Ergebnis zwar nicht so deutlich aus (Vorfreude: 4 Prozent, Angst: 18 Prozent), die Tendenz bleibt allerdings die gleiche: Die Deutschen haben Angst vorm Altern.  

Grund hierfür ist vor allem die Angst vor einem Leben in Armut. 40 Prozent gaben an, sich vor einer unzureichenden finanziellen Versorgung im Alter zu fürchten. Genauso groß fällt hierbei die Angst aus, im Alter von anderen abhängig zu sein. Eine Angst, die sicherlich mehrdeutig auszulegen ist und sich auf Gesundheit, aber auch Finanzen beziehen lässt.  

Sorgenvolle Blicke Richtung Ruhestand

Unabhängig von dieser geäußerten Befürchtung glauben 59 Prozent aller befragten Frauen, sich im Alter finanziell einschränken zu müssen – bei den Männern sind es 53 Prozent. Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern ist diese Angst besonders stark ausgeprägt (Brandenburg: 69 Prozent, Sachsen: 67 Prozent), im Süden blickt man gelassener dem Thema entgegen (Baden-Württemberg und Bayern: jeweils 47 Prozent).  

Dass ein Teil der Bevölkerung eher besorgt in Richtung Ruhestand blinzelt, ist nun keine vollkommen neue Erkenntnis. Auch andere Studien brachten diesen partiellen Pessimismus im Hinblick auf den eigenen Ruhestand bereits zum Ausdruck.  

Interessant wird diese Erkenntnis erst in Verbindung mit der Frage, wie die Deutschen dieser Angst begegnen, wie sie also Vorsorge betreiben. Auch hier bietet die Ergo-Studie, die vom Harding-Zentrum für Risikokompetenz durchgeführt wurde und Startschuss für eine ganze Studienreihe sein soll, Auskunft.  

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Seite 2: Pflicht zur privaten Vorsorge?

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Von Interesse hierbei dürfte die Tatsache sein, dass 25 Prozent der Befragten sich für eine verpflichtende private Altersvorsorge aussprechen, der Staat seine Bürger also zum Abschluss einer privaten Rentenversicherung verpflichten sollte. Insbesondere Männer (30 Prozent) befürworteten eine solche Pflicht, bei Frauen waren es nur 19 Prozent. Wenig verwunderlich ist, dass insbesondere Besserverdienende hier Zustimmung signalisierten. So lag die Zustimmung bei Personen mit einem Haushaltseinkommen von über 5.000 Euro netto im Monat um zehn Prozentpunkten über dem Durchschnitt.  

Auch wenn ein Großteil der Befragten eine Pflicht zur privaten Altersvorsorge ablehnt, hält es die Mehrheit der Befragten für wahrscheinlich, dass sie innerhalb der nächsten zehn Jahre gesetzlich durchgesetzt wird: 53 Prozent glauben hieran, nur 28 Prozent zeigen sich hier skeptisch.  

Als Grund gegen eine verpflichtende private Vorsorge wurde zumeist genannt, dass eine solche nicht finanzierbar sei. 40 Prozent der Befragten gaben zwar an, mehr für das Alter zurücklegen zu wollen, es sich aber nicht leisten zu können. Gerade bei geschiedenen Frauen (64 Prozent) ist dies der entscheidende Faktor.

Die präferierten Anlageformen

Insbesondere Jüngere sorgen hier nicht vor – 56 Prozent der Unter-30-Jährigen gaben an, gar nichts oder aber weniger als 50 Euro im Monat für die Altersvorsorge beiseitezulegen. Anders sieht die Situation indes bei der Altersgruppe der 31 bis 50-Jährigen aus. So legen 49 Prozent der 31- bis 40-Jährigen monatlich mehr als 100 Euro zur Seite, bei den 41- bis 50-Jährigen sind es gar 53 Prozent.  

Bei der Frage nach der hierbei präferierten Anlageform sprach sich ein Viertel der Befragten für Aktien/Anleihen und Fonds, 21 Prozent befürworten stattdessen ein Investment in Immobilienbesitz. Die private Rentenversicherung wird von zehn Prozent der Befragten befürwortet.  Eher unbeliebt erscheint indes die Riester-Rente (6 Prozent), Investments in Gold und andere Rohstoffe (5 Prozent) sowie die sogenannte Rürup-Rente (ein Prozent).  

Die Realität sieht indes anders aus. Ein Drittel der Befragten legt sein Geld äußerst sicherheitsorientiert auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto an – Aktien hatten indes nur 25 Prozent der Studienteilnehmer. Am beliebtesten waren allerdings Versicherungen (41 Prozent), gefolgt vom Immobilienbesitz (39 Prozent).

Insgesamt wurden für die Studie 3.200 Menschen befragt, jeweils 200 aus jedem deutschen Bundesland.

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„Wir müssen aufhören, die Verbraucherschützer zu verteufeln“

Mi, 02/14/2018 - 14:00

procontra: Die IDD gilt in Kürze. Wie wird sie die Branche verändern?

Oliver Kieper: Die Struktur wird sich nachhaltig verändern. Die Verbraucherschutzkriterien halten nun Einzug in die Beratung. Harmonisierung der Courtagesysteme, Vermeidung von Fehlanreizen plus Gleichklang in der Ausbildung zwischen angestelltem Außendienst und freien Vermittlern – das sind alles wichtige Kriterien, die in die richtige Richtung weisen. Ob nun etwas mehr oder weniger Umfang der Ausbildung und Prüfung, kann man diskutieren.

procontra: Sie befürworten eine Leistungskontrolle?

Kieper: Ja, ich hätte mir eine kurze Leis­tungsüberprüfung im Anschluss an die Ausbildung gewünscht. Nur Anwesenheit ist eben nicht bei jedem Typus Berater geeignet. Wir haben ein komplett neues Webschulungssystem eingeführt, das mit einem digitalen Zeitstempel prüft, ob die Teilnahme nach der Einladung auch erfolgt. Wir stellen zusätzlich Prüffragen innerhalb der Videos, so dass wir sicherstellen können, dass das Video nicht nur abgespult wird, sondern auch ein Validierungsprozess dahintersteht.

procontra: Inwieweit haben FinTechs die Pools zu Änderungen in der Positionierung und im Serviceangebot gezwungen?

Kieper: Der Eindruck, dass die Pools erst dann ihre IT aufgerüstet hätten, als die FinTechs auf der Bildfläche erschienen, ist eine Fehleinschätzung. Die FinTechs haben lediglich eine Vermarktungskampagne angestoßen. Sie haben aber ein öffentliches Bewusstsein für eine stärkere Nutzung mobiler Endgeräte im Versicherungsbereich geschaffen. Das haben sie populärer vermarktet als wir Maklerpools. Aber sie sind nicht nachhaltig erfolgreich aus Kundensicht.

procontra: Warum nicht?

Kieper: Schauen Sie sich die Bewertung vieler FinTech-Apps aus Kundensicht an. Drei von fünf möglichen Sternen sind vernichtend. Eine App, die nur Verträge anzeigt und ein bisschen Maklertum anbietet, ist eben eine langweilige Insellösung, die nicht in ein breites Konzept eingebettet ist.  

procontra: Das machen Pools besser?

Kieper: Wenn ich eine erfolgreiche App konzipieren will, brauche ich eine Kombination von Banking, Finance und Insurance. Dann bin ich auch in der Lage, meine Botschaften aus der Assekuranzlandschaft zu positionieren. Eine reine Insurance-App ist langweilig und motiviert mich nicht zur Nutzung.

procontra: Pools rüsten nun in Sachen IT auf und kaufen im technischen Bereich zu. Warum kooperiert Netfonds dafür mit der Konkurrenz?

Kieper: Netfonds hat sich 2017 zu 50 Prozent an der ehemaligen maxpool IT & Dienstleistungsgeselschaft mbH beteiligt, um dann gemeinsam die Finfire Solutions GmbH zu gründen. Wir erhalten so Schlüsselqualifikationen speziell im Sachversicherungsbereich, in der Bestandsführung und -übertragung kombiniert mit sehr cleveren CRM-Funktionalitäten, die wir in dieser Form versicherungsseitig noch nicht im Einsatz hatten. Beide Pools werden von der Entwicklung der gemeinsamen Datenbanktechnologie und im CRM-Bereich profitieren, obwohl die Applikationen für die Anwender jeweils sehr individuell unterschiedlich auf die Zielgruppen zugeschnitten werden – Netfonds ist eher auf mittlere bis größere Einheiten ausgerichtet und bedient viele Kapitalgesellschaften, während maxpool im klassischen Versicherungsmakler-Segment tätig ist.

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procontra: Wie hoch ist der Schulungsaufwand, um die Makler auf den digitalen Wandel vorzubereiten?

Kieper: Das geht nicht nebenbei. Die Makler-Unternehmen müssen Mitarbeiter freistellen, um sich ausbilden zu lassen für diese Themen, nachdem die unternehmenspolitische Entscheidung getroffen wurde, sich danach auszurichten. Ich muss von bisherigen Glaubensgrundsätzen abrücken. Etwa dass ich als Makler immer mehr weiß als die Stiftung Warentest. Das ist eine politische Entscheidung und ein Paradigmenwechsel. Unternehmen müssen sich entscheiden: Wollen sie künftig gegen den Verbraucherschutz arbeiten oder dessen Kriterien zum Bestandteil ihrer Beratung machen?

procontra: Und die Kunden?

Kieper: Die Kunden fanden Stiftung Warentest schon immer super. Und wenn ich ihnen dann noch eine App an die Hand gebe, die durch Abfotografieren der Police erkennt, welches Bedingungswerk dazugehört, dann eine Beurteilung nach Qualitätskriterien des Verbraucherschutzes vornimmt und automatisch Vergleichsangebote aufruft, dann ist das technisch höchst innovativ und serviceorientiert. Das System hinter unserer App Tarifair nutzt künstliche Intelligenz und wird immer besser, je mehr Scanprozesse durchgeführt werden.

procontra: Stimmen Sie der Aussage zu, dass Pools zunehmend zu einem Provider-Dienstleister zwischen Versicherer und Spezialisten werden?

Kieper: Da würde ich mit einem Zitat meines Vorstandskollegen Martin Steinmeyer antworten: „Wir sind der Logistiknotenpunkt der Branche.“ Ich forciere eine offene Infrastruktur der Systeme und verhalte mich da anders als unsere Marktbegleiter speziell bei der Belieferung von Endkunden-Apps. Diese haben immer das Risiko, dass der Makler seinen Kunden an den Pool ausliefert. ­Die Branche spricht nicht offen über dieses Thema. Was passiert denn, wenn alle Maklerkunden die Kunden-App heruntergeladen haben und der Makler wechselt dann zu einem anderen Pool? Dann muss er seine Kunden anrufen und sie bitten, die App zu löschen und eine neue zu installieren. Das wird kaum gelingen.  

procontra: Netfonds ist also zurückhaltender bei Endkunden-Apps?

Kieper: Nein, aber wir sollten es ermöglichen, Daten auch an andere Applikationen zu liefern als an unsere eigene. Wir haben gerade eine voll funktionierende Schnittstelle mit Dokumenten und Daten zu „Vertrag im Blick“, einem unabhängigen Anbieter von Makler-Apps, in Betrieb genommen. Damit lasse ich dem Makler die Wahl, FinanceUp zu nutzen oder eine individuelle Drittlösung. Die Motivation, unsere eigene App anzutreiben und zu verbessern, ist doch viel größer, wenn noch eine Parallel-App ansteuerbar ist.  

procontra: Wie wird die Beratung im Jahr 2025 aussehen?

Kieper: Wir müssen mit immer weniger Beratern eine qualifizierte Beratung für immer mehr Kunden ermöglichen. Ein Großteil der Berater geht bald in Rente und es kommen fast keine neuen nach. IT-affine Versicherungsspezialisten sind zudem rar gesät. Das motiviert, die Prozesse so zu vereinfachen, dass ein Beratungsgespräch viel schneller als früher abgeschlossen ist. Die Maklertätigkeit wird sich enger auf den Bereich der Bedarfsbeurteilung und der Sachverständigentätigkeit fokussieren und viel weniger auf die Produktbeurteilung.

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Versicherer weist Jagdfeld-Vorwürfe entschieden zurück

Mi, 02/14/2018 - 10:13

Im Prozess zwischen Immobilieninvestor Anno August Jagdfeld und dem Versicherer Signal Iduna hat am Dienstag der jetzige Signal-Iduna-Vorstandschef Ulrich Leitermann ausgesagt. Leitermann wies die Vorwürfe Jagdfelds, dass die Signal Iduna Initiator einer Rufmord-Kampagne gegen ihn gewesen sei, deutlich zurück. So habe die 5-Millionen-Euro-Beteiligung am von Jagdfeld lancierten Adlon-Fonds gerade einmal 0,01 Prozent der von Leitermann zu diesem Zeitpunkt verantworteten Beteiligungen (zum damaligen Zeitpunkt Vorstand für Beteiligungen) ausgemacht. „Wieso sollte ich dann also eine Kampagne ins Leben rufen“, wird Leitermann von der Bild-Zeitung zitiert.  

Genau das wirft Jagdfeld der Signal Iduna allerdings vor und verlangt Schadensersatz von mittlerweile einer Milliarde Euro. Konkret geht um die Aussagen/ Aktionen einer Schutzgemeinschaft von Adlon-Anlegern, die sich gebildet hatte, nachdem der Fonds nicht den Erwartungen gemäß performt sowie einige Entscheidungen Jagdfelds (Verzicht auf Mietzahlungen von ihm nahestehenden Firmen) für Ärger unter den Investoren gesorgt hatte. Als Geschäftsführer dieser Schutzgemeinschaft war der mittlerweile Berliner Rechtsanwalt Thomas Fritsch tätig, der Jagdfeld öffentlich der Untreue bezichtigte – ein Vorwurf, der vor dem OLG Köln nicht haltbar war.

Jagdfeld sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne, hinter der letztlich nicht Anwalt Fritsch, sondern die Signal Iduna stehe. „Mit Verlaub, Herr Jagdfeld, damit waren Sie und die Beteiligung am Adlon-Fonds für unser Haus nicht wichtig genug“, widersprach Leitermann diesen Anschuldigungen laut einem Bericht des „Handelsblatts“.  

Bevor Richter Willi Pawel seine Entscheidung fällt, müssen noch weitere Vorstandsmitglieder der Versicherung aussagen. Auch Leitermann wird am kommenden Freitag noch einmal in den Zeugenstand geladen.

Die Krankenversicherung der Zukunft – 5 Szenarien

Di, 02/13/2018 - 16:51

Über die Zukunft der Krankenversicherung wurde zuletzt viel diskutiert. Doch auch nach dem Aus für das Modell Bürgerversicherung wird weiter über Änderungen am Beitrags- und Leistungsmodell von gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) spekuliert. (Für eine Klärung der Faktenlage sorgt Gerd Güssler in seinem profino-Webinar "Bürgerversicherung - wäre sie das Ende oder ein Paradies für Vermittler". Hier geht es direkt zur Anmeldung.)

Ein Unternehmen, das für zukunftsgewandte Krankenversicherung steht, ist ottonova. Seit letztem Sommer ist es auf dem deutschen Markt. Interessiert hat die Branche damals die ersten Tarife des jungen Unternehmens begutachtet – schließlich steht es als erster Online-Krankenversicherer für den Digitalisierungstrend einer der wichtigsten Versicherungssparten und konnte damit im vergangenen Jahr die Gunst zahlreicher Investoren gewinnen.

Aber wie sieht sie eigentlich aus, die Krankenversicherung der Zukunft? Wie wird der technische Fortschritt die Behandlungsmöglichkeiten verändern? Wie wird sich das auf den Beitrag und die angebotenen Tarife auswirken? Und wie wird in Zukunft die Behandlung durch Ärzte und die Kommunikation mit ihnen aussehen? Das und mehr fragte procontra Alexander Luhr, einen der ersten Mitarbeiter von ottonova und dortiger Leiter des Bereichs Business Development. In 5 Szenarien hat er skizziert, was uns zukünftig in der Krankenversicherung erwartet.

Fakten, Trends, Hintergründe – die KV der Zukunft

Praxis- und Immobilienabsicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung

Di, 02/13/2018 - 15:45

Dank der vereinfachten Gesundheitsprüfung kann der günstige Rundumschutz der Hannoverschen jetzt noch schneller und einfacher beim Kunden platziert werden. Im Idealfall müssen Interessenten vor dem Vertragsabschluss nur zwei Gesundheitsfragen beantworten und können sich weitere Risiko- und Gesundheitserklärungen sparen. Abgefragt werden die Arbeitsfähigkeit und das Auftreten relevanter Erkrankungen innerhalb eines geschlossenen Zeitraums von Jahren. 

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Nur zwei Gesundheitsfragen
  • Zur Absicherung von Praxis- und Immobilienfinanzierungen
  • Bis zur Höhe der Darlehenssumme, maximal 400.000 Euro
  • Für alle Tarife
  • Mit Dread-Disease-Schutz

Das attraktive Angebot gilt für alle Tarife und kann zur Absicherung von Praxis- und Immobilienfinanzierungen bis zu einer maximalen Darlehenssumme von 400.000 Euro in Anspruch genommen werden. Weitere Voraussetzungen: Der Darlehensvertrag wurde innerhalb der letzten sechs Monate abgeschlossen und die versicherte Person ist zugleich Darlehensnehmer und nicht älter als 45 Jahre. 

Viele Kunden wünschen sich den Abschluss einer Dread Disease Versicherung, die bereits beim Eintreten schwerer Erkrankungen leistet. Im Rahmen der Risikolebensversicherung EXKLUSIV bietet die Hannoversche hier eine äußerst attraktive Absicherung an, die ebenfalls mit vereinfachter Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden kann. 

Mehr Informationen

Checkliste: Darauf sollten Versicherungsmakler beim Datenschutz achten

Di, 02/13/2018 - 13:51

Die DSGVO gibt dem Unternehmer nur sehr allgemein Pflichten auf, ohne genaue Hilfestellungen dazu zu liefern. Der Anwendungsbereich der DSGVO ist jedoch schon eröffnet, soweit digitale Daten verarbeitet, gespeichert oder / und genutzt werden. Folglich ist auch der Versicherungsvermittler betroffen, der Daten von seinen Kunden vorhält. Leider hat der Gesetzgeber mit der DSGVO noch viele Fragen offengelassen, nämlich diejenigen Fragen nach der praktischen Umsetzung der DSGVO, gerade in kleinen Unternehmen, wie zum Beispiel dem Alleininhaber eines kleinen Vermittlerunternehmens ohne Angestellte.
Vor diesem Hintergrund können lediglich und ausschließlich Versuche unternommen werden, die DSGVO bestmöglich im kleinen Vermittler-Unternehmen umzusetzen, um eine größtmögliche Konformität herzustellen.

Handlungsempfehlungen für Unternehmer: "Checkliste"

Dennoch sollten einige Aspekte dringlichst beachtet werden, so dass ein paar grundlegende Handlungsempfehlungen geben werden können, gerade auch weil die Umsetzung im eigenen Unternehmen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird.

  • Projektplan zur Umsetzung der DGSVO im eigenen Unternehmen erstellen: ob Klein(st)unternehmer oder Großkonzern, ein strikter Umsetzungsplan wird notwendig sein, um die wichtigsten -nachfolgenden- Punkte umzusetzen.

  • Büroabläufe und Organisation in Bezug auf "Dateneingang und -ausgang" prüfen, denn es muss klar sein, wie digitale Daten im eigenen Unternehmen gespeichert, verarbeitet, genutzt werden.

  • Insbesondere überprüfen, ob auch eine Weitergabe von Daten an Dritte stattfindet. Dieses ist bereits bei genutzten Onlinerechnern der Fall. Auch bei Nutzung eines ausgegliederten Backoffices werden Daten ausgetauscht oder Zugriffsmöglichkeiten eingeräumt.

  • Workflows in Bezug auf "Daten" analysieren, denn vom ersten Termin mit dem Kunden bis hin zum Letzttermin ist ein langer Weg, bei welchem die Daten unter anderem verändert werden könnten, bzw. auch weitere Speicherungszwecke entstehen oder wegfallen könnten.

Seite 1: DSGVO: Checkliste zur Umsetzung I
Seite 2: DSGVO: Checkliste zur Umsetzung II

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  • Datenschutz-Risiken im Unternehmen zwingend auffinden, bewerten, abstellen: wo bestehen die Datenschutzlücken im Unternehmen? Könnten dadurch sensible Kundendaten gefährdet werden? Wie können derartige Lücken abgestellt werden?

  • Digitale Verarbeitungstätigkeiten dokumentieren (Verzeichnisse): nunmehr sollten die digitalen Verarbeitungswege der Daten im Unternehmen bekannt sein, so dass die "digitalen Workflows" dokumentiert werden können. Dieses wird wichtig sein, sofern die Aufsichtsbehörde diese "Dokumentation" vom Unternehmer einfordern sollte.

  • Die interne IT und EDV nach dem aktuellen Stand der Technik überprüfen, dabei z.B. auch Maklerverwaltungsprogramme, Messengersysteme, Buchhaltung, CRM, digitale Dokumentenablage, Server, Clients, VPN etc. auf DSGVO-Konformität überprüfen; hält die eigene IT und die EDV einer aktuellen Überprüfung auf Datenschutzkonformität nach der DSGVO stand? Verwendete Passwörter sowie eine Zugangsberechtigung zu den Daten sind ebenfalls wichtig zu überprüfen.

  • Auftragsdatenverarbeitungs-Verträge überarbeiten und anpassen, denn auch diese Verträge sollten umfassend überprüft und angepasst werden, da eine größtmögliche Enthaftung des Unternehmers nur erfolgen kann, sofern die Datenschutzkette lückenlos besteht, eingehalten und nachvollzogen werden kann. Auch für den Auftragsverarbeiter ist ein konformer ADV-Vertrag wichtig.

  • Datenschutzerklärungen online sowie offline überarbeiten, denn die aktuell verwendeten Erklärungen dürften sich aufgrund der weitergehenden Informationspflichten des Unternehmers überholt haben. Je nachdem in welchem Moment - im Makler-Vertrag oder als gesonderte Mitteilung - der Unternehmer Datenschutzerklärungen verwendet, sollten diese entsprechend angepasst werden.

  • Einwilligungen in Verträgen überarbeiten, und zwar online sowie offline, denn die aktuell verwendeten Einwilligungen dürften sich aufgrund der weitergehenden Informationspflichten des Unternehmers ebenfalls überholt haben.

  • Arbeitsverträge überarbeiten und gegebenenfalls Nachträge durchsetzen, denn bereits mit dem Arbeitsvertrag können Arbeitnehmer angewiesen werden, beispielsweise keine unternehmensfremden USB-Sticks zu verwenden.

  • Verpflichtungen auf das Datengeheimnis lückenlos im Unternehmen durchsetzen, denn der Unternehmer haftet für alle "Datenlecks". Von der Reinigungskraft bis hin zur studentischen Aushilfe: alle Personen, die Kontakt mit digitalen Daten des Kunden haben, sollten auf den Datenschutz verpflichtet werden.

  • Mitarbeiter schulen und Beschwerdemanagement festlegen, denn die Mitarbeiter sollten für das Thema Datenschutz sensibilisiert werden und dem Kunden entsprechende Auskünfte geben können. Entgegensetzt sollten Mitarbeiter auch keine Daten - ohne Einwilligung des Kunden - an Dritte herausgeben.

  • Ebenfalls sollte darüber nachgedacht werden, Datenschutzbeauftragte einzusetzen und diese entsprechend zu benennen, denn Versicherungsmakler haben u.a. mit sensiblen Kundendaten zu tun. Werden diese automatisiert verarbeitet, so dürfte ein Datenschutzbeauftragter zu bestellen sein. Dieses kann der Unternehmer intern sowie extern regeln.

  • Cyberrisiken werden immer größer. Ein Cyberrisiko ist unter anderem auch der "Datenklau". Um bei diesen Risiken unterstützt zu werden, sollte darüber nachgedacht dieses Risiko zu versichern. Dieses unabhängig davon, wie die Auseinandersetzung mit einer Aufsichtsbehörde ausgeht.

  • Umsetzungsfrist zum 25. Mai 2018 hin unbedingt beachten!

Seite 1: DSGVO: Checkliste zur Umsetzung I
Seite 2: DSGVO: Checkliste zur Umsetzung II

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