procontra

procontra Feed abonnieren
procontra Online - Finanznachrichten via RSS Feed
Aktualisiert: vor 3 Stunden 15 Minuten

Fairr.de: Riester-Produkte kann man nicht „verkaufen“

Mi, 08/15/2018 - 16:42

Die anhaltende Kritik an staatlich geförderter Altersvorsorge reißt nicht ab. Warum Riester- und Rürupprodukte dennoch interessant sind, erläutert Dr. Alexander Kihm im Video-Interview mit smartfinance.tv. Dabei geht der Gründer auch auf neue Produkte ein und wie die Verbindung von Riester-Produkten via ETF funktioniert.

 

 

 

 

 

 

Krankentagegeld: Sechs Versicherer überzeugen

Mi, 08/15/2018 - 14:44

Krankheitsbedingter Einkommensverlust kann auch gesetzlich Versicherte treffen. Peter Schneider, Geschäftsführer von Morgen & Morgen, beziffert die Lücke bei gesetzlich Versicherten auf etwa 20 bis 30 Prozent zum normalen Einkommen. „Die Zielgruppe ist immens, sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige sollten sich mit der Thematik auseinandersetzen“, so Schneiders Rat.
Damit die Auseinandersetzung mit dem Thema Krankentagegeld auch auf solider Grundlage – nämlich den Versicherungsbedingungen – stattfindet, hat das Analysehaus erstmals die Bedingungswerke von Krankentagegeld-Tarifen untersucht.

KTG: Nachholbedarf festgestellt

Insgesamt wurden 90 Tarife von 32 Anbietern untersucht. Ergebnis: Sechs Tarife erhalten fünf Sterne, 22 Tarife erzielen eine sehr gute Bewertung und somit vier Sterne. Aber: Gut zwei Drittel der Tarife kamen nicht über eine mittelmäßige Bewertung mit drei oder weniger Sternen hinaus. Eine schlechte Bewertung erhielten 5,5 Prozent der Tarife. Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Arbeitnehmer und Selbstständige werden unterschiedlich behandelt. Bei der Frage nach Krankentagegeld bei Rückfallerkrankungen ohne Karenzzeiten beispielsweise bekommen Arbeitnehmer mehr Unterstützung als Selbstständige. Weiter haben die Analysten von Morgen & Morgen festgestellt, dass Wiedereingliederungsmaßnahmen selten oder nur eingeschränkt enthalten sind. Für lediglich einen von 32 Anbietern spielt die jeweilige Berufsgruppe eine Rolle in der Krankentagegeldversicherung.

Seite 1: KTG: Nachholbedarf festgestellt
Seite 2: Diese 21 Leistungsfragen haben entschieden

###break###

Diese 21 Leistungsfragen haben entschieden

Morgen & Morgen stützt seine Analyse auf die Bedingungswerke der Versicherer. Diese wurden hinsichtlich folgender 21 Leistungsfragen untersucht:

  • Leistet der Versicherer bei Rückfallerkrankungen und wiederholter Arbeitsunfähigkeit, ohne dass erneut Karenzzeiten zu durchlaufen sind?
  • Verzichtet der Versicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht, wenn nur eine Teilversicherung besteht.
  • Leistet der Versicherer das versicherte KTG aich bei Wiedereingliederungsmaßnahmen (Hamburger-Modell), bzw. Teil-AU?
  • Verzichtet der Versicherer auf unübliche Einschränkungen bzw. Klauseln, die nicht zu ratingrelevanten Sachverhalten gehören?
  • Verzichtet der VR auf die Einhaltung von Wartezeiten?
  • Wird das KT auch bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheiten oder Unfallfolgen durch Alkoholgenuß gezahlt?
  • Verzichtet der Versicherer auf Leistungseinschränkung in einem Heilbad oder Kurort nach § 5 (2) MB/KT?
  • Besteht während Kur- bzw. Sanatoriumsbehandlungen oder Reha-Maßnahmen gesetzlicher Träger ein tariflicher Leistungsanspruch (§ 5 (1) g) MB/KT?
  • Hat der Versicherer (VR) die Bedingungen hinsichtlich des Geltungsbereichs verbessert?
  • Leistet der Versicherer das Krankentagegeld bei Berufsunfähigkeit über die allgemeinen Bedingungen hinaus?
  • Besteht bei Arbeitslosigkeit Versicherungsschutz über die allgemeinen Bedingungen hinaus?
  • Wird das Tagegeld bei Entziehungsmaßnahmen gezahlt?
  • Besteht Versicherungsschutz für Krankheiten, die durch Kriegsereignisse im Ausland verursacht wurden?
  • Werden die tariflichen Leistungen bei Heilbehandlung in gemischten Krankenanstalten auch ohne schriftliche Zustimmung erbracht?
  • Ist bei einem Statuswechsel die Umstellung des KTG auf kürzere Karenzzeiten bzw. die Erhöhung des Tagessatzes ohne erneute Risikoprüfung und/oder Wartezeiten möglich?
  • Wird das Tagegeld auch im europäischen Ausland bei einem stationären Aufenthalt gezahlt?
  • Leistet die Tagegeldversicherung auch bei Schwangerschaft?
  • Bietet der VR dynamische Anpassungsmöglichkeiten ohne erneute Wartezeiten und Risikoprüfung?
  • Leistet der Tarif bei einer Entbindung – ggf. zusätzlich – eine Entbindungspauschale?
  • Wird bei einem stationären Aufenthalt das Tagegeld früher bezahlt?

 

Diese Tarife konnten überzeugen

Die Höchstwertung im Rating von Morgen & Morgen konnten nur sechs Tarife von drei Anbietern erreichen:

BarmeniaT3+ - T 364+BarmeniaTM 3+ - TM 364+ConcordiaKTG22 - KTG29ConcordiaKTG43 - KTG365Deutsche FamilienversicherungKrankenGeld PlusDeutsche FamilienversicherungKrankenGeld

 

Vollständige Ergebnisse

Seite 1: KTG: Nachholbedarf festgestellt
Seite 2: Diese 21 Leistungsfragen haben entschieden

Über den Betrieb zur BU-Police

Mi, 08/15/2018 - 10:08

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) eröffnet auch Maklern eine zweite Chance. Denn im Berufsalltag müssen sie gelegentlich erleben, wie ein Kunde von Versicherern vom wichtigen Einkommensschutz einer Berufsunfähigkeitsversicherung ausgeschlossen wird. Der Grund: Wegen Vorerkrankungen oder anderer erheblicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen gewähren die Anbieter ihm keinen Schutz. Das Risiko, die Leistungen auch tatsächlich zahlen zu müssen, ist ihnen zu groß – jedenfalls, wenn der BU-Schutz für den Versicherten bezahlbar bleiben soll. Auch als besonders gefährlich eingestufte Berufe, wie zum Beispiel Dachdecker, haben oft Schwierigkeiten, eine solche Police abzuschließen.

Erfahrene Makler bieten ihren Kunden in solchen Fällen die Möglichkeit einer Absicherung im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung. Die meisten sogenannten „Problemfälle“ mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen dürften dafür in Frage kommen. Tatsächlich ist diese Variante für einzelne Arbeitnehmer ein sicherer Weg, ohne eine aufwendige Gesundheitsprüfung, an die begehrte Einkommensabsicherung für den Fall einer Berufsunfähigkeit (BU) wegen Krankheit oder Unfall zu gelangen. Eine eingehende Beschäftigung mit dem Thema ist für Vermittler daher ratsam.

Über bAV zur BU

Ein kleines Beispiel: Innerhalb der bAV lässt sich nicht nur zu besonders günstigen Gruppenkonditionen, beziehungsweise im Fall der staatlich geförderten Entgeltumwandlung, zusätzlich steuer- und sozialabgabensparsam eine Altersversorgung aufbauen, sondern auch eine Rente bei Berufsunfähigkeit vereinbaren. In dem Fall fließt ein Teil des Vorsorgebeitrags in die Absicherung des BU-Risikos, anstatt in die Altersrente. Soll letztere unverändert hoch sein, müsste der Arbeitnehmer einen entsprechend höheren Gesamtbeitrag einzahlen. Dafür hätte er dann aber auch einen Einkommensschutz.

Generell gilt: Bei einer bAV schließen Arbeitgeber und Versicherer/Versorgungsträger einen Gruppenvertrag ab. Dies gilt auch für die BU. Während der Versicherungsnehmer bei einem BU-Individualvertrag etliche Gesundheitsfragen beantworten muss, greift nun lediglich eine sogenannte Dienstobliegenheitserklärung. Mit ihr bestätigen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur, dass der Versicherungsnehmer gesundheitlich in der Lage ist, seinen arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Im Ergebnis steht den meisten „Problemfällen“ eine BU-Absicherung offen.

Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber diese in seinem Versorgungskonzept anbietet. Aufgrund des allgemeinen Fachkräftemangels entscheiden sich immer mehr Chefs für die Möglichkeit einer BU-Absicherung im Rahmen der bAV. Die Versicherer wiederum akzeptieren diese Lösung ab einer bestimmten Belegschaftsgröße, zum Beispiel ab zehn Arbeitnehmer. Auch unterscheiden sich die Höchstsummen für die versicherte BU-Rente. Weitere Besonderheiten ergeben sich, ob eine arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanzierte bAV-BU vereinbart wird.

Immobilienkauf: Regierung auf “Kuschelkurs” mit Maklern?

Di, 08/14/2018 - 17:20

Die Eigenheimquote in Deutschland ist in keinem europäischen Land so gering wie hierzulande. Ändern könnte sich das, wenn mehr Menschen eine Immobilie zur Eigennutzung kaufen. Wie schafft man das? Die Kaufnebenkosten müssen sinken.

Gelingen könnte die Senkung, wenn das Bestellerprinzip auch auf Immobilienkauf bzw. -verkauf angewandt würde. Seit Juni 2015 gilt dieses Prinzip bei der Mietwohnungsvermittlung. Auch die Höhe der Maklergebühren ist gesetzlich geregelt und auf zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer begrenzt.

Etwas Ähnliches stellen sich die Grünen auch für den Bereich Immobilienerwerb vor und stellten einen entsprechenden Antrag im Bundestag.

Zur Begründung führen die Grünen an, dass die Maklercourtage deutlich über dem europäischen Durchschnitt liege und eine Begrenzung dennoch eine auskömmliche Courtage ermögliche. Laut Vorschlag der Grünen wäre die Courtage dann auf zwei Prozent inklusive Mehrwertsteuer begrenzt.

Regierung auf Makler-Kuschelkurs?

„Die Bundesregierung hält weiter an ihrem Makler-Kuschelkurs fest", so Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt gegenüber dpa, als der Antrag gestellt wurde. „Maklergebühren müssen von denjenigen gezahlt werden, die eine Immobilie verkaufen, und nicht von den Käufern."
Schließlich würden fast 60 Prozent aller Immobilienangebote in Deutschland von Maklern inseriert (Immobilienscout24, 2016) – in Ballungsgebieten liegt die Zahl wohl deutlich höher. In fast allen Bundesländern fallen Maklergebühren an, die schon mal 7,14 Prozent des Kaufpreises betragen können. Banken setzen die Courtage oft als Eigenkapital voraus und finanzieren sie nicht über einen Kredit. Auf Haushalte und Familien mit wenig Eigenkapital wirke das abschreckend, so die Grünen in ihrem Antrag.

Nun prüft die Bundesregierung den Vorschlag der Opposition. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) sagte der dpa: „Wir prüfen aktuell, ob sich das Bestellerprinzip auch auf Immobilienverkäufe übertragen lässt.“

Provinzial Rheinland: “Wollen nicht mit Neugeschäft geflutet werden”

Di, 08/14/2018 - 14:40

Die öffentlichen Versicherer in Deutschland vereinen etwa 11 Prozent des Lebengeschäfts auf sich. Im Gewerbesachbereich liegt der Wert bei etwa 14 Prozent; in einigen Teilbereichen zählen die öffentlichen Versicherer sogar zu den Marktführern.
Doch gerade das Neugeschäft im Leben-Segment lässt seit Jahren nach: So verzeichnet der procontra LV-Check im Jahr 2010 666,3 Mio. Euro Neuzugang im Einmalbeitragsgeschäft bei der Provinzial Rheinland. 2017 waren es nur noch 394,8 Mio. Euro.
Patric Fedlmeier, Vorstandsvorsitzender der Provinzial Rheinland, erklärt diese Zahlen u.a. damit, dass der Versicherer „nicht mit Neugeschäft geflutet“ werden wollte. Die Stärke des Einmalgeschäfts führt Fedlmeier auf den Bankenvertrieb zurück.

Im Video-Interview mit Prof. Fred Wagner von der Universität Leipzig geht Fedlmeier auch darauf ein, ob Regionalität in Zeiten der Digitalisierung eher eine Last ist und warum die AO der Provinzial so erfolgreich ist. Dort, so Fedlmeier durchaus mit Blick auf andere Marktteilnehmer mit großer AO, habe es keine Fluktuation gegeben.

Sparkassen: Ein Versicherer für alle?

Wichtiges Thema im Lager der öffentlichen Versicherer sind Fusionen untereinander. Fedlmeier schloss eine solche mit der Provinzial Nordwest nicht aus. Allerdings – und das war Fedlmeier wichtig – ist es nicht der Kostendruck, der eine Fusion interessant macht.

Video-Interview in voller Länge

Währungskrise: Lira im freien Fall

Di, 08/14/2018 - 11:13

Nach Einschätzung von Aneeka Gupta, Associate Director - Equity & Commodities Strategist bei WisdomTree, hat die Rede von Präsident Erdogan mehr Schaden auf den Finanzmärkten angerichtet, als das sie genutzt hätte. Trotz und Nationalismus seien seine Antworten auf die Herausforderungen. Statt neuer politischer Initiativen oder einer Zinserhöhung von mindestens 300 Basispunkten, forderte Erdogan die Bürger zum Tausch ihrer Gold- und Devisenbestände gegen türkische Lira auf.

Zahlungsbilanzkrise befürchtet

Eine zentrale Sorge der Märkte gilt den Krediten im Unternehmenssektor. Hier wird befürchtet, dass türkische Unternehmen ihre Kredite nicht mehr tilgen können. Zu spüren bekamen das BBVA, Uni Credit und BNP Paribas, die relativ hoch bei türkischen Banken engagiert sind. Die Kurse sanken um 3-4 Prozent.
Auch wenn die Türkei kein großer Stahl- und Aluminiumexporteur ist, verschärfte die angekündigte Verdopplung der Zölle durch US-Präsident Trump den Druck auf die türkische Lira. Letzten Freitag ließ der Kurs um satte 15 Prozent nach.

Situation nicht ausweglos

In der Analyse stimmt Viktor Szabo, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments, zu. Allerdings hält er die Situation nicht für ausweglos. „Die kurzfristige Lösung ist einfach: Die Zinssätze aggressiv erhöhen und die Kreditvergabe einschränken, um die Wirtschaft abzukühlen und die Inflation in Schach zu halten. Es muss eine klare Botschaft an die Investoren gesendet werden, dass das Problem verstanden und entschieden angegangen wird“, so der Investment Manager.
Früher oder später müssten die Zinsen erhöht werden – allerdings ist die Situation derart außer Kontrolle geraten, dass die Zinserhöhung viel weiter gehen müsste, als noch vor drei Wochen. „Trotz all dem ist die Türkei immer noch ein Land mit großem Potenzial. Die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit ist angemessen diversifiziert und verfügt über eine solide Exportbasis. Aber jetzt geht es um Glaubwürdigkeit, und der einzige Weg, die Situation kurzfristig wiederherzustellen, ist zu handeln.“

Kein Spielraum für Zinserhöhung

Paul McNamara, Investment Director bei GAM Investments, sieht hingegen keinen Spielraum mehr für Zinserhöhungen. Die Türkei werde durch ihre unzureichenden Währungsreserven in die Enge getrieben, so McNamara. Die toxische Kombination aus Leistungsbilanzdefizit, übermäßiger Verschuldung des privaten Sektors und hoher Auslandsfinanzierung des Bankensystems führt dazu, dass GAM seine stark negative Haltung bezüglich Investitionen in der Türkei beibehält.

Der renommierte spanische Volkswirt, Fondsmanager und Autor Daniel Lacalle, geht sogar noch weiter. Sollte die Türkei keine Hilfen bekommen, würde das eine viel größere Krise verursachen, als jene Griechenlands war, so Lacalle. Es hätten zu viele Fonds und Banken in der Türkei investiert, um etwas vom Wachstum und der Inflation zu profitieren.

Grafik: Verfall der türkischen Währung

Abschlusskosten: 25 Lebensversicherern gelingt Senkung

Mo, 08/13/2018 - 17:15

Die Aussage von BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein, dass es „noch nie derart hohe Provisionen wie heute, gemessen an der Höhe der garantierten Altersvorsorge, gegeben hätte“, sorgte für Aufregung. Makler konnten darüber nur den Kopf schütteln, sehen sie sich doch immer wieder durch regulatorische Eingriffe in ihren Einnahmequellen beschnitten. Geht es nach Kleinlein, wird der geforderte harte Provisionsdeckel im Bereich der Lebensversicherungen bei 1,5 Prozent der Beitragssumme gezogen. Alles darüber hinaus sei „unredlich“.

LVRG wirkt

Dabei gingen die Abschlusskostenquoten seit Inkrafttreten des LVRGs bereits zurück. Im ersten Bilanzjahr 2015 unter dem LVRG sank der Marktschnitt der Anbieter im procontra LV-Check von 4,95 auf 4,84 Prozent. In 2017 waren es dann sogar 4,67 Prozent. Kleinlein und der Politik scheint das zu wenig. Für den GDV sind Kleinleins Rechenkünste daher „irreführend“. „Nachweislich sind die vom Kunden zu tragenden Abschlusskosten seit Inkrafttreten des LVRGs deutlich gesunken“, so Sprecher Christian Ponzel.

Wer heute eine Lebensversicherung abschließt, zahle 22 Prozent weniger für den Abschluss als noch vor vier Jahren. Die an Vermittler gezahlten Abschlussprovisionen seien um fast 13 Prozent gesunken. „Der BdV nimmt diese Fakten leider nicht zur Kenntnis, sondern argumentiert mit einer eigenen Modellrechnung und fiktiven Provisionshöhen. Es ist unsinnig, Provisionen ins Verhältnis zu Garantien zu setzen, denn die Garantien müssen angesichts des Zinsverfalls und der steigenden Lebenserwartung bei einem heute abgeschlossenen Vertrag niedriger sein als vor 20 Jahren“, ergänzt Ponzel.

Makler sollten sich ein eigenes Bild verschaffen, welche Anbieter ihre Kosten senken konnten. Bei der Abschlusskostenquote gelang dies seit LVRG (2015) immerhin 40 von 68 Anbietern im procontra LV-Check

procontra LV-Check 2018

Vergangenes Bilanzjahr konnten 25 Lebensversicherer ihre Abschlusskosten weiter senken. Mit dabei: LVM & Targo (je -0,01 %-Punkte), Barmenia (-0,04), Iduna (-0,05) DEVK (-0,07), Deutsche Ärzteversicherung (-0,08), VPV & Hannoversche (ja -0,09) und Allianz & Zurich (je -0,1).

Die 15 größten Kostensenker 2017 in der Bilderstrecke:

Erfolgreicher Makler: Personal Brand auf allen Kanälen

Mo, 08/13/2018 - 16:19

Im Internet recherchieren und dann bei komplexeren Themen offline beim Vermittler oder bei einfachen Risiken direkt online abschließen: Das ist die Realität der deutschen Versicherungsbranche 2018. Der Konsument ist besser informiert denn je. Er weiß, was er will. Und er alleine entscheidet, wann und wie er auf seinen Berater und Vermittler, aber auch auf seine Versicherung zugeht. Damit verändert sich die Rolle des Vermittlers dramatisch. Und auch die Funktion, die eine Versicherung gegenüber ihren Vermittlern einnimmt.

Klar ist, dass der Vermittler vor allem bei beratungsintensiven Produkten punkten kann. Dafür muss er zur persönlichen, von seinen Kunden geschätzten Marke, einer Personal Brand, werden. Eine Marke, die mit Fachkompetenz nicht weniger überzeugt als mit Empathie. Und er muss seinen Kunden entlang dessen gesamter Customer Journey über alle Kontaktkanäle hinweg kompetent beraten. Nur die richtigen Produkte im Angebot zu haben, reicht nicht mehr. Vertrauen, Transparenz sowie Erreichbarkeit und Abwicklung auf allen Wegen - von persönlich bis WhatsApp – entscheiden in Zukunft über den Erfolg. Die Omni-Kanalfähigkeit des Vermittlers wird zur Pflicht.

Wie sich die Rollen ändern

Damit ändert sich auch die Rolle der Versicherer im Verhältnis zum Makler. Vom Produktbereitsteller und Schadensregulierer hin zum Partner für Markenbildung, Leadgenerierung, IT und Services. Der Versicherungsaußendienst wird in diesem Prozess ein ganz anderes Bild erhalten – weniger Vertrieb und Produkt, mehr Kanalkompetenz und Prozessberatung.

Schon heute stellen Versicherer wie die LV 1871 ihren Partnern eine Vielzahl von digitalen Tools, Kampagnen und Plattformen für alle Phasen der Gewinnung und Betreuung von Kunden zur Verfügung. Egal ob SEM/SEO-optimierte Kundengewinnungskampagnen, Tools für Risikoeinschätzung und Kalkulation, E-Learning-Angebote, digitale Unterschrift, digitale Post oder in Zukunft Bots zur Kundenbetreuung – der Versicherer muss seinen Vermittlern das gesamte Spektrum anbieten, damit sie zur Personal Brand auf allen Kanälen werden können.

Ist Geld wirklich alles? Wie Versicherer (auch) helfen können

Mo, 08/13/2018 - 11:45

Als Assistance bezeichnet man in der Versicherungswirtschaft Dienstleistungen, die üblicherweise den Umfang der Hauptleistungen übersteigen. Diese Zusatzleistungen sind oftmals im Service-Bereich verortet und bieten Kunden beispielsweise unmittelbare Hilfe im Not- und Schadensfall. Diese Leistungen lassen sich gut anhand der KfZ-Haftpflichtversicherung erklären: Während die Hauptaufgabe der Versicherung darin liegt, Schäden zu regulieren sowie die entsprechenden Ansprüche zu prüfen, werden diese Leistungen oftmals um eine 24-Stunden-Hotline oder um Soforthilfe im Ausland ergänzt. 

Versicherer als Partner im Alltag

Unlängst setzen auch Versicherer aus anderen Bereichen auf Assistance-Leistungen, um dauerhafte Kundenbindung oder eine höhere Zufriedenheit der Versicherten zu erzielen. Zu diesen Leistungen können unter anderem eine individuelle Fallbegleitung, Kooperationen mit Kliniken sowie die Vermittlung von Fahrdiensten oder Pflegeheimen zählen. Abhängig vom Vertrag können sich Versicherer und Kunde bereits im Vorfeld auf Assistance-Leistungen einigen. Sollte der Bedarf erst während einer Krankheit oder einem Unfall aufkommen, können diese Leistungen dennoch in Anspruch genommen werden. Hier gilt es, sich gut zu informieren, denn nicht alle Services werden kostenlos angeboten.

Assistance-Leistungen werden immer wichtiger

Immer mehr Versicherte erwarten Serviceleistungen, die in ihren Policen inkludiert sind: 70 Prozent der Kunden denken im Jahr 2017 so – Tendenz steigend. Das geht aus dem repräsentativen Assistance Barometer hervor. Für Versicherer sind diese Leistungen mittlerweile wichtig, um deren Bestand zu erhalten, für Vermittler um überhaupt Neukunden zu gewinnen und für potenzielle Kunden handelt es sich bei Assistance-Angeboten sogar um abschlussentscheidende Kriterien. 78 Prozent der Versicherer sprechen im Jahr 2017 Assistance-Leistungen eine Bedeutung bei der Imageverbesserung ihres Unternehmens zu – ganze 87 Prozent der Befragten gaben an, dass sich diese Leistungen positiv auf die Kundenzufriedenheit auswirken.

Digitalisierung als Wegbereiter

Durch die stetig voranschreitende Digitalisierung werden entsprechend vernetzte Services immer mehr an Bedeutung gewinnen. Aufgrund des vereinfachten digitalen Zugangs könnten Assistance-Leistungen bald zu einem Kernbestandteil von Versicherungsprodukten werden. Die Inanspruchnahme digitaler Angebote wie beispielsweise die Übermittlung von Gesundheitsdaten oder die Nutzung einer Notruf-App könnte sich ferner auf die Bepreisung der Versicherungstarife auswirken. Auch wenn abzuwarten bleibt, inwieweit sich die Bereitschaft der Bevölkerung entwickelt, persönliche Daten an Versicherer zu übermitteln: Assistance-Produkte werden zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen, wobei der Digitalisierung eine katalysierende Wirkung beigemessen werden kann. Vermittler sollten in jedem Fall auf die Bedürfnisse ihrer Kunden hören und darüber hinaus genau prüfen, ob gerade die kostenpflichtigen Assistance-Leistungen einen realen Mehrwert schaffen.

Nürnberger startet neuen Grundschutz

Mo, 08/13/2018 - 09:52
Neue Grundfähigkeitenversicherung von Nürnberger

Im Bereich Einkommensschutz bietet die Nürnberger eine neue Grundfähigkeitenversicherung an. Sie soll unabhängig davon leisten, ob der Beruf weiter ausgeübt werden kann oder nicht. Leistungsauslöser: Wenn eine der 18 versicherten körperlichen oder geistigen Fähigkeiten stark beeinträchtigt oder verloren ist, sowie bei Pflegebedürftigkeit. Der Grundtarif kann beispielsweise um den Zusatzbaustein „Volle Erwerbsminderung infolge psychischer Erkrankung“ erweitert werden.
Bis zu einer garantierten Jahresrente von 18.000 Euro werden verkürzte Gesundheitsfragen gestellt. Nach Vertragsabschluss kann der Versicherungsschutz bei Ereignissen wie Heirat, Geburt oder Existenzgründung ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden.

Ergo: Stüber neuer CFO

Heiko Stüber wird bei der Ergo Group AG ab 01. Januar 2019 Chief Financial Officer (CFO) und die Bereiche Rechnungslegung, Steuern, Planung und Controlling, Risikomanagement, Corporate Finance und Aktuarielle Reservierung verantworten. Er tritt die Nachfolge von Christoph Jurecka an, der zum Jahreswechsel als Chief Financial Officer (CFO) zur Konzernmutter Munich Re wechselt.

R+V: Deckung für Cyberrisken bei Kfz

Die R+V versichert in ihrem neuen Kfz-Tarif auch Cyberrisiken. Leistungsfall ist beispielsweise, wenn Hacker die Software im Fahrzeug manipulieren und die Programme verändern. In der Vollkaskoversicherung werden auch jene Kosten übernommen, die durch Umprogrammieren der Software zustande kommen.

VKB: GewerbeSchutz auch für Makler

Die Versicherungskammer Bayern (VKB) öffnet ihren Gewerbe-Sach-Bereich für Makler. Das Produkt „GewerbeSchutz“ richtet sich an Gewerbekunden bis 500.000 Euro Jahresumsatz mit bis zu zehn Mitarbeitern. Enthalten sind Betriebshaftpflicht, Inhalt, Glas, Elektronik, Werkverkehr und Ertragsschutz für kleine bis mittlere Betriebe. Zusätzlich kann der Gewerbekunde die Betriebsunterbrechung je nach Bedarf einschließen, z.B. bei Gastronomiebetrieben. Den Leistungsumfang legt der Makler je nach Kundenbedarf durch die einzeln auswählbaren Module im GewerbeSchutz fest.

Seite 1: Versicherung
Seite 2: Investment
Seite 3: Berater

###break###

Jupiter: Anleiheteam ausgebaut

Der Investmentmanager Jupiter Asset Management erweitert mit zwei neuen Analysten – Alejandro Di Bernardo und Joel Ojdana – sein Anleiheteam und betont damit den weiteren Ausbau seiner Fixed-Income-Expertise.

Fisch Asset Management: Personaloffensive gestartet

Drei Neuzugänge meldet der Zürcher Spezialist für Wandel- und Unternehmensanleihen. Gerrit Bahlo stieß per 1. Juli als Portfoliomanager für Wandelanleihen zu Fisch. Zuvor war er bei Man GLG unter anderem als Kredit- und Produktspezialist und zuletzt als Portfoliomanager für Wandelanleihen tätig.
Maria Stäheli erweiterte das Team per 1. August als Fondsmanagerin für globale Unternehmensanleihen. Sie arbeitete zuletzt elf Jahre lang bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Zunächst war sie als Analystin im Devisenhandel der SNB tätig, später verwaltete sie als Senior Portfolio Managerin im Asset Management unter anderem Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Daniela Savoia verstärkt das Team seit 1. August als Kreditanalystin mit Fokus auf Emittenten aus Emerging Markets. Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre bei JP Morgan in New York als Analystin mit Fokus auf Lateinamerika.

Seite 1: Versicherung
Seite 2: Investment
Seite 3: Berater

###break###

Clark kauft Makler

Der Onlinemakler Clark ist auf Einkaufstour. Das Unternehmen kaufte den Versicherungsmakler Malburg und kündigte weitere Zukäufe an. Allein in den letzten 12 Monaten habe sich die Kundenzahl von Clark vervierfacht, so das Unternehmen. In den drei Jahren seit Gründung habe man nun rund 100.000 Kunden von den eigenen Lösungen überzeugt, so Clark.

wefox: Italien im Fokus

wefox zieht es nach Italien. Dafür ist das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit der Mansutti S.p.A. eingegangen. Dabei soll es sich um ein Maklerunternehmen mit mehr als 300 Angestellten mit dem Schwerpunkt Automotive handeln. Innerhalb der Partnerschaft stellt wefox das CRM-System und ermöglicht es, Backoffice-Arbeiten an wefox auszulagern.

Seite 1: Versicherung
Seite 2: Investment
Seite 3: Berater

Absicherung des Einkommens: So geht Vorsorge heute

Fr, 08/10/2018 - 09:23

Um die Absicherung des Einkommens ranken sich auf Seiten der Kunden noch immer viele abenteuerliche Vorurteile: Sie sei teuer, unflexibel und überhaupt würden nur ganz wenige sie bekommen. Das ist natürlich Unsinn. Tatsache ist: Nie war es so einfach, die eigene Arbeitskraft abzusichern – flexibel, individuell und an die eigenen finanziellen Bedürfnisse angepasst.

NÜRNBERGER BU: Die moderne Rundum-Absicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist und bleibt das Rundum-Sorglos-Paket aller Berufstätigen. Sie bietet dem Versicherten eine monatliche Rente bei einer dauerhaften oder vorübergehenden (mindestens sechs Monate anhaltenden) Berufsunfähigkeit.

Der Grundbaustein der selbständigen BU der NÜRNBERGER ist der Comfort-Tarif, der ganz nach Wunsch mit attraktiven Zusatzbausteinen modular erweitert werden kann, unter anderem mit dem Arbeitsunfähigkeits-Schutz oder dem Pflege-Schutz.

NÜRNBERGER GF: Die attraktive Alternative zur BU

Manche Kunden entscheiden sich – aus unterschiedlichen Gründen – gegen eine BU, vielleicht, weil sie in einem Beruf mit besonderen Risiken arbeiten, über ein geringes Einkommen verfügen oder bestimmte Vorerkrankungen haben.

Für diese Menschen stellt die Grundfähigkeitsversicherung der NÜRNBERGER (GF) eine sinnvolle und attraktive Alternative dar. Sie bietet eine monatliche Rente, wenn mindestens eine der versicherten körperlichen oder geistigen Grundfähigkeiten für die Dauer des vereinbarten Prognosezeitraums verloren geht oder stark beeinträchtigt ist. Versicherte Fähigkeiten sind zum Beispiel das Sehen, Hören, Gehen, Sprechen, Heben und Tragen, Knien und Bücken und der Orientierungssinn. Die Leistungen aus der GF werden unabhängig davon gezahlt, ob der Beruf weiterhin ausgeübt werden kann.

NÜRNBERGER DD: Weil keiner gegen schwere Krankheiten gefeit ist

Die Dread-Disease-Absicherung der NÜRNBERGER (DD) bietet finanzielle Unterstützung in Form einer einmaligen Kapitalleistung bei Diagnose einer von 50 versicherten schweren Erkrankungen. Über die Kapitalauszahlung kann frei verfügt werden, beispielsweise für spezielle Behandlungen oder einen erforderlichen Hausumbau. 

Die NÜRNBERGER: Ihr starker Partner in Sachen Einkommensschutz

Mehr als vier Millionen Kunden vertrauen auf unsere über 130 Jahre andauernde Erfahrung und Absicherung all dessen, was ihnen lieb und teuer ist. Aber auch die Branchenexperten sind überzeugt: So wurde die NÜRNBERGER BU von Franke und Bornberg in diesem Jahr bereits zum 14. Mal in Folge mit der Bestnote ausgezeichnet. Und für die Qualität unserer Leistungsbearbeitung haben wir das „Fair-Siegel“ von Assekurata erhalten.

Hier informieren!

Datenschutz: Wie nehme ich die Pseudonymisierung vor?

Fr, 08/10/2018 - 08:30

Grundsätzlich ist eine Verschlüsselung von Daten beim Übertragen in E-Mails nötig. Dazu gab ein früherer Artikel in der Serie Auskunft. Die idealen Programme zur Verschlüsselung wurden in einem anderen Artikel der Serie behandelt. „Bei personenbezogenen Daten ist zudem eine Pseudonymisierung vorgeschrieben“, sagt Norman Wirth, Inhaber der Kanzlei Wirth Rechtsanwälte.

Die Pseudonymisierung von personenbezogenen Daten ist zum einen Bestandteil der zu ergreifenden technischen und organisatorischen Maßnahmen (Artikel 32 DSGVO). Zum anderen ist sie ein Mittel zur „Datenminimierung“ (Artikel 25 DSGVO). Eine Pseudonymisierung erreicht man, indem die entsprechenden personenbezogenen Daten wie, Namen oder andere Identifikationsmerkmale, durch unbestimmte Kennzeichen ersetzt, so dass eine Bestimmung des Betroffenen ausgeschlossen oder zumindest wesentlich erschwert ist.

In Abgrenzung zur Anonymisierung ist bei der Pseudonymisierung darauf zu achten, dass – einem Schlüssel-Schloss-Prinzip entsprechend – die Aktion technisch auch wieder rückgängig gemacht werden kann (procontra berichtete).

Pseudonymisierung durch Mitarbeiter oder Verantwortlichen

Eine Pseudonymisierung kann entweder durch den Betroffenen selber – etwa durch eine frei wählbare Nutzer-ID - erfolgen, oder aber durch den Datenschutzverantwortlichen. „Sinnvoll ist eine Pseudonymisierung schon deswegen, weil zum Beispiel eine Interessenabwägung im Rahmen der ‚berechtigten Interessen‘ (gemäß Artikel 6 Absatz 1f DSGVO) dann eher zugunsten des Verantwortlichen ausfällt“, betont Wirth.

Aber auch der Schutzbedarf im Rahmen der technischen und organisatorischen Maßnahmen ist bei pseudonymisierten Daten geringer. Schließlich kann dann im Falle eines Datenschutzverstoßes auch die Benachrichtigungspflicht gegenüber der betroffenen Person (Artikel 34 Absatz 3 DSGVO) entfallen, sofern die Daten verschlüsselt sind. Die Verschlüsselung stellt praktisch eine Art „Unterfall“ der Pseudonymisierung dar.

Unabhängig davon, ob Makler mit einem Kundenverwaltungsprogramm arbeiten oder mit einer klassischen Ordnerstruktur, wird eine Pseudonymisierung bereits durch eine Verschlüsselung des Datensatzes erreicht. Ohne zu sehr in die technischen Details zu gehen: Pseudonymisierung lässt sich zum Beispiel über Kreuztabellen lösen: Die Daten zu eine und demselben Kunden sind dann nur teilweise in einer „Tabelle“. Meist genügen zwei Tabellen. „Sie sollten separat voneinander an getrennten Orten (externe Festplatte) gespeichert werden“, so Wirth.

Rauch und Ruß: Warum die Ammerländer ablehnt

Do, 08/09/2018 - 15:38

Ein abgelehnter Hausratschaden sorgt derzeit für Ärger bei Maklern. Genauer: Einem Makler, dessen Mandanten bei der Ammerländer versichert sind.
Was war passiert? In einem unbeobachteten Moment stellte ein zweijähriges Kind den Elektroherd ein, auf dem ein Akkusauger lag. Der anschließende Brand konnte vom Vater gelöscht werden – doch das komplette Haus verdreckte mit Rauch und Ruß. Der Makler meldete den Schaden – glücklicherweise ist grobe Fahrlässigkeit zu 100 Prozent mitversichert.

Doch die Ammerländer lehnte ab. Im Ablehnungsschreiben (liegt procontra vor) heißt es: „In Ihrem Schadenfall handelt es sich um einen sogenannten Rauch und Rußschaden. Solche Schäden sind in Ihrem Vertrag mitversichert, sofern der Rauch oder Ruß plötzlich bestimmungswidrig aus den auf dem Versicherungsgrundstück befindlichen Feuerungs-, Heizungs-, Koch- oder Trockneranlagen ausgetreten ist und unmittelbar auf versicherte Sachen einwirkt.
Bei Ihnen kann es aufgrund eines Kunststoffgegenstandes, der sich auf dem Herd befand, zu einer solchen Rauch- bzw. Rußeinwirkung. Das entspricht nicht den im Vertrag vermerkten Gegebenheiten. Eine Ersatzpflicht müssen wir daher ablehnen.“

Auf Facebook, wo der Makler den Fall publik machte, fanden sich einige Kollegen, die von ähnlichen Vorkommnissen zu berichten wussten. Eine Vermittlerin gewann im Umgang mit der Ammerländer den Eindruck, dass man zwar bei den Versicherungsbedingungen mithalten wolle, aber nun die Klauseln vermehrt zum Nachteil der Kunden auslege.
Dem widersprach eine andere Vermittlerin, in deren Fall die Ammerländer aus Kulanz sogar die doppelte Summe für eine Rohreinigung ersetzte.

Die Ammerländer selbst hat sich gegenüber procontra bisher nicht zum „Rauch- und Ruß-Fall“ geäußert.

Handelskonflikte: Wie reagieren Schwellenländeraktien?

Do, 08/09/2018 - 07:22

Seit Donald Trump im März eine Zollabgabe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 50 Milliarden USD angekündigt hat, treiben Handelsstreitigkeiten die Aktienmärkte vor sich her. Zunächst reagierte China mit Vergeltungszöllen im gleichen Umfang, das heißt, Zölle von 25 Prozent auf politisch sensible US-Waren im Wert von 50 Milliarden USD. Anfang Juli führten die USA schließlich Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden USD ein und drohten mit zusätzlichen Abgaben auf chinesische Güter im Volumen von 200 Milliarden USD, was die Anlageklasse weiter belastet. So kam es zu Abflüssen von rund 20 Milliarden USD aus Schwellenländeraktien und die Anlageklasse verlor in US-Dollar gemessen um beinahe 15 Prozent gegenüber ihrem Höchststand vom Januar dieses Jahres.

Bekanntermaßen warb Donald Trump während seines Wahlkampfs 2016 mit einer aggressiv-protektionistischen Agenda. Insofern war zu erwarten, dass sich die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China in gewissem Umfang verschlechtern. Die Geschwindigkeit der Eskalation überraschte die Märkte dennoch, da viele der vorherigen Drohungen Trumps nicht realisiert worden. Vermutlich wird das Hin und Her anhalten, es lässt sich aber kaum vorhersagen, in welche Richtung genau sich der Handelsstreit weiterentwickeln wird. Als langfristig ausgerichtete Anleger ist unserer Meinung nach entscheidend, sich stattdessen auf die fundamentale Lage zu konzentrieren. In dieser Hinsicht präsentieren sich die Volkswirtschaften der Schwellenländer weiterhin solide.

Schwellenländer bleiben von Handelsspannungen weitgehend verschont

Zum einen haben sich die Fundamentaldaten der Schwellenländer in den vergangenen Jahren insgesamt deutlich verbessert. Seit dem Taper Tantrum im Jahr 2013 haben die Volkswirtschaften zahlreiche notwendige Maßnahmen ergriffen, die ihre Leistungsbilanzen gestärkt haben, die Inflation gesenkt haben und ihre Wachstumsaussichten verbessern konnten.

Zum anderen handelt es sich bei den Schwellenmärkten um ein vielfältiges Anlageuniversum: Auch wenn sich die Zahlen in den Schlagzeilen oftmals dramatisch anhören, agieren viele der Länder weitgehend unberührt von den aktuellen Handelsspannungen. Sogar im Fall von China entsprechen die angekündigten Zölle lediglich zwei Prozent der chinesischen Exporte und 0,4 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts. Oder anders ausgedrückt: Die Zollabgabe von 25 Prozent entspricht 0,1 Prozent des chinesischen BIPs. Außerdem ist China gut aufgestellt, um an den fiskal- und geldpolitischen Stellschrauben zu drehen und die wirtschaftlichen Folgen anhaltender Handelskonflikte einzudämmen, falls sich die Lage weiter verschärfen sollte.

Seite 1: Schwellenländer weitgehend verschont
Seite 2: Schwellenländer zunehmend binnenorientiert

###break###

Darüber hinaus sind die Aktienmärkte der Schwellenländer zunehmend binnenorientiert. Schwellenländerunternehmen erwirtschaften nur acht Prozent ihrer direkten Umsätze in den USA, bei chinesischen Unternehmen beträgt dieser Anteil lediglich zwei Prozent. Natürlich hätten weitere Einschränkungen des freien Handels Folgewirkungen, doch bisher bleibt die Gewinnentwicklung der Schwellenländerunternehmen solide. Nachdem die Gewinne in den vergangenen zehn Jahren größtenteils verhalten ausfielen, besserte sich das Bild zuletzt: 2017 stiegen die Gewinne um mehr als 20 Prozent und für dieses Jahr wird trotz der aktuellen Unsicherheit eine erneute Steigerung um über 10 Prozent erwartet. Besonders erfreulich ist, dass erstmals seit 2011 auch die Eigenkapitalrenditen die Schwellenländererträge mitziehen, da sich die Margen und die Rentabilität der Unternehmen verbessern.

Zu guter Letzt können wir als Bottom-up-Anleger bei unserer Anlagetätigkeit ganz anders vorgehen als der breite Markt. Wir sind in der Lage, aktiv Unternehmen ausfindig zu machen, die weniger anfällig für politische Entwicklungen sind und unabhängig von Handelskonflikten über den Marktzyklus hinweg Mehrwert generieren können. Auch die erhöhte Volatilität, die in den vergangenen Monaten zu beobachten war, kann interessante Chancen für aktive Manager eröffnen.

Guter Einstieg in mehrjährige Erholungsphase möglich

Ein ausgewachsener Handelskrieg würde die Exporterlöse und das Wachstum beeinträchtigen, die weltweiten Lieferketten unterbrechen und letztlich auch die Risikobereitschaft der Anleger reduzieren. Derzeit zeigen sich die Schwellenländer aber nach wie vor widerstandsfähig und die fundamentalen Aussichten für ihre Aktien bleiben positiv. Wir rechnen für die kommenden Jahre weiterhin damit, dass sich der Wachstumsvorsprung der Schwellenländer gegenüber den Industriestaaten verbessert. Diese Entwicklung korrelierte in der Vergangenheit mit einer Outperformance von Schwellenländeraktien. Langfristige Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil der Schwellenländer am globalen Wachstum in den nächsten zehn Jahren auf beinahe 75 Prozent steigen wird und dabei 1,2 Milliarden Menschen von armen Bevölkerungsschichten in die Mittelklasse aufsteigen werden. Wir sind zuversichtlich, dass binnenorientierte Unternehmen, die über differenzierte Strategien verfügen, auf lange Sicht gut aufgestellt sind. Nach dem jüngsten Ausverkauf liegen die Bewertungen von Schwellenländeraktien wieder unter ihren langfristigen Durchschnittsniveaus und die Titel werden mit einem Abschlag von 25 Prozent gegenüber ihren Industrieländerpendants gehandelt. Das bietet einen interessanten Einstiegspunkt in eine mehrjährige Erholungsphase.

Seite 1: Schwellenländer weitgehend verschont
Seite 2: Schwellenländer zunehmend binnenorientiert

Warum die DIN 77230 unnötig ist

Mi, 08/08/2018 - 12:49

Manchmal belächelt uns die Welt und auch wir selbst uns ein wenig für unsere Normen. Dabei sind Normen grundsätzlich eine sehr gute Sache, mit der bestimmte Dinge wie auch Prozesse und Abläufe in feste Formen geprägt werden. Damit ist sichergestellt, dass bestimmte Qualitätsstandards eingehalten werden und alles mit eben dieser manchmal belächelten „deutschen Gründlichkeit“ ablaufen kann.

Für den Sinn der Einführung einer Norm müssen zwei Grundvoraussetzungen erfüllt werden: Sie muss dazu beitragen, dass auf breiter Front Änderungen möglich sind und damit jemandem ein Vorteil realisiert wird. Beides sehe ich beim Entwurf der DIN 77230 zur Beratung von Privatkunden nicht gegeben. Beim Lesen des Entwurfs hatte ich vielmehr den Eindruck, eine Ansammlung verschiedener Branchenstandards vor Augen geführt zu bekommen, wie sie bereits seit Jahrzehnten Selbstverständlichkeit sind und seit vielen Jahren im Rahmen der Kaufmanns- und in der Fachmannsausbildung vermittelt werden. Dieser „rote Faden“ der Beratung ist primärer Gegenstand der mündlichen Prüfungen – wo also sollte die Verbesserung durch die Norm liegen? Doch werfen wir zunächst einen Blick in den Entwurf.

Wird von veralteten Voraussetzungen ausgegangen?

Der Normentwurf beginnt mit seiner Einleitung, in der von einer Fülle von Vermögensschäden berichtet wurde, die Anfang der 2000er-Jahre bei Privathaushalten angefallen wären. Da seien für Kunden ungeeignete Produkte vermittelt worden, Berater mangelhaft ausgebildet gewesen und wesentliche Probleme wie etwa das Risiko der Langlebigkeit nicht hinreichend berücksichtigt worden.

Erinnert man sich zurück, weiß man, dass hier der Schwarze Peter eher in die Ecke der Bank- und Anlageberater zu suchen ist. Stichworte gefällig: Lehmann Brothers, Beteiligungen… Die Beschwerdequote über Versicherungsvermittler beim Ombudsmann liegt seit Jahren auf einem durchgehend sehr niedrigen Niveau. Keine 400 Beschwerden bei 40 Mio. Versicherungsverträgen in Deutschland sprechen eine mehr als deutliche Sprache. Aus Sicht der Kunden, also denen, die geschädigt sein sollen, besteht ein extrem hohes Maß an Zufriedenheit.

Die angesprochene mangelnde Ausbildung wurde durch die Erbringung eines Sachkundenachweises zur Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen für Versicherungsvermittler aller Couleur, Kreditvermittler und Finanzanlagevermittler, inzwischen ausgemerzt. Inzwischen darf niemand mehr in einem Bereich tätig werden, in dem er keine Fachausbildung genossen hat. Diese Fachausbildungen wiederum beinhalten alle in der Norm vorgesehenen Herangehensweisen.
Vielleicht merken Sie an dieser Stelle ganz gut, dass an dieser Norm bereits seit ein paar Jahren gearbeitet wird und die Welt sich weitergedreht hat.

Dann hat es eine Norm an sich, dass sie natürlich mit bestimmten Richtwerten arbeiten muss. Eine Bedarfsanalyse zur Altersvorsorge und Arbeitskraftabsicherung ist uns allen bereits bestens bekannt. Eine Vielzahl an Programmen und Tools sind heutzutage ein fester Bestandteil des Beratungsprozesses bei den Kollegen. Was der Kunde letztlich macht, spielt sich zwischen seiner Versorgungslücke und den Möglichkeiten seines Geldbeutels ab. Hier schafft die Norm keine Vorteile.

Falscher Fokus gesetzt?

Generell scheint viel mehr Wert auf Zahlen wie etwa Versicherungssummen gelegt zu werden, als auf Inhalte, die ein Produkt erfüllen müsste, um normkonform zu sein. Nehmen wir hier die Privathaftpflicht als Beispiel. Hier sieht die Norm eine Mindestdeckungssumme von 10 Mio. Euro vor. Zwar werden einige Punkte, die zu Haftungsszenarien führen, aufgezeigt (z. B. die Anmietung von Wohnungen, das Hüten fremder Tiere…), auf wertvolle Bedingungsinhalte wie den Verzicht der Prüfung der Aufsichtspflichtverletzung bei Schäden, die nichtdeliktfähige Kinder verursachen, oder ähnliche Mehrwerte für den Kunden wird nicht eingegangen. In der Folge wäre ein Vertrag mit dem besten Bedingungswerk, das der deutsche Versicherungsmarkt hergibt, aber nur 5 Mio. Deckungssumme vorsieht, nicht DIN-konform und dürfte somit nicht angeboten werden. Ein „08/15-Produkt“ mit 10 Mio. hingegen ist überhaupt kein Problem. Wird dem Kunden durch die DIN-Norm dann nicht nur eine bessere Beratung vorgegaukelt? Zumal private Haftpflichtschäden, welche die Millionenmarke übersteigen, doch ausgesprochen selten sind. Tatsächlich konnte ich keinen einzigen PHV-Fall recherchieren, der über den schuldhaft verursachten Brand einer Kirche und eine Schadensumme von 3,5 Mio. Euro hinausging.

Besagte 10 Mio. Deckungssumme werden übrigens auch für die Kfz-Haftpflicht als Mindestmaß angesehen, wo es keinen Anbieter mehr geben dürfte, der standardmäßig weniger als 50 Mio. anbietet. Was ist mit Kunden, die aufgrund ihrer Bonität nur im Rahmen des Kontrahierungszwangs zu den gesetzlichen Mindestdeckungssummen abzusichern sind? Normverstoß?

Weg vom Spezialisten und wieder hin zum „Allfinanzvertrieb“?

Die Norm spricht wohlwollend vom „ganzheitlichen Ansatz“, der bei der Beratung im Fokus stehen sollte. In der Folge werden nicht nur Versicherungsthemen behandelt, sondern auch eine ganze Reihe von Finanzthemen wie z. B. „Aufbau Liquiditätsreserven“ und „[d]as Zinsänderungsrisiko bei Immobilienfinanzierungen“. Was für Vertriebe, Versicherer (sofern sie alle Bereiche bedienen können) und Laien zunächst positiv klingt, stellt unterm Strich einen Rückschritt dar. Zumindest gefühlt hat die Branche den Schritt vom „Bauchladen“ zum Spezialistentum gerade erst abgeschlossen oder ist in Teilen noch dabei. Und natürlich gibt es durch die berufliche Qualifikation Sparten, in denen jeder dank Fachausbildung eine solide Beratung durchführen kann, und andere, bei denen man sich zunächst einen zusätzlichen Wissensschatz aufbauen muss (z. B. im Bereich der Gewerbeversicherungen). Eine Beratung in Bausparen, Immobilienfinanzierung oder Fondsvermittlung wollen viele klassische Versicherungsmakler nicht leisten. Fehlt die entsprechende Zulassung in der Gewerbeordnung, darf er es auch gar nicht – aller Qualifikation und Berufserfahrung zum Trotz. Die Aussage „Man kann in der Finanzbranche nicht alles können und wissen!“ war die letzten Jahre aufrichtig und ehrlich.

Viele Vertriebe werden starkes Interesse daran haben, möglichst bald entsprechend der angestrebten DIN-Norm beraten zu können. Werblich ist das einfach sehr gut nutzbar. Aber führt das nicht nur dazu, dass der einzelne Vermittler in Schnellprogrammen mit oberflächlichem Wissen befüllt wird, damit er seine Registrierungen bekommt, um dann als „Tausendsassa“ auf Kunden losgelassen zu werden? Wem nützt das am Ende wirklich und nützt es dem Kunden überhaupt?

Bekommt der Kunde so wirklich den besseren Berater oder ist es nicht doch eher ein vertriebliches Goodie für den Außendienst von Finanzvertrieben und Versicherern, mit einer DIN-konformen Beratung werben zu können? Ich fände es schön, wenn die Zeiten, in denen man Kunden mit hübschen, funkelnden Dingen vom Wesentlichen ablenkt, endlich vorbei wären. Dieser Norm-Entwurf ist leider absolut unnötig, bietet keinerlei Neuerungen oder Verbesserungen und stellt einen riesigen Schritt zurück in alte, schlechtere Zeiten dar.

Prora-Pleite: Beendet Insolvenz Steuersparmodell?

Mi, 08/08/2018 - 10:22

Rückschlag für das Seebad Binz: Die Betreiberfirma von Block 1, die „Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG“, hat Insolvenz angemeldet. Und das kurz vor Fertigstellung der knapp 280 Eigentumswohnungen.
Für deren Erwerb hatte das Unternehmen mit Steuervergünstigungen für Baudenkmäler geworben. Bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten könnten die Käufer der Immobilien steuerlich geltend machen, hieß es damals.

Nun sind es ausgerechnet die behördlichen Auflagen zum Denkmalschutz, die die Zahlungsunfähigkeit begünstigt haben sollen. So sagte Iris Hegerich, Geschäftsführerin der „Wohnen in Prora Vermögensverwaltung“, gegenüber der Ostsee-Zeitung: „Zum Beispiel mussten wir die Liegehäuser des denkmalgeschützten Ensembles abreißen. Die behördlichen Auflagen zum Wiederaufbau haben sehr lange gedauert. Nur so konnte sichergestellt werden, dass die Käufer ihren Anspruch auf Denkmal-Abschreibung nicht verlieren.“
Die Bauzeit habe sich viel länger hingezogen als geplant – damit seien auch Mehrkosten verbunden.

Wohnen in Prora: Wie es weitergeht

Das Amtsgericht Charlottenburg hat Rechtsanwalt Dr. Philipp Hackländer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der erfahrene Insolvenzverwalter verwies darauf, dass zwar die meisten Appartements verkauft seien, es aber 1000 verschiedene Grundbuchauszüge gäbe. Die müssten nun erstmal sortiert werden, so der Rechtsanwalt. Investoren, die mit einer Vormerkung im Grundbuch eingetragen sind, müssten sich keine Sorgen machen, dass ihr Geld verloren sei, so der Insolvenzrechtler.

Grundfähigkeitsversicherung: Alternative zur BU?

Mi, 08/08/2018 - 09:03

Die Grundfähigkeitsversicherung, auch Grundfähigkeits-Zusatzversicherung genannt, blickt in Deutschland auf eine verhältnismäßig eher kurze Geschichte zurück. Diese spezielle Form der Risikoversicherung wurde in Deutschland erstmals im Jahr 2000 eingeführt und wird oftmals als Alternative zur Berufsunfähigkeits- sowie zur Pflegeversicherung gehandelt. Dabei wird je nach Versicherer bei dem Verlust bestimmter Grundfähigkeiten oder ab dem Erreichen der Pflegestufe 2 in der GKV eine monatliche Rente ausgezahlt. Es spielt hier keine Rolle, ob die versicherte Person im Leistungsfall noch weiterarbeiten kann oder will: Die Versicherung leistet für die Dauer der Beeinträchtigung – unter Umständen also lebenslang – in der vertraglich festgelegten Höhe. Die Anbieter führen diese Leistungsfälle konkret definiert in einem sogenannten Fähigkeitenkatalog auf.

Was sind Grundfähigkeiten?

Zu den Grundfähigkeiten eines Menschen gehören alle Fähigkeiten, die unverzichtbar sind, um den Alltag bestreiten zu können. Dazu gehört zum Beispiel das Greifen, Sitzen, Laufen oder auch das Orientieren. In der Regel sind die Grundfähigkeiten in unterschiedliche Kataloge aufgeteilt, die von Anbieter zu Anbieter mehr oder weniger stark variieren können. Eine gängige Unterteilung sieht zwei Kataloge vor. Der Versicherungsfall kann dabei eintreten, wenn mindestens eine Grundfähigkeit aus Katalog A oder drei Grundfähigkeiten aus dem Katalog B beeinträchtigt sind:

Katalog A: Sehen, Sprechen, Hände gebrauchen, Orientierung

Katalog B: Hören, Gehen, Sitzen, Stehen, Treppensteigen, Autofahren, Tragen, etc.

(Mögliche Einteilung der Grundfähigkeiten)

Einige Versicherer führen auch einen dritten Katalog mit kognitiven Fähigkeiten auf. Ein Anspruch entsteht, wenn der Versicherungsnehmer für die Dauer eines festgelegten Zeitraums in dessen Grundfähigkeiten eingeschränkt ist. Da diese Kataloge von Versicherer zu Versicherer deutliche Unterschiede aufweisen können, gilt es, sich einen guten Überblick über das Angebot am Markt zu verschaffen.

Für wen ist eine Grundfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die Grundfähigkeitsversicherung ist nicht von einer Berufsgruppe abhängig und eignet sich somit prinzipiell für jeden. Gerade wenn der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund einer unvorteilhaften gesundheitlichen Vorgeschichte nicht möglich oder schlichtweg zu teuer ist, kann die Grundfähigkeitsversicherung einen alternativen Schutz bieten. In diesem Fall sollte man jedoch zunächst nach einer geeigneteren BU bei anderen Anbietern Ausschau halten. Zwar sind die Prämien deutlich günstiger als bei einer BU (bis zu 40 Prozent), doch die Grundfähigkeitsversicherung bietet dementsprechend auch weniger Schutz. Im Folgenden haben wir ein paar wesentliche Vor- und Nachteile der Grundfähigkeitsversicherung im Vergleich mit einer BU zusammengestellt:

 

Eine Grundfähigkeitsversicherung deckt die Leistungen einer BU also nicht in voller Gänze ab – allerdings sind deren Aufnahmekriterien deutlich lockerer und die Tarife kostengünstiger. Potenzielle Antragssteller sollten die BU deswegen jedoch nicht per se ausschließen: Oft findet sich auf dem Markt noch eine BU-Alternative, die für die individuelle Situation geeignet ist. In jedem Fall gilt es, sich umfangreich beraten zu lassen. 

Jeder dritte Versicherer Opfer von Datenbetrug

Di, 08/07/2018 - 09:25

Strategische Entscheidungen werden auch in der Versicherungswirtschaft immer häufiger datenbasiert getroffen. Laut aktueller Accenture-Studie gaben 80 Prozent der Befragten an, Daten als Grundlage für zentrale Entscheidungen zu nutzen.
Doch wie ist es um die Qualität der Datensätze bestellt? Ein Großteil der Versicherer wird darüber nichts sagen können. Denn nur 26 Prozent der befragten Assekuranz-Führungskräfte gaben an, dass ihre Daten zumindest teilweise überprüft werden. Weitere 19 Prozent versuchen zwar die Daten zu überprüfen, sind allerdings nicht von deren Qualität überzeugt.

Cybercrime: Versicherer als Opfer

Neben der (teilweise) fehlenden Überprüfung erweist sich auch Cyberkriminalität als ernstes Problem für die Versicherer. Jeder dritte Befragte gab in der Studie an, bereits Ziel von Bot-Betrug, Sensordaten- und Standortdatenfälschungen geworden zu sein. Ein weiteres Drittel der Befragten glaubt, mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal ein Angriffsziel gewesen zu sein, konnte dies aber nicht nachweisen. „Wenn manipulierte oder fehlerhafte Daten als Entscheidungsgrundlage genutzt werden, steigt das Risiko von weitreichenden Fehlentscheidungen,“ warnt Claus Jeschek, Technologie-Experte im Bereich Versicherungen bei Accenture.

Er rät Versicherern, „Data Intelligence“-Bereiche aufzubauen, wo gezielt Expertise aus den Bereichen Data Science und Cyber-Sicherheit gebündelt wird.

Vollständige Studie (englisch)

Schaden/Unfall: Was im Gewerbegeschäft am besten läuft

Di, 08/07/2018 - 08:37

Laut der Studie „Gewerbliches Schaden-/Unfallgeschäft 2018“ nimmt die Bedeutung der Sparte in Deutschland überproportional zu. Eine „sehr große Relevanz" und „große Relevanz“ dieser Sparten sehen heute 59,8 Prozent der freien Vermittler. Vor fünf Jahren waren es 51,5 Prozent; in fünf Jahren erwarten die Befragten einen Wert von 73,6 Prozent. Die Studie stammt von der der BBG Betriebsberatungs GmbH, an der sich 258 Makler und Mehrfachagenten beteiligt haben.

Veränderte Courtagen im Lebengeschäft treiben nach Meinung von knapp einem Drittel der befragten unabhängigen Vermittler die Bedeutung des Kompositgeschäfts nach oben. Das gilt auch für den Gewerbebereich, wo ein starker Wettbewerb unter den Anbietern herrscht. Ihren aktuellen Geschäftsumsatz bestreiten die befragten freien Vermittler zu 27,8 Prozent mit dem gewerblich-industriellen Schaden- und Unfallgeschäft sowie zu ebenfalls 27,8 Prozent mit dem privaten Schaden- und Unfallgeschäft.

Damit unterscheiden sich die Daten leicht von der BBG-Studie zum privaten Sach- und Unfallgeschäft, an der aber auch mehr Vermittler teilgenommen hatten (procontra berichtete). Andere wichtige Umsatzbereiche sind private Vorsorge / Biometrie (19 Prozent), Betriebsrente (7,1 Prozent), Finanzen und Kranken (je 6,6 Prozent). Ungefähr diese Werte erwarten die Befragten auch in fünf Jahren.

Tarifpolitik und Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden

Die Makler und Mehrfachvertreter äußerten sich auch dazu, wie zufrieden sie mit den einzelnen Unternehmen sind. Den meisten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit im Gewerbegeschäft haben Tarifpolitik, Preis-Leistungs-Verhältnis und Image, Verlässlichkeit bzw. Fairness der Versicherer. Erst danach folgen Schadenmanagement und Schadenregulierung, die den Maklern in der Vorjahresbefragung noch am wichtigsten gewesen waren. Auch die zentrale Vertriebsunterstützung und die Abwicklung im Neugeschäft rücken etwas aus dem Blickfeld.

Am zufriedensten sind die Befragten im Bereich Betriebs/Berufshaftpflicht mit „Die Haftpflichtkasse“, Rhion und Helvetia. Bei den gewerblichen Sachversicherungen sind die Makler mit Allianz, Rhion, Concordia, Helvetia und R+V am zufriedensten. Rhion (bei Betriebs-/Berufshaftpflicht auch Württembergische) würden die meisten befragten Makler daher auch an befreundete Kollegen weiterempfehlen.

Seite 1: Tarifpolitik und Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden
Seite 2: Die Top-3-Anbieter beim Umsatz der Makler
Seite 3: Assekurata: Komposit stabilisiert Erträge

###break###

Die Top-3-Anbieter beim Umsatz der Makler

Interessant: Nicht jeder Versicherer, der weiterempfohlen wird, macht beim Makler auch das Geschäft. Das meiste Geschäft geht laut Studie in beiden Kategorien an die VHV, bei der Betriebs-/Berufshaftpflicht gefolgt von R+V und Allianz. Bei den gewerblichen Sachversicherungen folgt auf VHV die Axa vor Helvetia.

Im vergangenen Jahr haben 97,9 Prozent der Makler Betriebs-/Berufshaftpflichtpolicen vermittelt und 94,4 Prozent Sachversicherungen. Beides dürfte 2018 leicht rückläufig sein. Auch andere Teilsparten büßen nach Ansicht der Makler weiter an Boden ein, etwa gewerblicher Rechtsschutz (von 86,7 auf 70,0 Prozent), technische Versicherungen (von 73,8 auf 57,2 Prozent) oder Transportversicherungen (von 55,4 auf 34,2 Prozent). Selbst Cyberpolicen könnten etwas an Bedeutung verlieren (von 29,7 auf 26,1 Prozent).

Beim Umsatztrend für die kommenden ein bis drei Jahre sehen 86,5 Prozent der Makler bei Cyberversicherungen „viele bessere“ oder „eher bessere“ Chancen. Weit abgeschlagen in der Prognose folgen Sachversicherungen (55,1 Prozent der Nennungen; Mehrfachnennungen erlaubt) und D&O-Versicherungen (53,5 Prozent) – siehe Grafik:

Umworbene Branchen und mehr Vergleichsrechner

Im Fokus der unabhängigen Vermittler beim Gewerbegeschäft stehen laut Studie Handwerk (51,6 Prozent), Dienstleister (50 Prozent) und Freiberufler (48,4 Prozent). Offenbar trauen die Makler dem Frieden nicht und schätzen für 2018 deutlich niedrigere Werte in diesen Branchen. Dafür holen das produzierende Gewerbe (32,2 Prozent) und Landwirte (15,3 Prozent) auf.

Obwohl der Konditionenvergleich im Gewerbegeschäft schwierig ist, arbeiteten im Vorjahr 51,8 Prozent mit einem Online-Vergleichsrechner. In diesem Jahr wollen es 64,2 Prozent tun. 41 Prozent nutzen Online-Rechner der Versicherer. Am meisten frequentiert wurden 2017 die Online-Vergleichsrechner „Software Gewerbelotse“ (38,2 Prozent), gefolgt von „Fonds Finanz“ (33,3 Prozent), Vema (31,4 Prozent) und „Finanzchef24.de“ (21,6 Prozent).

Die Studie "Gewerbliches Schaden-/Unfallgeschäft 2018" kann im Internet für 2.677,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bezogen werden.

Seite 1: Tarifpolitik und Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden
Seite 2: Die Top-3-Anbieter beim Umsatz der Makler
Seite 3: Assekurata: Komposit stabilisiert Erträge

###break###

Assekurata: Komposit stabilisiert Erträge 

Eine andere Studie dokumentiert: Die deutschen Kompositversicherer sind 2017 gewachsen und haben gute Erträge erzielt. Zu diesem Fazit kommt die Assekuranz Rating-Agentur Assekurata in ihrem Marktausblick 2018/2019 bei den Kompositsparten. Die Schaden- und Unfallsparte sei vor dem Hintergrund der angespannten und unsicheren Rahmenbedingungen in der Lebens- und Krankenversicherung für die Stabilisierung von Konzerngesellschaften mitunter von großer Bedeutung. Auch 2018 wird eine insgesamt stabile Ertragslage erwartet.

Die Cyberversicherung erweist sich als langfristige Wachstumshoffnung der deutschen Schaden-/Unfallversicherer. In den vergangenen Monaten haben viele Marktteilnehmer Versicherungskonzepte in diesem Bereich lanciert, aber „noch keine umfassende Lösung im Sinne eines Marktstandards etabliert“, erklärt Senior-Analyst Dennis Wittkamp.

Somit ließen sich die auf dem Markt erhältlichen Deckungen nur schwer vergleichen. „Während sich große, global agierende Unternehmen in der Regel mit individuellen Deckungskonzepten über Spezialversicherer oder Industriemakler gegen Cyberangriffe versichert haben, sehen wir insbesondere bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen noch deutlichen Nachholbedarf“, so Wittkamp. Nicht zuletzt aufgrund der verschärften Meldepflichten von Cyberattacken böten sich hier große Wachstumspotenziale.

Branchenlösungen im Kommen

Auf der Suche nach Ertragsquellen nehmen Anbieter die Gewerbeversicherung stärker ins Visier. „In den vergangenen Jahren eher stiefmütterlich behandelt, entwickeln viele Häuser nun neue Produktstrategien, um sich im Gewerbemarkt neu zu positionieren“, hat Assekurata beobachtet. Das Angebot an Branchenlösungen nehme zu.

Dahinter verbirgt sich meist Versicherungsschutz nach dem Baukastenprinzip mit obligatorischen und freiwilligen Modulen, die speziell auf die jeweilige Branche zugeschnitten sind. „Das Innovationsstreben im Gewerbegeschäft dürfte in den kommenden Jahren anhalten, wodurch zugleich der Wettbewerb über den Preis und die Bedingungsqualität intensiver wird“, schätzt Wittkamp.

Die Studie „Marktausblick zur deutschen Versicherungswirtschaft 2018/2019“ kann im Internet für 986,51 Euro inklusive Mehrwertsteuer bezogen werden.

Seite 1: Tarifpolitik und Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden
Seite 2: Die Top-3-Anbieter beim Umsatz der Makler
Seite 3: Assekurata: Komposit stabilisiert Erträge

Seiten